RAFAEL ARNÁIZ BARÓN

Ordensmann, Mystiker
Namensdeutung: Gott hat geheilt (hebr.)
Namenstage: Rafael, Raphael, Raffaele, Raffaello, Rafał, Rapolas, weibl.: Raphaela, Rafaele
Gedenktag: 26. April

Lebensdaten: geboren am 9. April 1911 in Burgos, gestorben am 26. April 1938 in Palencia

Lebensgeschichte: Rafael Arturo Alvaro José de la Inmaculada Concepción y San Luis Gonzaga Arnáiz Barón war das älteste von vier Kindern einer gutsituierten, künstlerisch veranlagten und tieffrommen Familie. Er besuchte das Jesuitenkolleg seiner Heimatstadt und trat der Marianischen Kongregation bei, erkrankte jedoch schwer und musste ein ganzes Jahr der Schule fernbleiben. Zum Dank für seine Genesung unternahm sein Vater mit ihm eine Wallfahrt zur Jungfrau vom Pilar in Saragossa.

Nach dem Umzug der Familie wechselte Rafael auf das Jesuitenkolleg in Oviedo, wo er mit der Malerei begann und 1929 sein Abitur ablegte. Er nahm in Madrid das Architekturstudium auf und besuchte in seiner Freizeit seinen Onkel mütterlicherseits, Herzog Leopold von Maqueda, durch den er 1930 das Trappistenkloster San Isidro de Dueñas in Palencia kennenlernte. Nach wiederholten Besuchen und Exerzitien im Kloster entschloss sich Rafael zum Ordenseintritt, der Anfang 1934 nach seinem Militärdienst erfolgte.

Bruder María Rafael war jedoch dem strengen Klosterleben nicht gewachsen und erkrankte an Diabetes. Weil er deswegen die Ordensregel nicht einhalten konnte, sondern auch nach Hause zu seinen Eltern zurückkehren musste, durfte er die Gelübde nicht ablegen. Er kehrte als Oblate ins Kloster zurück, musste es 1936 für drei Monate wieder verlassen, weil er bis zum Erweis seiner Untauglichkeit im Spanischen Bürgerkrieg diente, und verbrachte fast das ganze Jahr 1937 krank bei seiner Familie.

Wieder ins Kloster zurückgekehrt, legte ihm sein Abt am Ostersonntag 1938 symbolisch das schwarze Skapulier und die weiße Kukulle an, das Gewand der Trappisten, in dem Rafael gerne sterben wollte. Kurz nach einem letzten Besuch seines Vaters fiel Rafael ins Koma und verstarb am 26. April im Ruf der Heiligkeit, kaum 27 Jahre alt.

Seiner Briefe, Notizen und Tagebuchaufzeichnungen wegen, in denen tiefe, kindliche Gottesliebe und ein unerschütterlicher Wille zur Kreuzesnachfolge aufscheinen, gilt Rafael Arnáiz Barón als Mystiker.

Verehrung: Rafael wurde zunächst auf dem Klosterfriedhof begraben, 1965 in ein Grab im Westflügel des Kreuzgangs umgebettet und liegt seit 1972 in einer Kapelle der Abteikirche. Der 1960 eingeleitete Seligsprechungsprozess kam 1992 feierlich zum Abschluss, im Oktober 2009 erfolgte seine Heiligsprechung.

 

Weitere Heilige des Tages:
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Trudpert, Glaubensbote, Einsiedler, Märtyrer