SIMON DER EIFERER

Apostel, Märtyrer
Namensdeutung: Gott erhört (hebr.)
Namenstage: Simon, Simeon, Schimon, weibl.: Simone, Simona
Gedenktag: 28. Oktober

Lebensdaten: gestorben 65 in Südarmenien

Lebensgeschichte: Simon mit dem Beinamen „Kananäus“ oder „der Zelot“ wird in den Apostellisten der drei synoptischen Evangelien sowie in der Apostelgeschichte erwähnt (Mt 10,4, Mk 3,18, Lk 6,15, Apg 1,13). Obwohl sein Beiname kananaios (von hebräisch qana) oder zelotes schlicht „der Eiferer“ bedeutet, wurde Simon der antirömischen Widerstandsgruppe der Zeloten zugerechnet und mit dem Bräutigam von der Hochzeit in Kana identifiziert. Da die Bezeichnung eines Apostels als „Zelot“ Anstoß im Römischen Reich erregt hätte, benutzte man lieber die griechische Transliteration des hebräischen Ausdrucks – den aber niemand mehr verstand.

Während die ostkirchliche Tradition diesen Simon vom Herrenbruder Simon, dem Sohn des Klopas und zweiten Vorsteher der Jerusalemer Gemeinde, stets unterschieden hat, stifteten die lateinischen Väter weiter Verwirrung: Hippolyt von Rom behauptete, auch der Herrenbruder Simon hätte „der Zelot“ geheißen, Hieronymus, der ihn nicht einordnen konnte, überging ihn einfach, und Isidor von Sevilla setzte beide gleich, was sich in der Goldenen Legende niedergeschlagen hat.

Der glaubwürdigsten Überlieferung nach wirkte Simon zuerst in Ägypten und bei den Berbern als Glaubensbote, bevor er „jenseits des Euphrats“, das heißt im Partherreich, zusammen mit Judas Thaddäus missionarisch tätig wurde. Im heutigen Armenien erlitten beide gemeinsam das Martyrium: Judas wurde zu Tode geprügelt, Simon mit einer Säge entzweigeteilt. Nach der Geschichte Armeniens von Moses von Choren (5. Jahrhundert) geschah dies in Weriosphora im Königreich Iberien (entspricht in etwa Südarmenien). Auch das heutige Kloster Nowy Afon (Neuer Athos) im heutigen Abchasien beansprucht, über Simons Grab errichtet worden zu sein.

Verehrung und Brauchtum: Reliquien der Apostel Simon und Judas Thaddäus werden unter anderem im Petersdom und in der Kölner St. Andreaskirche verehrt. Heilkräftig soll der Simonsbrunnen hinter der Abteikirche von Sayn bei Neuwied sein.

Darstellung: mit Säge, Keule, Schwert, Lanze oder Beil, mit Judas Thaddäus

Patron: von Goslar, der Färber, Gerber, Holzhauer, Lederarbeiter, Maurer, Waldarbeiter und Weber

 

Weitere Heilige des Tages:
Ælfred der Große, König
Fidelis von Como, Märtyrer
Judas Thaddäus, Apostel, Märtyrer