STANISLAUS VON KRAKAU

Bischof, Märtyrer
Namensdeutung: feste Ehre (altslawisch)
Namenstage: Stanisław, Stanislaus, Stanislas, Stasys, Stanko
Gedenktag: 11. April

Lebensdaten: geboren 1039 in Szczepanów bei Brzesko, gestorben am 11. April 1079 in Krakau

Lebensgeschichte und Legende: Der Überlieferung nach war Stanisław das einzige Kind frommer Landadliger namens Wielisław und Bogna und besuchte die Kathedralschule von Krakau unter dem Protektorat des Bischofs Aaron. Weitere Studien führten ihn nach Gnesen und bis nach Lüttich. Unter dem neuen Bischof Lambert II. Suła wurde er nach Krakau zurückbeordert, zum Priester geweiht und an der bischöflichen Kurie eingesetzt, wo er bis zum Generalvikar aufstieg. Dem künftigen Herzog und König Bolesław II. diente er als Hofkaplan. 1072 folgte Stanisław Lambert als Bischof nach.

Nicht lange darauf geriet Bischof Stanisław mit Bolesław II. aneinander. Die Gründe sind unklar und variieren je nach Heiligenvita: So soll Stanisław die Ehefrauen in Schutz genommen haben, derentwegen zahlreiche Ritter Bolesławs lange Feldzüge in der Kiewer Rus und in Ungarn desertiert hatten. Zurück in Krakau, ließ der Herrscher die Ritter hinrichten und die Frauen grausam bestrafen. Einer anderen Überlieferung nach stieß sich Bolesław am Tadel des Bischofs wegen seiner eigenen Untreue. Der bildmächtigsten Variante nach brach der Konflikt wegen einer Eigentumsfrage aus. Stanisław hatte von einem Bauern namens Piotr Land für die Kirche erworben, was nach dessen Tod die Erben bestritten. Vor Gericht gab der König Stanisław unrecht, worauf dieser Piotr wieder zum Leben erweckte und sich die Rechtmäßigkeit des Eigentums bezeugen ließ.

Jedenfalls fühlte Bolesław seine Autorität hinterfragt und ordnete die Beseitigung des Bischofs an. Weil seine Männer aber den Meuchelmord verweigerten, soll er das blutige Geschäft selbst verrichtet haben. Er zerstückelte Stanisław vor dem Altar der Michaelskirche auf dem Skałkahügel vor den Toren der Stadt.

Der Legende nach setzte sich der Leichnam des Bischofs auf wunderbare Weise wieder zusammen. Historisch gesichert ist, dass infolge des Mords ein Aufstand ausbrach und Bolesław außer Landes fliehen musste.

Verehrung: Die sterblichen Überreste des Bischofs wurden 1089 in die Wawelkathedrale übertragen, wo ab dem 14. Jahrhundert vor seinem Sarkophag fast alle Könige Polens gekrönt wurden. Nach der Kanonisation durch Papst Innozenz IV. 1253 fand am 8. Mai des darauffolgenden Jahres die erste der seitdem ununterbrochenen jährlichen Wallfahrten von der heutigen Pauliner-Basilika von Skałka zu seinem Grab statt. Weil der Heilige bei der Schlacht von Tannenberg 1410 den Sieg über den Deutschen Orden herbeigeführt haben und das zersplitterte Polen wie der zerstückelte Leichnam Stanisławs wieder zusammenfinden soll, ist der Patron des Landes außerordentlich beliebt. Papst Johannes Paul II. als ehemaliger Erzbischof von Krakau legte seinen ersten Polen-Besuch 1979 nah an die 900-Jahr-Feier Stanisławs und setzte seinen Gedenktag in den römischen Generalkalender ein.

Darstellung: als Bischof mit Schwert, bei seinem Martyrium, mit dem auferweckten Piotr zu seinen Füßen

Patron: von Polen und Krakau

 

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