PIERRE FOURIER

Ordenspriester, Ordensgründer
Namensdeutung: der Fels (lat.-griech.)
Namenstage: Pierre, Petrus, Peter, Pier, Pietro, Pedro, Pit, Pere, weibl.: Petra, Pierrette
Gedenktag: 9. Dezember

Lebensdaten: geboren am 30. November 1564 oder 1565 in Mirecourt (Vogesen), gestorben am 9. Dezember 1640 in Gray (Bourgogne-Franche-Comté)

Lebensgeschichte: Pierre Fourier war der Sohn eines Tuchhändlers und besuchte das Jesuitenkolleg von Pont-à-Mousson, das der Herzog von Lothringen zur Gegenreformation und zur Durchsetzung der Trienter Konzilsdekrete gegründet hatte. Mit 20 Jahren trat er in das Augustiner-Chorherrenstift Chaumousey ein und wurde 1589 zum Ordenspriester geweiht. Das Studium der Theologie und der Rechte führten ihn für sieben Jahre wieder nach Pont-à-Mousson; im Anschluss kehrte er in sein Stift zurück und verwaltete als Prokurator die Pfarrei des Ortes.

1597 wurde er auf eigenen Wunsch Pfarrvikar des Dorfes Mattaincourt, das zwar religiös etwas vernachlässigt war, in dem sich aber entgegen der Legende überhaupt keine Protestanten fanden. Mit administrativen Vollmachten wie der niederen Gerichtsbarkeit und der Schulaufsicht betraut, knüpfte er ein soziales Netz für die Einwohner und richtete für sie eine Darlehenskasse sowie eine Volksküche ein.

Die Einrichtung einer Freischule für Buben misslang – durch ihn hatte Alix Le Clerc allerdings die Eingebung zur Gründung der späteren Kongregation der Augustiner-Chorfrauen Unserer Lieben Frau mit dem zusätzlichen Gelübde der Mädchenerziehung. Auf Pierre Fourier gehen die systematischen Unterrichtsmethoden dieses Lehrordens durch Klassen und Lehrbücher sowie die Einführung der schwarzen Schultafel zurück.

1623 wurde er mit der Reform seines Ordens betraut, der das gemeinsame Leben weithin aufgegeben hatte, und gründete für das Herzogtum Lothringen die bald blühende Kongregation der Augustiner-Chorherren von Unserem Heiland, die bis zur Französischen Revolution bestand.

Als sich das Frankreich Kardinal Richelieus in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges Lothringens bemächtigte, wurde Pierre Fourier 1636 als Parteigänger der Herzogsfamilie – sein Vater hatte in zweiter Ehe die Amme der Herzogin geheiratet und war 1591 geadelt worden, Fourier selbst stand mit den Fürsten in Korrespondenz – ins Exil in die Franche-Comté gezwungen, die zu Spanien gehörte. Dort starb er mit 75 Jahren.

Verehrung: Pierre Fourier wurde in der heutigen Basilika Notre-Dame von Gray bestattet, wo sein Herz noch heute aufbewahrt wird. Nach seiner Seligsprechung 1730 wurden seine Gebeine in die heutige Basilika Saint-Pierre-Fourier von Mattaincourt übertragen. 1897 wurde er heiliggesprochen. Seit 2010 wird eine seiner Reliquien in der Trierer Welschnonnenkirche verehrt. Pierre Fourier ist einer der beliebtesten Heiligen Lothringens.

Darstellung: als Priester im Chorrock mit Buch und seinem Wahlspruch „Allen nützlich sein – niemandem schaden“

 

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