ROBERT SPISKE

Priester, Ordensgründer
Namensdeutung: der ruhmreich Glänzende (normannisch-germanisch)
Namenstage: Robert, Roberto, Robby, Robin, Robbie, Bob, Bobby, Bert, weibl.: Roberta
Gedenktag: 5. März

Lebensdaten: geboren am 29. Januar 1821 in Lissa (heute Leśnica), gestorben am 5. März 1888 in Breslau (heute Wrocław)

Lebensgeschichte: Robert Spiske war der Sohn eines belesenen, aber überaus strengen Schuhmachers und wurde nur dank der Vermittlung von Gönnern in das Breslauer Mariengymnasium und den Domknabenchor aufgenommen. Nach der Reifeprüfung studierte er Philosophie und Theologie an der Universität Breslau und wurde 1847 zum Priester geweiht.

Als Kaplan der Breslauer Pfarrei St. Maria auf dem Sande wirkte er gemeinsam mit Pfarrer Joseph Wick so erfolgreich, dass sich die Sandkirche zu einer der meistbesuchten Kirchen der Stadt entwickelte.

Neben seinem priesterlichen Wirken kümmerte sich Robert Spiske intensiv um die Bedürftigen der Stadt und vor allem um die Jugendlichen, denen er häufig zu einer Lehrstelle oder weiterführenden Schulen verhalf. Um für die vielen Waisenkinder Pflegefamilien und finanzielle Unterstützung zu finden, gründete der „Apostel der Caritas“, wie er genannt wurde, 1848 den „St. Hedwigsverein katholischer Frauen und Jungfrauen“, mit dessen Hilfe er 1857 ein Kinderheim eröffnen konnte. Zehn Jahre später erhielt Robert Spiske von Papst Pius IX. in Rom persönlich die Billigung der Ordensregel, die er für die „Hedwigschwestern“ entworfen hatte.

Von 1863 bis 1884 war Robert Spiske Pfarrer von St. Dorothea und machte auch in dieser nobleren Gegend großen Eindruck. Seine mitreißenden Predigten, seine Bescheidenheit und Klugheit zogen viele Menschen an – nicht nur Katholiken: Rund 2000 Menschen konvertierten auf seinen Anstoß hin zum katholischen Glauben.

1875 wurde er zum Stadtdekan von Breslau ernannt, 1883 zum Domprediger, Domherr und Rat im Generalvikariat. Fünf Jahre später starb er an den Folgen eines Schlaganfalls und wurde in der Domherrengruft des Breslauer Doms beigesetzt. 1984 wurden seine sterblichen Überreste ins Mutterhaus der Hedwigschwestern umgebettet.

Verehrung: Das Seligsprechungsverfahren für Robert Spiske wurde 1993 eröffnet. 2009 erkannte Papst Benedikt XVI. ihm den heroischen Tugendgrad zu – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Seligsprechung.

 

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Gerasimos, Einsiedler, Abt
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