PETER VON LUXEMBURG

Bischof
Namensdeutung: der Fels (lat.)
Namenstage: Petrus, Peter, Pier, Pierre, Pietro, Pedro, Pit, Pere, weibl.: Petra, Pierrette
Gedenktag: 2. Juli

Lebensdaten: geboren am 20. Juli 1369 in Ligny-en-Barrois, gestorben am 2. Juli 1387 in Villeneuve-lès-Avignon

Lebensgeschichte: Pierre war der Sohn des Grafen von Luxemburg und über seine Mutter ein Vetter des französischen Königs Karl VI. des Wahnsinnigen. Er wurde an der Domschule und am Collège de Navarre in Paris ausgebildet, musste aber 1380 sein Studium neun Monate lang als Geisel für seinen älteren Bruder Valéran in Calais unterbrechen – Frankreich befand sich ja im Hundertjährigen Krieg gegen die Engländer.

1384 ernannte ihn Gegenpapst Clemens VII. aufgrund der Erbrechte seiner Familie zum Bischof von Metz und machte ihn zum römischen Kardinaldiakon. Peter zog nach Empfang der Diakonenweihe auf einem Esel in sein Bistum ein, wie es seiner Bescheidenheit und dem Bewusstsein entsprach, mit gerade einmal 15 Jahren denkbar ungeeignet für dieses Amt zu sein. Tatsächlich revoltierte die Bürgerschaft gegen seine Bestellung, zumal Kaiser Wenzel IV., der Papst Urban VI. unterstützte, einen Gegenkandidaten aufgestellt hatte. Selbst der robuste Militäreinsatz seines Bruders Valéran konnte nicht verhindern, dass Peter sich zurückzog, die Verwaltung der Diözese dem Straßburger Bischof übertrug und einer Einladung von Clemens VII. nach Avignon folgte, wo die Päpste seit 1309 residierten.

1386 zum Kardinal erhoben, konnte sich Peter mit dem luxuriösen Leben am Hof von Avignon nicht anfreunden. Er übersiedelte ins benachbarte Villeneuve, wo er fastete und sich Bußübungen unterwarf, die seine Gesundheit ruinierten. Gleichzeitig rief das Bild des asketischen, almosenverteilenden Kardinals, dem Christus in ekstatischen Visionen erschien, die Verehrung der Menschen hervor.

Als er am 2. Juli 1387 starb und nach seinem Willen im Armengrab von Avignon beerdigt wurde, kam es zu tumultartigen Szenen und hundertfach berichteten Wundern.

Verehrung/Brauchtum: Über Peters Grab wurde bereits 1389 eine Kapelle und bald ein Kloster für die Betreuung der Pilger zu seinem „Heiligen Leib“ errichtet. 1432 wählte ihn Avignon zum Stadtpatron und ehrte ihn bis Ende des 18. Jahrhunderts mit einem Feiertag und einer großen Prozession. Infolge seiner Rolle im Großen Abendländischen Schisma wurde Peter erst 1527 selig-, aber nie heiliggesprochen. Nach der Französischen Revolution kamen seine Reliquien in die Kirche St. Didier in Avignon.

Darstellung: als jugendlicher Kardinal mit Mitra, manchmal mit Tonsur, Nimbus oder dem Wappen von Luxemburg

Patron: von Avignon und Châteauneuf-du-Pape

   

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