SERAPION VON ALGIER

Ordensmann, Märtyrer
Namensdeutung: von der ägyptisch-hellenistischen Gottheit Serapis
Namenstage: Serapion, Serapius, Serapio
Gedenktag: 14. November

Lebensdaten: geboren 1179 in Schottland, gestorben am 14. November 1240 in Algier

Lebensgeschichte: Serapion entstammte einer Soldatenfamilie und begleitete seinen Vater auf dem Dritten Kreuzzug unter König Richard Löwenherz. Als Erwachsener kämpfte er unter dem Befehl Herzog Leopolds VI. von Österreich in den Reconquista-Feldzügen der Könige von Kastilien und Léon. 1222 begegnete er in Barcelona dem heiligen Petrus Nolascus und schloss sich dessen Mercedarierorden zum Loskauf der Gefangenen an. Er zog durch das von Mauren beherrschte Südspanien und bis nach Nordafrika, wo er Hunderte von christlichen Sklaven freikaufte. Dem vierten Ordensgelübde entsprechend bot er sich dabei als Geisel bis zur Lösegeldzahlung an. 1229 soll er gemeinsam mit dem heiligen Raimund Nonnatus 150 Christen befreit haben. 1240 waren es 98 in Murcia und 87 in Algier, wobei das mitgebrachte Geld nicht ausreichte und Serapion von den Mauren festgesetzt wurde. Als nach Wochen die Summe trotz der Bemühungen der Ordensleitung nicht eingetroffen war, band man Serapion an ein X-förmiges Andreaskreuz, schlug ihm die Gliedmaßen ab und schnitt ihm die Kehle durch.
Die Ordensüberlieferung kennt Varianten seines Martyriums: Serapion wurde von seinem Orden nach England gesandt, um dort Gelder aufzutreiben, Novizen zu rekrutieren und die Niederlassung der Mercedarier auf den britischen Inseln vorzubereiten. Auf der Reise geriet er in die Hände von Piraten, die ihn fast totprügelten. Kaum genesen, predigte er in London gegen den grassierenden Diebstahl und Missbrauch von Kirchenvermögen an und wurde der Stadt verwiesen. Dann erst reiste er zum Loskauf der christlichen Sklaven nach Algier, wo er das Martyrium erlitt. Ihm wurden die Gliedmaßen abgeschlagen, die Eingeweide herausgenommen und der Kopf zum Teil abgetrennt, so dass er zur Seite schlenkerte.

Verehrung: Serapion wurde als Erstmärtyrer seines Ordens sehr verehrt, doch er wurde erst im 18. Jahrhundert ins allgemeine Heiligenverzeichnis der katholischen Kirche aufgenommen. Die „Serapionsbrüder“, der Berliner Freundeskreis des Schriftstellers E.T.A. Hoffmann, haben ihren Namen von einem Treffen am Gedenktag des heiligen Serapion am 14. November 1818.

Patron: von Azul (Buenos Aires), Mitpatron von Pamplona, Helfer bei Magenschmerzen

 

Weitere Heilige des Tages:

Alberich von Utrecht, Bischof
Gregor Palamas, Erzbischof
Nikola Tavelić, Ordenspriester, Märtyrer