PETRUS FABER

Ordenspriester
Namensdeutung: der Fels (lat.-griech.)
Namenstage: Petrus, Peter, Pier, Pierre, Pietro, Pedro, Pit, Pere, weibl.: Petra, Pierrette
Gedenktag: 1. August

Lebensdaten: geboren am 13. April 1506 in Le Villaret, einem Berggehöft bei Annecy, Obersavoyen, gestorben am 1. August 1546 in Rom

Lebensgeschichte: Pierre Favre kam in einer kinderreichen und tieffrommen Berghirtenfamilie zur Welt. Vater und Mutter hatten Verwandte in der nahen Kartause von Reposoir, die ihm den Lateinschulbesuch bei Genf und schließlich das Universitätsstudium in Paris ermöglichten. 1525 zog er ins humanistisch geprägte Kolleg Sainte-Barbe, sein Zimmergenosse war Franz Xaver.

1529 kam Ignatius von Loyola hinzu. Pierre wurde Repetitor des 34jährigen Studienanfängers, im Gegenzug empfing er von Ignatius dauerhafte geistliche Impulse und wandte sich dem Priestertum zu. Vor seiner Priesterweihe 1534 erteilte ihm Ignatius seine Geistlichen Übungen (Exerzitien). An Mariä Himmelfahrt desselben Jahres legte er mit Ignatius, Franz Xaver und weiteren vier Gefährten auf dem Montmartre die Gelübde ab, die zur Gründung des Jesuitenordens führten.

Nach der Anerkennung der „Gesellschaft Jesu“ 1540 wurde Faber eineinhalb Jahre in Parma eingesetzt, wo er Ignatianische Exerzitien gab und an der Reform einiger Konvente und Klöster mitwirkte. Darauf zu den Wormser und Regensburger Religionsgesprächen mit den Protestanten entsandt, begriff er als Erster die moralische und intellektuelle Herausforderung sowie das gefährliche Desinteresse Roms. Seine Briefe an Ignatius waren wegweisend für die weitere Ausrichtung des Ordens.

Nach einem kurzen Aufenthalt in seiner Heimat und einer Reise im Ordensauftrag durch Spanien kehrte Faber nach Deutschland zurück und wirkte als Exerzitiengeber in Speyer und Mainz, wo er Petrus Canisius für die Gesellschaft Jesu gewann. 1544 gründete er mit Hilfe der sein Leben lang und europaweit mit ihm verbundenen Kartäuser das Kölner Jesuitenkolleg – die erste Ordensniederlassung auf deutschem Boden.

1545 führte ihn ein päpstlicher Auftrag nach Portugal. Auf der Rückreise durch Spanien gründete er die Ordensniederlassungen in Valladolid und Alcalá. Zurück in Rom, wo er sich als päpstlicher Gesandter auf das Konzil von Trient vorbereiten sollte, verstarb Faber an Erschöpfung – der Überlieferung nach in den Armen Ignatius’.

Verehrung: Petrus Faber ruht in der Ordenskirche Il Gesù in Rom und wurde 1872 seliggesprochen. Am 17. Dezember 2013 – seinem eigenen Geburtstag – sprach ihn Papst Franziskus per Dekret heilig.

 

Weitere Heilige des Tages:
Alfons Maria von Liguori, Ordensgründer, Bischof, Kirchenlehrer
Ulrich von Ursberg, Propst