PATER RUPERT MAYER

Ordenspriester
Namensdeutung: ruhmreich glänzend (germanisch-normannisch)
Namenstage: Rupert, Ruprecht, Robert, Robin, Bob, Bert, weibl.: Ruperta
Gedenktag: 3. November

Lebensdaten: geboren am 23. Januar 1876 in Stuttgart, gestorben am 1. November 1945 in München

Lebensgeschichte: Der Kaufmannssohn Rupert Emil Mayer wuchs in Stuttgart auf, studierte in Fribourg, München und Tübingen Theologie und Philosophie und wurde 1899 in Rottenburg zum Priester geweiht. Nach einem Jahr als Vikar in Spaichingen trat er im österreichischen Feldkirch in den Jesuitenorden ein – im Deutschen Reich war der Orden noch infolge der Kulturkampfgesetze verboten. Ab 1906 wirkte er als Volksmissionar in den Niederlanden, der Schweiz und in Deutschland, bis er 1912 als Seelsorger für die Zuwanderer nach München versetzt wurde.

Von dort aus ging der athletische Mann und geübte Reiter als Soldatenseelsorger in den Ersten Weltkrieg. Als er sich 1916 an der rumänischen Front schützend über einen verwundeten Soldaten warf, wurde er selber so schwer verletzt, dass ihm ein Bein amputiert werden musste. Für diesen Einsatz erhielt er als erster Feldgeistlicher das Eiserne Kreuz.

Nach Kriegsende kehrte er nach München zurück, wo er 1921 Präses der Marianischen Kongregation und Männerseelsorger wurde. Der geradlinige Jesuit wurde bald zum bekanntesten Seelsorger Münchens. Pater Mayer erkannte früh das herannahende Unheil des Nationalsozialismus – er hatte bereits 1923 erklärt, dass man nicht gleichzeitig Katholik und Nationalsozialist sein kann – und stand gleich nach der Machtübernahme 1933 unter Gestapo-Bewachung. Seine Predigten und öffentlichen Auftritte bewahrten zahllose katholische Männer davor, auf die Nazi-Ideologie hereinzufallen, brachten ihm aber Redeverbot, Verhaftung und eine sechsmonatige Haftstrafe ein.

Weil er immer noch keine Ruhe gab, die Staatsverbrecher im Falle seiner Liquidierung aber einen Aufstand befürchteten, wurde er 1939 ins KZ Sachsenhausen bei Oranienburg verbracht. Nach sieben Monaten Isolationshaft wurde er schwerkrank entlassen und mit hohen Auflagen wie Predigtverbot und Verbot öffentlicher Gottesdienste im Kloster Ettal interniert. Diesmal hielt er sich aus Rücksicht auf die Benediktinerpatres daran.

Bei Kriegsende kehrte er sofort ins zerbombte München zurück, nahm vor allem seine sozial-karitative Arbeit wieder auf und predigte Versöhnung statt Abrechnung. Doch die Kräfte des „15. Nothelfers“, wie man ihn bald nannte, waren aufgezehrt. Mitten in seiner Predigt am Allerheiligenfest 1945 erlag Pater Rupert Mayer in der Jesuitenkirche St. Michael einem Schlaganfall – er starb im Stehen.

Verehrung: Zuerst im Pullacher Ordensfriedhof bestattet, wurde Pater Rupert Mayer 1948 in die Unterkirche der Bürgersaalkirche umgebettet, wo die Münchner ihn tatsächlich als ihren „Apostel“ verehren und zu Dutzenden täglich von der Fußgängerzone aus besuchen. 1947 gab der Jesuit dem Nordschwabinger Pfadfinderstamm der DPSG den Namen. Papst Johannes Paul II. sprach ihn bei seinem Deutschlandbesuch 1987 selig.

 

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Martin von Porres, Ordensmann
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