SOPHIA

Märtyrin
Namensdeutung: die Weisheit (griech.)
Namenstage: Sophia, Sofia, Sophie, Sofie, Zofiya, Sonja, Sonia
Gedenktag: 15. Mai

Lebensdaten: gestorben um 130, oder 304 in Rom

Lebensgeschichte und Legende: Sophia, die göttliche Weisheit, der im heutigen Istanbul die weltberühmte Hagia Sophia gewidmet ist, begegnet in zwei Personalisierungen: Eine junge Römerin erlitt während der Christenverfolgung des Jahres 304 den Märtyrertod und wurde in der Grabstätte der heiligen Gordianus und Epimachus bestattet. Um 845 übertrug Papst Sergius II. Teile ihrer Reliquien unter den Hochaltar der Basilika Santi Silvestro e Martino ai Monti.
Bischof Remigius von Straßburg ließ 778 Reliquien dieser heiligen Sophia in das elsässische Frauenkloster Eschau überführen. Dort finden sich aber seit dem Mittelalter Abbildungen einer anderen Sophia. Diese stammte aus Mailand und war eine Witwe, die mit ihren drei Töchtern Pistis, Elpis und Agape (Glaube, Hoffnung und Liebe, siehe 1 Kor 13,13) um das Jahr 130 durch Enthauptung starb.
Während sich von der jugendlichen Märtyrin Sophia kaum Darstellungen finden, sind Ikonen oder andere Bildnisse der Sophia mit den verkörperten christlichen Tugenden vor allem im ostkirchlichen Raum sehr verbreitet.

Brauchtum/Patronat: Im Volksmund nennt man die zu den Eisheiligen zählende Märtyrin die „kalte Sophie“, derber: „’s bsoachte Sopherl“. Nach ihrem Gedenktag könne man empfindliche Pflanzen bedenkenlos ins Freie stellen.
Die andere Sophia ist Schutzpatronin der Witwen und Helferin in Not und Bedrängnis, der zu Ehren im Mittelalter sogenannte Sophien-Messen gefeiert wurden. Die Namen der Töchter sind in Russland (Vera, Nadeshda und Lyubov) und den USA (Faith, Hope und Love) sehr populär. Mancherorts hat sich noch ein eigener Gedenktag am 1. August oder 30. September erhalten, an dem allerdings auch noch andere Sophien begegnen können.

 

Weitere Heilige des Tages:

Rupert von Bingen, Herzog
Gertrud von Brabant, Märtyrin
Heinrich von Ebrantshausen, Pilger, Einsiedler
Isidor von Madrid, Bauer