PAUL MIKI

Ordensmann, Märtyrer
Namensdeutung: der Geringe (lat.)
Namenstage: Paoro, Paul, Pablo, Paolo, Pál, Pavel, Pol, Poul, Pavo, weibl.: Paula, Paulina, Pauline
Gedenktag: 6. Februar

Lebensdaten: geboren 1568 bei Osaka, gestorben am 5. Februar 1597 in Nagasaki

Lebensgeschichte: Miki Paoro war der Sohn eines Kriegers und wurde im Alter von fünf Jahren gemeinsam mit seinen Eltern getauft. 1580 ging er auf Geheiß seines Vaters als erster Schüler auf das Seminar, das der italienische Jesuit Organtino Gnecchi Soldo in Azuchi am Biwa-See errichtet hatte und später nach Takatsuki verlegte. Mit 22 Jahren, nachdem sein Vater in einer Schlacht gefallen war, trat Miki Pauro ins eben erst gegründete Noviziat der Jesuiten ein.

Nach dem Ablegen der ersten Gelübde ging er zum Studium nach Amakusa und Nagasaki. Er erwies sich als begabter Katechet und wurde zu Glaubensgesprächen mit Nichtgläubigen hinzugezogen. Zu der Zeit bekannten sich etwa 200.000 Japaner zum Christentum.1592 wurde er Mitarbeiter des Provinzialsuperiors Pater Pedro Gomez in Osaka und hatte mit seiner Glaubensverkündigung Erfolg. Vermutlich wurde er in Ermangelung eines Bischofs nicht zum Priester geweiht.

1596 verschärfte der Reichseiniger Toyotomi Hideyoshi seinen ausländerfeindlichen Kurs und ließ Missionare verhaften, die ihm als Speerspitze einer feindlichen Eroberung galten. Am 9. Dezember 1596 traf es die Niederlassung in Osaka. Paul Miki wurde als Japaner fortgejagt, doch er beharrte auf seiner Zugehörigkeit zu den Jesuiten. In Kyoto wurden Miki und weitere Jesuiten, Franziskaner sowie Laien zum Tod verurteilt, am linken Ohr verstümmelt und in einem wochenlangen Marsch nach Nagasaki geführt.

Am 5. Februar 1597 konnte Miki noch seine ewigen Gelübde ablegen. Dann wurden alle auf dem Tateyama-Hügel auf japanische Art gekreuzigt: Hände und Hals mit Eisenklammern befestigt, die Beine gespreizt, den Brustkorb auf jeder Seite von der untersten Rippe bis zur Schulter von einer Lanze durchstoßen.

Verehrung: Paul Miki und seine Gefährten wurden 1627 selig- und 1862 heiliggesprochen, nachdem das katholische Bekenntnis in Japan wieder zugelassen worden war. 1864 wurde den 26 heiligen Märtyrern Japans in Nagasaki eine Basilika errichtet.

Mitpatron: von Japan

 

Weitere Heilige des Tages:
Dorothea, Märtyrin
Maria Theresia Bonzel, Ordensgründerin
Xenia, Pilgerin