SEBALD

Einsiedler
Namensdeutung: der kühne Sieg (althochdt.)
Namenstage: Sebald, Sinibald, Sigbald, Sigisbald
Gedenktag: 19. August

Lebensdaten: gestorben an einem 19. August vor 1056 bei Nürnberg

Lebensgeschichte, Legende und Verehrung: Sebald war einer spätmittelalterlichen Legende nach ein dänischer Königssohn, der in Paris studierte, dort eine französische Prinzessin heiratete, doch in der Hochzeitsnacht der Welt entsagte. Nach einer Pilgerfahrt nach Rom wurde ihm der Raum Nürnberg als Missionsgebiet anvertraut. Es ist durchaus denkbar, dass ein Mann dieses Namens im Zuge der kirchlichen Reformbewegung als Einsiedler und Wanderprediger im Nürnberger Reichswald tätig war. Anderen Legenden nach wäre Sebald im 8. Jahrhundert tätig gewesen und in der Poppenreuther Kirche St. Peter und Paul (Fürth) begraben worden – der Mutterpfarrei der Nürnberger Peterskapelle, aus der die Kirche St. Sebald werden sollte. Jedenfalls bezeugen die Annalen von Lampert von Hersfeld 1072 Sebalds Verehrung und Anrufung als volkstümlichen Wunderheiler, zu dessen Grab zahlreiche Pilger ziehen.
Mitte des 13. Jahrhunderts erreichte der Sebalduskult einen ersten Höhepunkt mit der Errichtung einer prächtigen Basilika, Reliquienschenkungen, einer eigenen Festmesse für den Gedenktag am 19. August und der Gewährung eines Ablasses für den Besuch des Sebaldusgrabs. Im 14. Jahrhundert wurde Sebald Stadtpatron, in dessen Kult sich das Selbstbewusstsein der Freien Reichsstadt gegen die Hohenzollern-Burggrafen und das Bistum Bamberg artikulierte. Der Rat der Stadt gab Lebensbeschreibungen in Auftrag, um von Rom die offizielle Kanonisation zu erreichen. Vollends volkstümlich wurde Sebald durch die deutschsprachige Legende Es war ain kunek von Konrad Sauer, dem Stadtschreiber und Pfarrer von St. Sebald. 1425 erreichte der Nürnberger Rat von Papst Martin V. die Bestätigung des Stadtpatrons als Heiligen und steigerte mit Kunstwerken, Münzprägungen und dem häufigen Taufnamen Sebald dessen Popularität über Bayern hinaus bis nach Venedig, wohin die Handelsbeziehungen reichten. 1519 vollendete Peter Vischer d.Ä. mit seinen Söhnen nach zehnjähriger Arbeit das Hochgrab, das Sebalds Kopfreliquiar in einem Silberschrein birgt.
Auch nach der Reformation und dem Ende der Heiligenverehrung kam die Verehrung Sebalds in Nürnberg nicht zum Erliegen.

Darstellung: als Pilger mit Kirchenmodell von St. Sebald

Patron: von Nürnberg, des Viehs, gegen Kälte

 

Weitere Heilige des Tages:
Caritas Pirckheimer, Äbtissin
Ezechiel Moreno y Dias, Bischof
Johannes Eudes, Priester, Ordensgründer