WILHELM VON AQUITANIEN

Klostergründer
Namensdeutung: Wille und Schutz (althochdeutsch)
Namenstage: Wilhelm, William, Willy, Guillaume, Liam, Bill, Wilm, Pim, Vilmos, weibl.: Wilhelma, Wilhelmine, Wilma
Gedenktag: 28. Mai

Lebensdaten: geboren um 745, gestorben am 28. Mai 812 in St-Guilhem-le-Désert

Lebensgeschichte: Wilhelm, der Sohn des Grafen von Autun, war über seine Mutter vermutlich mit Kaiser Karl dem Großen verwandt. Jedenfalls ernannte ihn dieser um 790 zum Grafen von Toulouse und vertraute ihm als Heerführer (dux, Herzog) seine Armeen in Südwestfrankreich an.

Wilhelm, der in allen Quellen als außergewöhnlich stark und tapfer geschildert wird, tat sich in den kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Arabern im heutigen Spanien hervor. Mit Karls Sohn, Kaiser Ludwig dem Frommen, eroberte er 801 Barcelona und regierte eine Zeitlang in Katalonien. Seine Feldzüge führten ihn bis vor Córdoba.

804 beendete Wilhelm seine Karriere als zweitwichtigster Mann im Staat. Er gründete mit Unterstützung Kaiser Ludwigs die Abtei Gellone und besiedelte sie mit Mönchen aus Aniane. 806, nach dem Tod seiner Frau, trat er als Laienbruder selber in das Kloster ein, wobei ihn Benedikt von Aniane, ein Freund aus Kindertagen, persönlich aufgenommen haben soll, und brachte dabei eine Kreuzreliquie mit, ein Geschenk des Kaiserhauses anlässlich seines Klostereintritts.

In Gellone, das nach ihm heute St-Guilhem-le-Désert heißt, verstarb er 812.

Verehrung: Das Kloster mit Wilhelms Grab und der Kreuzreliquie wurde zum Wallfahrtsort auf dem Jakobsweg, und Wilhelm selbst, dem die Gabe nachgesagt wurde, den Teufel abzuwehren, 1066 heiliggesprochen. Nach der Auflassung des Klosters während der Französischen Revolution befinden sich Teile seiner Reliquien heute in der Basilika St-Sernin in Toulouse. Wilhelms Leben ist der Stoff zahlreicher Ritterromane, zum Beispiel von Wolfram von Eschenbachs Willehalm.

Darstellung: als Mönch mit Helm oder Herzoghut, Teufel oder Drachen

Patron: der Waffenschmiede

 

Weitere Heilige des Tages:
Germanus von Paris, Bischof
Jean-Joseph Gérard, Ordensmann, Missionar