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SIMPERT

Sandsteinrelief, 15. Jahrhundert, an der Kirche St. Konstantin bei Völs, Südtirol. Foto: Wolfgang Moroder (CC BY-SA 3.0)
Sandsteinrelief, 15. Jahrhundert, an der Kirche St. Konstantin bei Völs, Südtirol. Foto: Wolfgang Moroder (CC BY-SA 3.0)

Bischof

Namensdeutung: steter Glanz (althochdeutsch)

Namenstage: Simpert, Simbert, Sintpert, Sindbert

Gedenktag: 13. Oktober

Lebensdaten: geboren um 750, gestorben am 13. Oktober 807 in Augsburg

Lebensgeschichte: Simpert soll Abt im elsässischen Murbach gewesen sein und wurde 778 Nachfolger des Augsburger Bischofs Tozzo. Weil er einer alemannisch-bayerischen Adelssippe entstammte und zugleich mit dem fränkischen Herrscherhaus verwandt war (man hat aus ihm sogar einen Neffen Karls des Großen gemacht), nahm er nach der fränkischen Einverleibung des Herzogtums Bayern 788 eine Schlüsselstellung ein. Karl der Große vertraute ihm Geiseln an, die er für seine Expansionspolitik nach Sachsen brauchte, und verwendete ihn als Königsboten. In diesem Zusammenhang überwachte Simpert Besitzübertragungen im Sinne des späteren Kaisers und überbrachte dessen Vorschläge für die auf Synoden zu besprechenden Themen. Simpert erhielt vom fränkischen Herrscher mehrere Güter geschenkt und bekam 799 die Verwaltung des Bistums Neuburg-Staffelsee übertragen, das er in der Folge mit Zustimmung von Papst Leo III. mit seiner eigenen Diözese vereinigte. Solcherart unterstützt und mit Autorität ausgestattet, konnte Simpert die Begehrlichkeiten des Nachbarbistums Freising abwehren und verschiedene Kirchenreformen in seinem ausgedehnten Sprengel durchführen. In Augsburg selbst, das im bayerisch-fränkischen Krieg schwer gelitten hatte, erbaute er über dem Grab der heiligen Afra eine neue Kirche; vermutlich war er auch Bauherr und Konsekrator des ersten Augsburger Doms. Nach seinem Tod wurde er im Chor der Afra-Kirche, der heutigen Basilika St. Ulrich und Afra, bestattet.

Verehrung und Legende: 1064 wurden Simperts Gebeine anlässlich eines Kirchenneubaus erhoben. Eine Lebensbeschreibung aus dem Jahr 1230 verzeichnete unter den Wundern, die sich an seinem Grab ereignet hatten, auch die Erzählung von dem Wolf, der ein Kind verschleppt und auf die Fürsprache Simperts der verzweifelt betenden Mutter zurückgebracht hatte. 1468 genehmigte Papst Paul II. die kultische Verehrung in der Grabeskirche, und 1492 wurden Simperts Reliquien feierlich in das rechte Seitenschiff der neuen Klosterkirche von St. Ulrich und Afra übertragen. Simpert wurde 1624 zweiter Bistumspatron und 2008 Patron der Jugendarbeit sowie aller Kinder und Jugendlichen der Diözese.

Darstellung: als Bischof mit Wolf und Kind

Patron: Mitpatron des Bistums Augsburg, der Kinder und Jugendlichen des Bistums

 

Weitere Heilige des Tages:

Gerald von Aurillac, Klostergründer
Koloman, Pilger, Märtyrer
Madeleine Delbrêl, Mystikerin