RUDOLF LUNKENBEIN

Ordenspriester, Märtyrer
Namensdeutung: Wolfsruhm (althochdt.)
Namenstage: Rudolf, Rudolph, Rodolphe, Rodolfo, Roux, Rudi, Ruedi, Rolf, Rollo, Ridolfo, Rodulf, Ruud, Ralph, Rezső, weibl.: Rudolfine
Gedenktag: 15. Juli

Lebensdaten: geboren am 1. April 1939 in Döringstadt (Markt Ebensfeld, Lkr. Lichtenfels), gestorben am 15. Juli 1976 in Meruri, Bundesstaat Mato Grosso, Brasilien

Lebensgeschichte: Der Landwirtssohn Rudolf Lunkenbein, heißt es, wollte bereits als Kind Missionar werden. Durch eine Biographie Don Boscos auf die Salesianer aufmerksam geworden, besuchte er das Progymnasium des Ordens in Buxheim (Unterallgäu) und wurde Aspirant des Ordens. 1958 begleitete er den neuernannten Salesianerprovinzial nach Brasilien und nahm sein Noviziat in São Paulo auf. Nach Profess und Philosophiestudium absolvierte er ein Praktikum in der Salesianermission Meruri im Landesinneren, wo er als Lehrer und Erzieher für weiße Siedlerkinder tätig war – zum aussterbenden Stamm der Bororos, dem ursprünglich die Mission gegolten hatte, bestand kaum Kontakt. Lunkenbein kehrte 1965 nach Deutschland zurück, wo er an der Salesianerhochschule Benediktbeuern Theologie studierte und 1969 zum Priester geweiht wurde. Zurück in Meruri, hatte sich im Gefolge des Zweiten Vatikanischen Konzils das Verständnis von Mission geändert. Pater Rudolf wurde Mitglied des „Missionsrats für Indigene Völker – CIMI“, der den vom Konzil neu formulierten Inkulturationsauftrag der Kirche in die pastorale Praxis übersetzte. Anfang 1974 wurde Lunkenbein Direktor der „Colônia Indígena de Meruri“ und von den Bororos mit dem Namen „Goldfisch“ in ihren Stamm aufgenommen. Besonders verdient machten sich Lunkenbein und zwei weitere Salesianerpatres neben der Aufnahme indigener Elemente in die Liturgie um die Rechte der Bororos auf gemeinschaftlichen Grund und Boden, was auf den Widerstand der weißen Siedler stieß, die sich im Indioland breitgemacht hatten. Am 15. Juli 1976 tauchten alkoholisierte Siedler in der Missionsstation auf und wollten die anberaumte Landvermessung verhindern. Es kam zum Tumult, Schüsse fielen – einer davon war für Rudolf Lunkenbein tödlich. Der Bororo Simão Cristino Koge Ekudugodu, der sich schützend vor den Pater stellte, wurde erstochen.

Verehrung: Rudolf Lunkenbein, der dem zuvor verzweifelten Stamm neue Zukunftshoffnung geschenkt hatte, wurde von den Bororos mit den Insignien eines Häuptlings in Meruri bestattet. Seit 1980 trägt die Volksschule Ebensfeld den Namen „Pater-Lunkenbein-Schule“, und rund um Meruri ist „Rodolfo“ ein häufig vorkommender Vorname. 2016 wurden die für eine Seligsprechung notwendigen Dokumente dem zuständigen Bischof von Barra do Garças offiziell mit der Bitte um Eröffnung des Prozesses der Anerkennung des Martyriums von Rudolf Lunkenbein und Simão Bororo überreicht.

 

Weitere Heilige des Tages:
Bonaventura, Ordenspriester, Bischof, Kirchenlehrer
Donald von Ogilvy, Einsiedler
Egino, Abt
Rosalia von Palermo, Einsiedlerin