RICHARD HENKES

Ordenspriester, Glaubenszeuge
Namensdeutung: der Reiche und Starke (althochdeutsch)
Namenstage: Richard, Rick, Dick, Riccardo, Rico, Richie, weibl.: Ricarda
Gedenktag: 22. Februar

Lebensdaten: geboren am 26. Mai 1900 in Ruppach bei Montabaur, gestorben am 22. Februar 1945 im KZ Dachau

Lebensgeschichte: Richard Henkes war Schüler des Studienheims der Pallottiner in Vallendar und wurde 1925 in Limburg zum Ordenspriester geweiht. Er wirkte als Lehrer an den Ordensschulen in Schönstatt und Alpen und wurde 1931 nach Oberschlesien versetzt, wo er dem Zugriff der Nazis auf die Schulen und die Jugend entgegentrat. Wegen regimekritischer Predigten wurde ihm 1938 ein Prozess gemacht, der aber aufgrund einer Amnestie nicht zu Ende geführt wurde. Zu seinem Schutz nahm ihn der Orden aus der Schule, und er wurde Jugendseelsorger und Exerzitienmeister in Branitz, schließlich Pfarradministrator in Strandorf im Hultschiner Ländchen. Bei seinen Predigten in den großen Kirchen Oberschlesiens und auf dem Annaberg hatte er Tausende von Zuhörern – und auch Gestapo-Spitzel.
Am 12. März 1943 sagte Pater Henkes in einer Predigt: „Man braucht heute keine intelligenten Menschen mehr, sondern den Herdenmenschen, den Hammel. Am liebsten hätte man für ihn eine Uniform. Im dritten Jahrhundert haben die Leute für ihren christlichen Glauben gekämpft, haben alles hergegeben, haben ihre Existenz aufs Spiel gesetzt, ihre Kinder, ihre Familie, sogar ihr Leben. So wird das auch wieder werden. Wir haben heute bei der Erziehung unserer Kinder in den Schulen nichts mehr zu sagen. Wir haben draußen nichts mehr zu sagen, und wir haben bald auch hier nichts mehr zu sagen. Wenn ich in meiner Heimat am Rhein hinausziehe, sieht man Kirchen, die nach römischen Legionsführern benannt sind. Die Männer waren so treu, dass man die Kirche nach ihrem Namen benannte. Ich möchte heute den katholischen Offizier sehen, der so treu ist, dass man auf seinen Namen eine Kirche bauen könnte.“.
Wegen dieser Predigt kam er am 9. April 1943 ins Gefängnis von Ratibor, von wo aus er am 10. Juli ins KZ Dachau überführt wurde. Zusammen mit dem späteren Prager Erzbischof und Kardinal Josef Beran, von dem er etwas Tschechisch lernte, leitete er im Zugangsblock die Kantine. Als im Februar 1945 eine Typhusepidemie im KZ ausbrach, meldete sich Henkes freiwillig zur Pflege vor allem typhuskranker Tschechen und ließ sich mit ihnen einschließen. Er wurde dabei selber infiziert und starb.

Verehrung: 1985 ersuchten die ehemaligen Priester-Häftlinge des KZ Dachau den Limburger Bischof Franz Kamphaus um die Eröffnung eines Seligsprechungsprozesses, die 2003 mit Unterstützung der tschechischen Bischofskonferenz erfolgte.

 

Weitere Heilige und Feste des Tages:

Kathedra Petri
Isabelle von Frankreich, Gründerin
Margareta von Cortona, Mystikerin