PHILIPP JENINGEN

Ordenspriester, Volksmissionar
Namensdeutung: Pferdefreund (griech.)
Namenstage: Philipp, Philippe, Phil, Filippo, Felipe, weibl.: Philippa, Philippine, Phillis
Gedenktag: 8. Februar

Lebensdaten: geboren am 5. Januar 1642 in Eichstätt, gestorben am 8. Februar 1704 in Ellwangen (Ostalbkreis)

Lebensgeschichte: Philipp Jeningen war das vierte von elf Kindern eines Eichstätter Goldschmieds und zeitweiligen Bürgermeisters und besuchte ab 1651 das Gymnasium am heimischen Jesuitenkolleg. Er gehörte ab 1654 der Marianischen Kongregation an und wollte sich bereits während der Schulzeit der Gesellschaft Jesu anschließen, doch sein Vater versagte ihm die Zustimmung. Jeningen studierte ab 1659 Philosophie an der bayerischen Landesuniversität in Ingolstadt, wo zahlreiche Jesuiten lehrten, und trat 1663 – nachdem der von einer schweren Krankheit genesene Vater endlich seine Zustimmung erteilt hatte – in das Landsberger Noviziat des Jesuitenordens ein. Nach dem zweijährigen Noviziat kehrte Jeningen zum Theologiestudium nach Ingolstadt zurück und wurde 1672 in Eichstätt zum Priester geweiht. Nach dem Tertiat in Altötting und Einsätzen als Lehrer für Griechisch, Latein und Religion in den Kollegien von Mindelheim und Dillingen band er sich 1677 durch die Ewige Profess endgültig an den Orden.

Von Dillingen aus wurde Jeningen 1680 von seinen Ordensoberen nach Ellwangen versetzt, um eine Marienkapelle mit kleiner Wallfahrt zu betreuen. Seinem bis 1701 in über 20 Briefen an den Generalsuperior vorgetragenen Wunsch, als Glaubensbote nach Indien entsandt zu werden, folgte regelmäßig die Antwort, Deutschland sei sein Missionsland. Sehr bald nach seiner Ankunft in Ellwangen stieg die Anzahl der Pilger deutlich, und nachdem, wie es heißt, ein Jahr später die Stadt auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria vor einer Feuersbrunst infolge eines Blitzeinschlags bewahrt worden war, entstand durch Pater Jeningen und den Ellwanger Fürstpropst Johann Christoph Adelmann von Adelmannsfelden über der Kapelle die für die Rekatholisierung des nordöstlichen Schwaben bedeutende Marienwallfahrtskirche auf dem Schönenberg.

Gleichzeitig unternahm Jeningen gleich nach seiner Ankunft in Ellwangen missionarische „Spaziergänge“. 1680 besuchte er das nahegelegene Röhlingen und zog in der Folge, manchmal in Begleitung eines Laienbruders, auf fünf großen Missionsreisen auf dem Gebiet der Bistümer Augsburg, Konstanz, Eichstätt und Würzburg von Dorf zu Dorf, um das brachliegende religiös-sittliche Leben aufzurichten und die katholische Glaubenspraxis wieder einzupflanzen. Er legte dabei keinen großen Wert auf rhetorische Überzeugungskraft, sondern bezeugte mit einfachen Worten sein unerschütterliches Vertrauen in die göttliche Vorsehung und steckte viele mit seiner eucharistischen und marianischen Frömmigkeit an. Mit seiner asketischen Lebensweise – er schlief auf dem nackten Boden und gönnte sich nur winters einen Strohsack – und seinem liebenswürdigen und humorvollen Umgang erwarb er sich Hochachtung und machte sich bei allen Volksschichten und besonders bei den Kindern beliebt.

Seinem Tagebuch zufolge machte Jeningen bemerkenswerte mystische Erfahrungen. Er genoss besonders wegen seiner Gabe der Heilung und der Vorhersage eintretender Ereignisse bereits zu Lebzeiten den Ruf, ein Heiliger zu sein, und hieß in der Bevölkerung immer nur der „gute Pater Philipp“. Jeningen starb hochverehrt am 8. Februar 1704 in Ellwangen.

Verehrung: Philipp Jeningen wurde im Kreuzgang der Ellwanger Stiftskirche St. Vitus bestattet und ruht seit 1953 in ihrer Marienkapelle, wo ihn die Bevölkerung häufig mit ihrem Dank und ihren Bitten aufsucht. Der 1920 eingeleitete Seligsprechungsprozess für Pater Philipp kam 1989 mit der Feststellung seines heroischen Tugendgrads zum Abschluss. Papst Franziskus erkannte am 19. Juni 2021 ein seiner Fürsprache zugeschriebenes Wunder an, so dass seine Seligsprechung bald bevorsteht.

Darstellung: in Soutane mit Kruzifix oder Reisestab

 

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