ROBERT BELLARMIN

Ordenspriester, Bischof, Kirchenlehrer
Namensdeutung: der ruhmreich Glänzende (normannisch-germanisch)
Namenstage: Robert, Roberto, Robby, Robin, Robbie, Bob, Bobby, Bert, weibl.: Roberta
Gedenktag: 17. September

Lebensdaten: geboren am 4. Oktober 1542 in Montepulciano, gestorben am 17. September 1621 in Rom

Lebensgeschichte: Roberto Francesco Romolo Bellarmino kam in einer verarmten Adelsfamilie zur Welt; seine Mutter, eine Schwester von Papst Marcellus II., ließ ihn am neugegründeten Jesuitenkolleg von Montepulciano ausbilden, und 1560 trat Robert selber der Gesellschaft Jesu bei. Der Orden schickte den Hochbegabten zum philosophisch-theologischen Studium nach Rom und Padua, wo Robert tief von den Werken Thomas’ von Aquins geprägt wurde. Seine Ausbildung beschloss er im flandrischen Löwen, wo er sich gründlich mit den reformatorischen Schriften und Lehren auseinandersetzte und 1570, nach seiner Priesterweihe, als erster Jesuit eine Professorenstelle bekleidete. Bellarmin begründete mit seinen vielbesuchten Vorlesungen gleich ein neues theologisches Fach: die Kontroverstheologie, die er ab 1576 in Rom lehrte und mit der er zum akademischen Hauptgegner der reformatorischen Theologen wurde. Sein Hauptwerk, die Disputationen über die Kontroversen des christlichen Glaubens, wurde bis zu seinem Tod zwanzigmal neuaufgelegt und in ganz Europa gelesen. Der kränkliche und dabei asketische Gelehrte wurde von Päpsten als Berater berufen, wegen seines Freimuts auch der kirchlichen Autorität gegenüber wieder weggeschickt und wieder zurückgeholt, weil sein theologisches Urteil unentbehrlich war. 1599 zur Annahme des Kardinalshuts gezwungen, spielte er eine maßgebliche Rolle in den Inquisitionsprozessen um Giordano Bruno und Galileo Galilei, wobei sich der liebenswürdige und auf Ausgleich bedachte „Jesuit in Rot“ selbst nach heutigen Maßstäben untadelig verhielt. 1602 zum Erzbischof von Capua ernannt und geweiht, setzte er dort die Beschlüsse des Konzils von Trient durch und erwarb sich mit seinem Weitblick und sozialen Maßnahmen die Achtung und die Liebe der ganzen Diözese – die er 1605 ungern wieder verlassen musste, um an der Kurie weiterzuwirken. Robert Bellarmin, dessen eigene Wahl zum Papst am Veto Spaniens scheiterte, übernahm im Alter noch für einige Jahre das Bischofsamt in Montepulciano, zog sich ins Ordenshaus in Sant’Andrea al Quirinale zurück und wurde nach seinem Tod in der Jesuitenkirche Il Gesù beigesetzt.

Verehrung: Der 1627 eingeleitete Seligsprechungsprozess kam nicht zum Abschluss, so lange die innerkirchlichen Auseinandersetzungen um die Gnadenlehre noch tobten, an denen Bellarmin teilgenommen hatte; dann wurde der Prozess aus Rücksichtnahme auf Frankreich verschleppt, wo Bellarmin so eindrucksvoll die päpstliche Autorität unterstrichen hatte. Erst Papst Pius XI. sprach ihn 1923 selig. Seitdem ruht er in einem gläsernen Reliquienschrein in der Kirche Sant’Ignazio, unweit des Grabes seines Schützlings Aloysius Gonzaga – wie es seinem Wunsch entspricht. Pius XI. sprach ihn 1930 auch heilig und erhob ihn im Folgejahr zum Kirchenlehrer.

Darstellung: als Kardinal am Schreibtisch mit Feder in der Hand, oder ein großes Tischkreuz verehrend

Patron: der Katecheten und Katechumenen, der Päpstlichen Universität Gregoriana, des Erzbistums Cincinnati, Mitpatron des Erzbistums Capua

 

Weitere Heilige des Tages:

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Hildegard von Bingen, Äbtissin, Mystikerin, Kirchenlehrerin