THEODOR VON TARSUS

Bischof
Namensdeutung: Geschenk Gottes (griech.)
Namenstage: Theodor, Theo, Ted, Teddy, Tódor, Tošo, Fjodor, Bogdan, weibl.: Theodora, Thea, Dorothea, Doro
Gedenktag: 19. September

Lebensdaten: geboren 602 in Tarsus, gestorben am 19. September 690 in Canterbury

Lebensgeschichte und Bedeutung: Der hochgebildete Kleriker Theodor war umfassend in Antiochien ausgebildet worden und im syrischen Kulturkreis zu Hause. Vor den persischen Sassaniden und der islamischen Eroberung floh er 637 nach Konstantinopel, wo er sich zusätzlich mit der griechischen Kultur und Wissenschaft vertraut machte. Um 660 lebte er im orientalischen Anastasiuskloster in Rom und vervollständigte seine Kenntnisse um die lateinischen, weltlichen wie religiösen Disziplinen und das römische Recht.
Als 668 der von den Königen von Kent und Northumbrien angeforderte Erzbischof für Canterbury starb, weihte Papst Vitalianus Theodor an dessen Stelle und entsandte ihn nach England. Dort organisierte der Erzbischof die Bistümer nach dem römischen Vorbild und sorgte durch die Besetzung vakanter Ämter für einen romtreuen Kurs. Auf der Synode von Hertford 673 setzte er gegen abweichende Traditionen den rechtgläubigen Osterfesttermin durch, stärkte die bischöfliche Autorität gegen Kleinkönige und machte die Wandermönche sesshaft. 678 setzte er den mächtigen Bischof von York ab und gründete in dessen riesigem Einflussgebiet Diözesen vernünftiger Größe. 679 konnte er den Friedensschluss zwischen den Königreichen von Northumbrien und Mercia vermitteln, was ihm die Anerkennung der gesamten britischen Insel lange vor deren Einigung sicherte.
Mit der Gründung einer Kathedralschule in Canterbury sorgten er sowie der Abt der Abtei St. Peter für die Heranbildung einer geistlichen Elite und damit für das Ansehen des Klerus. Die umfassend als Theologen, Künstler und Wissenschaftler ausgebildeten Absolventen dieser Schule wurden als Benediktineräbte im ganzen Land eingesetzt und verbreiteten Theodors lateinisch-griechisches Erbe.
680 und 684 berief Theodor weitere Synoden ein, um die Kirche in England gegen den Irrglauben zu stärken, dass Jesus Christus trotz seiner menschlichen und göttlichen Naturen nur einen, göttlichen Willen gehabt hätte (Monotheletismus). Theodor, der nach Augustinus von Canterbury als zweiter Gründer der Kirche von England gilt, starb im hohen Alter von 88 Jahren nach 22jähriger Amtszeit und wurde in der Peterskirche von Canterbury bestattet.

 

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