STURMIUS

Klostergründer, Abt
Namensdeutung: der Stürmische (althochdt.-lat.)
Namenstage: Sturmius, Sturmis, Styrme, Storm
Gedenktag: 16. Dezember

Lebensdaten: geboren um 710 bei Freising, gestorben am 16. Dezember 779 in Fulda

Lebensgeschichte und Bedeutung: Der westbayerische Adlige Sturmius war bereits als Kind dem heiligen Bonifatius anvertraut worden und wurde im Kloster Fritzlar ausgebildet und zum Priester geweiht. Im Auftrag von Bonifatius als Wandermönch in Nordhessen tätig, ließ er sich als Einsiedler bei Bad Hersfeld nieder, bis ihn Bonifatius 744 mit der Gründung eines Klosters auf fränkischen Schenkungen an der Fulda beauftragte. Sturmius reiste 747 nach Rom und zum Kloster Montecassino, um die Lebensregel des heiligen Benedikt zu studieren und für sein Kloster zu übernehmen. Gleichzeitig erreichte Bonifatius 751 für das Kloster ein Privileg, das es dem Papst direkt unterstellte und den kirchlichen oder weltlichen Händen vor Ort entzog. Nach Bonifatius’ Märtyrertod überführte Sturmius seine Reliquien an den gewichtigen Ansprüchen der Bischöfe von Mainz und Utrecht vorbei ins Kloster Fulda, was der Gründung einen kaum zu überbietenden Stellenwert verlieh und zu immer größeren Pilgerscharen führte.
Politische und kirchliche Machtspiele führten 763 zur Verbannung von Sturmius ins Kloster Jumièges bei Rouen. Nach seiner Rückkehr und Rehabilitierung wurde das Kloster Fulda 774 von Karl dem Großen zur Reichsabtei erhoben, reich beschenkt und unter Sturmius’ Leitung zu einem der bedeutendsten Klöster überhaupt.
779 starb Sturmius nach einem Feldzug, auf den er Karl den Großen begleitet hatte und von dem er krank zurückgekehrt war. Er wurde ehrenvoll im Ostchor der Salvatorbasilika bestattet.

Verehrung: Sturmius’ Neffe Eigil schrieb seine Lebensgeschichte auf und führte mit einer Sturmi-Messe von Hrabanus Maurus das jährliche Gedenken zum Todestag ein. 820 wurde sein Grab in das südliche Seitenschiff übertragen. Am 19. April 1139 sprach Papst Innozenz II. Sturmius auf dem Zweiten Laterankonzil heilig. Seit 2009 steht auf dem Borgiasplatz in Fulda eine überlebensgroße Bronzeplastik des Gründerabts.

Darstellung: als Abt, die Seelen der Fuldaer Mönche in den Himmel führend, mit Bonifatius

 

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