TORIBIO VON MOGROVEJO

Bischof
Namensdeutung: der Laute, Bewegte (griech.)
Namenstage: Toribio, Thuribe, Turibius, Turribio, Toribi, weibl.: Turibia
Gedenktag: 23. März

Lebensdaten: geboren am 16. November 1538 in Mayorga, Provinz Valladolid, gestorben am 23. März 1606 in Saña bei Lima

Lebensgeschichte: Toribio Alfonso de Mogrovejo y Robledo studierte bei seinem Onkel weltliches und kirchliches Recht und folgte ihm als Professor in Salamanca nach, wo besonders durch den Einsatz der Dominikaner im Lehrkörper traditionell die Indianerrechte verteidigt wurden. 1573 wurde er in Anerkennung seiner Fähigkeiten und wegen persönlicher Tadellosigkeit zum General-Inquisitor von Granada bestellt. 1579 erwirkte König Philipp II. von Spanien seine Ernennung zum Erzbischof von Lima. Toribio empfing die Priesterweihe in Granada, in Sevilla, wo er sich mit den lateinamerikanischen Verhältnissen vertraut machte, die Bischofsweihe, und schiffte sich nach Peru ein.

1581 nahm er seine Erzdiözese in Besitz, der elf Bistümer auf einem Gebiet von etwa sechs Millionen Quadratkilometern unterstanden. In Lima selbst, das seit sechs Jahren ohne Oberhirten war, hatten die spanischen Vizekönige in kirchliche Belange eingegriffen, Konquistadoren ihre schlimmen Verfehlungen zu guten Sitten erklärt und die Geistlichen kapituliert. Toribio setzte die Kirche wieder in ihre Rechte ein, prangerte die Auswüchse der Siedler an und nahm die Indios in Schutz. Mit einem königlichen Dekret verpflichtete er die Geistlichen zum Erlernen der Landessprache Quechua, mit Hilfe von Rom schaffte er die Eigenpfarreien der Orden ab, die sich seiner Aufsicht entzogen.

Toribio von Mogrovejo beeindruckte durch immense Arbeitskraft, persönliche Bedürfnislosigkeit und Freigebigkeit. Seine Schriftstücke versah er mit dem Vermerk „gratis“, damit seine Unterschrift nicht versilbert werde. 1584 unternahm er die erste von drei Pastoralreisen durch das Gebiet seines Bistums, die ihn insgesamt 16 Jahre von der Hauptstadt fernhielten. Er besuchte Dorf um Dorf, meistens zu Fuß und oft allein, allen Unbilden und Gefahren ausgesetzt. Es heißt, er habe etwa eine halbe Million Menschen getauft und gefirmt, darunter Rosa von Lima und Martin von Porres. Vor Ort wachte er nicht nur über die Evangelisierung der Bevölkerung, sondern bewirkte auch die Achtung ihrer Rechte seitens der Land- und Minenbesitzer sowie die Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse durch den Bau von Straßen, Schulen und Krankenstationen.

Erzbischof Mogrovejo hielt 13 Diözesansynoden und drei Provinzialkonzile ab. Bedeutsam war das Dritte Konzil von Lima zur Durchführung der Konzilsbeschlüsse von Trient. Der gesamte lateinamerikanische Episkopat verpflichtete sich zur Glaubensverkündigung in den Landessprachen, einschließlich der Errichtung geeigneter Lehranstalten und der Herstellung eines dreisprachigen Katechismus, dem ersten Druckwerk Südamerikas. 1591 wurde in Lima das erste Priesterseminar der Neuen Welt gegründet, dessen Absolventen nach der Weihe gezielt in die vernachlässigten Gegenden entsandt wurden.

Toribio von Mogrovejo erkrankte auf seiner letzten Pastoralreise und starb am Nachmittag des Gründonnerstags 1606 im Kloster San Agustín in Saña unweit von Lima.

Verehrung: Vier Wochen später wurde sein Leichnam nach Lima verbracht und in der Kathedrale bestattet, weswegen in Peru sein Gedenktag statt am 23. März am 27. April begangen wird. Um den 27. September feiert sein Heimatort Mayorga die Ankunft eigener Reliquien mit einem großen Volksfest. Toribio wurde 1679 selig- und 1726 heiliggesprochen. 1983 erhob ihn Papst Johannes Paul II. zum Patron der lateinamerikanischen Bischöfe.

Darstellung: als Bischof bei der Glaubensverkündigung, im Gebet

Patron: des lateinamerikanischen Episkopats, des Erzbistums Lima, von Mayorga

  

Weitere Heilige des Tages:
Merbod von Bregenz, Mönch, Einsiedler
Rebekka ar Rayès, Ordensfrau