PETRUS MARTYR

Ordenspriester, Märtyrer
Namensdeutung: der Fels (lat.-griech.)
Namenstage: Petrus, Peter, Pier, Pierre, Pietro, Pedro, Pit, Pere, weibl.: Petra, Pierrette
Gedenktag: 29. April

Lebensdaten: geboren um 1205 in Verona, gestorben am 6. April 1252 in Seveso bei Mailand

Lebensgeschichte: Pietro kam in einer Veroneser Familie zur Welt, die offenbar Sympathien für die Katharerbewegung hegte. Nichtsdestotrotz schloss er sich als 15jähriger Student an der Universität Bologna dem Predigerorden des heiligen Dominikus an und wirkte ab etwa 1230 erfolgreich gegen die Irrlehrer in seiner Heimat. Papst Gregor IX. ernannte ihn 1234 zum Generalinquisitor für ganz Norditalien, und Pietro dehnte seinen Einsatzbereich über Florenz, Bologna, Genua und Como bis nach Rom aus. 1243 empfahl er dem Papst, die Errichtung des Servitenordens zu genehmigen. 1251 setzte ihn Papst Innozenz IV. als Inquisitor für die Lombardei ein. Im einzigen Schriftstück, das seine sechsmonatige Gerichtsbarkeit dokumentiert, übte er Milde denen gegenüber aus, die bekannten, der Irrlehre aufgesessen zu sein.

Pietros kraftvolle Predigten nicht nur gegen die Katharer, sondern auch gegen die Heuchler, die anders handelten, als sie mit den Lippen bekannten, zogen Scharen von Menschen an und führten zu zahlreichen Bekehrungen – auch unter Katharern, die sich mit der Kirche aussöhnten. Deswegen dang eine Gruppe Mailänder Katharer einen Auftragsmörder namens Carino von Balsamo, der Pietro am 6. April 1252 gemeinsam mit einem Komplizen namens Manfredo Clitoro von Giussano auflauerte. Carino traf Pietro mit einem Axthieb am Kopf und machte sich an die Verfolgung seines Begleiters Domenico. Pietro richtete sich währenddessen auf die Knie auf und sagte im Sterben das Credo auf – der Legende nach schrieb er die Anfangsworte des Glaubensbekenntnisses mit seinem Blut auf die Erde. Sein Begleiter erlag fünf Tage später seinen Verletzungen.

Verehrung: Pietros Leichnam wurde in der Mailänder Kirche Sant’Eustorgio bestattet, wo ihm ein Mausoleum errichtet wurde, das im 18. Jahrhundert in die Portinari-Kapelle der Kirche versetzt wurde. Papst Innozent IV. sprach ihn in der schnellsten päpstlichen Kanonisation aller Zeiten bereits elf Monate nach seinem Tod heilig. Im Dominikanerorden wird des Heiligen am 4. Juni gedacht. Die Veroneser Kirche Santa Maria Antiqua ist unter anderem ihm geweiht.

Pietros Mörder Carino bekehrte sich späterhin, bekannte sich zu der Tat und wurde Laienbruder im Dominikanerkonvent von Forlì. Dort wird er heute als Seliger verehrt.

Darstellung: im Dominikanerhabit mit Finger vor dem Mund, aufgeschlagenem Buch mit dem Credo, Märtyrerpalme und mit Beil, Sichel oder Schlachtermesser im Kopf

Patron: der Dominikaner, von Como und Cremona, der Lombardei und Modena, der Wöchnerinnen, der Kölner Bierbrauer, gegen Kopfschmerzen

 

Weitere Heilige des Tages:
Katharina von Siena, Ordensfrau, Mystikerin, Kirchenlehrerin
Robert von Brügge, Abt
Roswitha, Äbtissin