RAIMUND NONNATUS

Ordenspriester
Namensdeutung: Rat und Schutz (germ.-althochdt.)
Namenstage: Raimund, Raymund, Raymond, Ray, Ramón, weibl.: Raimunda, Ramona
Gedenktag: 31. August

Lebensdaten: geboren um 1202 bei Lleida, gestorben am 31. August 1240 bei Barcelona

Lebensgeschichte: Ramóns Beiname „non natus – nicht geboren“ verweist auf die Umstände seiner Geburt. Sein Vater, Graf Arnau de Cardona, hatte ihn aus dem Leib seiner toten Mutter geschnitten. Anstatt dem Willen seines Vaters zu folgen und an den Hof des Königs von Aragon zu gehen, trat der große Marienverehrer in den erst kurz zuvor gegründeten Mercedarierorden zum Loskauf der Gefangenen ein. Petrus Nolascus kleidete ihn bei der Priesterweihe 1222 persönlich ein.
Ab 1224 reiste Raimund ins von Mauren beherrschte Südspanien und nach Nordafrika, wo er Hunderte von christlichen Sklaven freikaufte. Dem vierten Ordensgelübde entsprechend bot er sich den Mauren als Geisel im Tausch an und geriet im heutigen Algerien in monatelange Kerkerhaft. Weil er aber darin nicht nur seinen Mitchristen Trost zusprach, sondern anfing, Berber und Mauren zum Glauben an Jesus Christus zu bekehren, wurden ihm die Lippen durchbohrt und verschlossen. Anstatt ihn zu pfählen, ließen ihn die Mauren jedoch gegen eine hohe Lösegeldzahlung seines Ordens wieder frei. Raimund weigerte sich zunächst, in die Heimat zurückzukehren, weil noch so viele Christen als Sklaven gehalten wurden, fügte sich aber schließlich dem ausdrücklichen Befehl seines Oberen Petrus Nolascus, der ihn als seinen Nachfolger in der Ordensleitung vorgesehen hatte.
1239 nach Barcelona zurückgekehrt, berief ihn Papst Gregor IX. als Ratgeber nach Rom, doch die Reise wurde nach wenigen Stunden abgebrochen, weil Raimund einen Fieberanfall erlitt. Er starb am 31. August 1240 auf dem Burghügel von Cardona unweit von Barcelona.

Verehrung: Raimund wurde in der Nikolauskapelle seines Heimatorts Portell bestattet, aus der 1675 das Kloster Sant Ramon de Portell entstand. Gemeinsam mit Petrus Nolascus wurde er 1628 selig- und 1657 heiliggesprochen. Sein Grab wurde im Spanischen Bürgerkrieg zerstört, seine geborgenen Reliquien wurden 2007 entwendet.

Patron: der Hebammen und der unschuldig Angeklagten, für eine glückliche Entbindung, gegen Kindbettfieber

Darstellung: im weiß-roten Ordenshabit mit Märtyrerpalme oder Monstranz

 

Weitere Heilige des Tages:

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Marcello Candia, Wohltäter
Paulinus von Trier, Bischof