PAUL JOSEF NARDINI

Priester, Ordensgründer
Namensdeutung: Paul: der Kleine (griech.), Josef: Gott hat hinzugefügt (hebr.)
Namenstage: Paul-Josef, Paul, Paulus, Paulinus, weibl.: Paula, Pauline, Josefa, Josefine
Gedenktag: 27. Januar

Lebensdaten: geboren am 21. Juli 1821 in Germersheim, gestorben am 27. Januar 1862 in Pirmasens

Lebensgeschichte: Paul Josef Lichtenberger kam als uneheliches Kind zur Welt und wurde in der Familie seiner Großtante großgezogen. Er bekam von seinem Pflegevater, dem Schuhmachermeister Joseph Anton Nardini, den Namen und eine gute Ausbildung dazu. Schon mit zwölf Jahren wollte er Priester werden. Gymnasium, Studium und Promotion in Theologie meisterte er mit Bravour.
1846 wurde er im Speyerer Dom zum Priester geweiht und wirkte als Stadtkaplan in Frankenthal, als Präfekt im Bischöflichen Konvikt und als Pfarrverweser von Geinsheim – jedoch nur für ein Jahr. Als er 1851 nach Pirmasens versetzt wurde, unterzeichneten rund 250 Frauen ein – vergebliches – Gesuch um den Verbleib ihres Seelsorgers, der das Glaubensleben der Geinsheimer in nur diesem einen Jahr erneuert hatte.
In Pirmasens erwarteten den jungen Pfarrer die Nöte einer frühindustriellen Arbeiterstadt: bittere Armut in sozialer, sittlicher und religiöser Hinsicht. Er erkannte sehr schnell die inneren Zusammenhänge dieser Nöte und handelte. Zum einen versuchte er, das religiöse Leben zu erneuern, indem er kirchliche Feste, feierliche Liturgie, Anbetung und Beichte belebte. Zum anderen versuchte er unermüdlich, durch Predigten und Katechesen das Glaubenswissen der Pirmasenser zu vertiefen. Und nicht zuletzt kümmerte er sich um die Armen, Kranken, Sterbenden und verwahrlosten Kinder, den vernachlässigten Randgruppen der damaligen Gesellschaft. Dass er das alles nicht allein schultern konnte, wurde ihm schnell klar.
Nachdem der Versuch gescheitert war, Niederbronner Schwestern aus dem Elsass in Pirmasens anzusiedeln, gründete er mit Barbara Schwarz und Juliane Michel, zwei Frauen, die er aus seiner Geinsheimer Zeit kannte, die „Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie“. Die Gemeinschaft sollte unter dem Schutz der Heiligen Familie selbst eine heilige Familie bilden und für die Heiligung der Familien wirken, denn „haben wir unsere Familien regeneriert, geheiligt im Geist der Heiligen Familie, dann geht ja alles, alles gut“, so Paul Josef Nardini.
Nardini selbst war dem Dritten Orden der Franziskaner beigetreten, der ihm Kraftquelle und geistliche Heimat war. Seine Spiritualität war geprägt von tiefer Gottesliebe, inniger Einheit mit Jesus Christus, selbstverständlicher Liebe zur Kirche und treuem Gehorsam zu seinem Bischof. Mit nur 40 Jahren erkrankte er an einer Lungenentzündung, die er sich bei einem Krankenbesuch zugezogen hatte, und starb kurz darauf am 27. Januar 1862.

Verehrung: Bei seinem Tod gehörten 200 Schwestern zu seiner Gemeinschaft, heute sind die nach ihrem Mutterhaus Mallersdorf bei Straubing Mallersdorfer Franziskanerinnen genannten Ordensschwestern mit ca. 2000 Schwestern in Niederlassungen in Süd- und Südwestdeutschland, Rumänien und Südafrika tätig. 2006 wurde Paul Josef Nardini von Kardinal Friedrich Wetter im Speyerer Dom seliggesprochen.

Ausspruch des sel. Paul Josef: „Liebe ist unser Leben. Liebe ist unsere Bestimmung. Liebe ist das einzige, was Gott von uns fordert, denn die Erfüllung aller Pflichten fließt aus ihr.“

 

Weitere Heilige des Tages:
Angela Meríci, Ordensgründerin
Julianus, Bischof