TITUS MARIA HORTEN

Verlagsleiter, Prior
Namensdeutung: Wildtaube (lat.)
Namenstage: Titus, Tito, Thies, Tizian, Tiziano, weibl.: Tiziana
Gedenktag: 25. Januar

Lebensdaten: geboren am 9. August 1882 in Wuppertal-Elberfeld, gestorben am 25. Januar 1936 in Oldenburg

Lebensgeschichte: Franz Horten war der Sohn eines vermögenden Juristen und einer tiefreligiösen Mutter, die als Witwe in den Orden der Salesianerinnen eintrat. Seine beiden Schwestern wurden ebenfalls Ordensschwestern, einer seiner fünf Brüder wurde Priester, ein anderer trat wie später Franz selbst den Dominikanern bei. Kennengelernt hatte Franz die Dominikaner am Ordensgymnasium Collegium Albertinum in Venlo, das er ab 1893 gemeinsam mit seinen Brüdern besuchte. Nach dem Abitur entschied er sich allerdings für ein Englisch- und Französischstudium, das er 1909 mit der Promotion abschloss. Unmittelbar darauf trat er mit dem Ordensnamen Titus Maria doch in den Dominikanerorden ein, spendete sein beträchtliches Erbe und begann ein philosophisch-theologisches Studium, um Ordenspriester zu werden.

Nach seiner Priesterweihe 1915 in Rom arbeitete er im Dominikanerkloster Düsseldorf, das ein Kriegslazarett geworden war, als Pfleger und Putzkraft. An der Ordens- und Missionsschule der Dominikaner in Vechta-Füchtel, dem heutigen Thomaskolleg, unterrichtete Pater Titus Maria zunächst Englisch und Französisch, war aber bald mehr als Spiritual und Beichtvater und bis 1927 als Verwalter der Schule tätig. Von 1927 bis 1933 war er Prior des Klosters Vechta sowie Generalprokurator für die Chinamission des Ordens.

1923 war auf seine Initiative der Albertus Magnus Verlag gegründet worden, in dem eine Ordenszeitschrift, religiöse Kleinschriften, Bücher vorwiegend mit Ordensliteratur und Kalender erschienen. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten geriet die gesamte Ordensprovinz wegen der für die Mission notwendigen Auslandszahlungen in den Blick der Gestapo, der Provinzial und sein Vorgänger wurden verhaftet. 1935 wurden die Büroräume des Albertus Magnus Verlags durchsucht und im Anschluss auch Pater Titus mitgenommen. In einem Schauprozess der sogenannten Devisenprozesse wurde er zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 70.000 Reichsmark verurteilt. Der herzkranke Ordenspriester konnte zwar noch erfolgreich in Berufung gehen, die langwierige Gerichtsverhandlung und die strengen Haftbedingungen hatten ihm jedoch so zugesetzt, dass er noch vor seiner Freilassung in einem evangelischen Oldenburger Krankenhaus verstarb. Die Oberschwester der Diakonissen hatte noch zuletzt dafür gesorgt, dass er die vergitterte Krankenzelle für das schönste Zimmer des Hospitals verlassen konnte.

Verehrung: An seiner Beisetzung nahmen 6000 Menschen teil, an der Übertragung seines Leichnams ins Kloster Vechta 1954 sogar 50.000. Das 1948 eröffnete Seligsprechungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Seit 2004 sein heroischer Tugendgrad anerkannt wurde, darf er Ehrwürdiger Diener Gottes genannt werden.

  

Weitere Heilige und Feste des Tages:
Bekehrung des Apostels Paulus
Wolfram von Wadgassen, Abt