PIERRE-JULIEN EYMARD

Priester, Ordensgründer
Namensdeutung: der Fels (griech.-lat.) – aus dem Geschlecht der Julier (lat.)
Namenstage: Pierre, Petrus, Peter, Pier, Pietro, Pedro, Pit, Pere, weibl.: Petra, Pierrette – Julien, Julian, Julio, Julius, Giuliano, weibl.: Juliana, Julie, Juliette, Julienne, Giuliana
Gedenktag: 2. August

Lebensdaten: geboren am 4. Februar 1811 in La Mure d’Isère bei Grenoble, gestorben am 1. August 1868 ebendort

Lebensgeschichte: Pierre-Julien kam in einer tieffrommen Handwerkerfamilie zur Welt und zeigte früh schon eine große Andacht zum Allerheiligsten Sakrament des Altares. 1823, als Erstkommunikant, stand sein Entschluss bereits fest: Priester zu werden. Der Vater, der einen kleinen Handel mit Olivenöl betrieb, wollte davon nichts wissen, doch als er entdeckte, dass sein Sohn heimlich Latein studierte und, sooft er nur konnte, das Marienheiligtum Notre-Dame du Laus besuchte, ließ er ihn 1828 zu den Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria nach Marseille ziehen. Pierre-Julien verließ das Noviziat jedoch aus gesundheitlichen Gründen wieder und trat 1831, nach dem Tod des Vaters, ins Priesterseminar von Grenoble ein. 1834 zum Priester geweiht und in der Diözese eingesetzt, arbeitete er unablässig an seiner spirituellen und intellektuellen Reifung, überwand die jansenistischen Anwandlungen einer entsagenden, schmerzzentrierten Kreuzesnachfolge – und gewann mit der Verkündigung von Gottes unermesslicher Liebe die Herzen seiner Pfarrkinder. Sein Bischof ließ ihn ungern gehen, doch den erfolgreichen Seelsorger zog es zum Ordensleben: 1839 begann Eymard sein Noviziat bei den Maristen in Lyon, legte ein Jahr später seine Gelübde ab und wurde vom Ordensgründer und Generalsuperior Jean-Claude Colin zur Assistenz der Ordensleitung hinzugezogen. Schwerpunktmäßig mit Exerzitien und Einkehrtagen sowie dem Ausbau des Maristen-Drittordens betraut, erfuhr P. Eymard besondere Gnaden, die ihn zur Gründung einer eigenen Kongregation zum eucharistischen Apostolat und zur entsühnenden Anbetung des Altarsakraments – und zur Entfremdung von den Maristen führte. 1856 rief er mit Genehmigung des Pariser Erzbischofs und mit nur vier Gefährten die Kongregation vom Allerheiligsten Sakrament, auch Eucharistiner genannt, ins Leben – ausgerechnet in der Rue d’Enfer (Höllenstraße, heute 88 avenue Denfert-Rochereau im 14. Arrondissement). Trotz anfänglich vollständiger Mittellosigkeit vermehrte sich die Kongregation um etliche Mitglieder: junge Erwachsene, die Eymard und seine Ordensbrüder auf die Erstkommunion vorbereitet hatten, darunter zahlreiche Frauen, die sich 1858 zum weiblichen Ordenszweig der Dienerinnen des Allerheiligsten Altarsakraments zusammenschlossen. 1863 anerkannt, blühte der Orden, trotz der vielen Rückschläge, die P. Eymard nicht nur geduldig ertrug, sondern aus denen er noch größere geistliche Kraft schöpfte. Völlig ausgezehrt erlag er am 1. August 1868 einem Hirnschlag in seinem Elternhaus, wohin sich der 57jährige zur Erholung zurückgezogen hatte.

Verehrung: 1898 wurde Eymards Seligsprechungsprozess eingeleitet und 1925 feierlich zu Ende gebracht. Seine Heiligsprechung erfolgte 1962.

 

Weitere Heilige des Tages:

Eusebius von Vercelli, Bischof
Gerhard Hirschfelder, Priester, Märtyrer