XENIA

Einsiedlerin, Pilgerin
Namensdeutung: die Gastfreundliche (griech.)
Namenstage: Xenia, Ksenija, Xena, Xeni, Senja, Ksjuscha, männl.: Xenius
Gedenktag: 6. Februar

Lebensdaten: geboren um 1730 in Sankt Petersburg, gestorben um 1803 ebendort

Lebensgeschichte: Xenia Grigorjewna Petrowa war die Frau eines vermögenden Offiziers, der überraschend während eines Alkoholgelages verstarb. Tief getroffen und weil ihr Mann unbußfertig verstorben war, zog sich die 26jährige Witwe aus der Welt zurück, verschenkte ihr Haus und alles, was sie besaß, zog sich die Uniformjacke ihres Mannes über und lebte fortan als „Närrin in Christus“ (siehe 1 Kor 1,18–24; 2,14; 3,18–19) vagabundierend auf den Straßen von Sankt Petersburg. Sie entfernte sich für acht Jahre aus der Hauptstadt und suchte nach geistlicher Unterweisung durch die Starzen, den russischen Einsiedlermönchen. Zurück in Sankt Petersburg, erregte ihr Verhalten anfangs Ärgernis, doch nach und nach gewöhnten sich die Einwohner nicht nur an die fromme Frau, die ihr Almosen sogleich weiterverschenkte und die Nächte außerhalb der Stadt im Gebet durchwachte, sondern begannen auch, sie als prophetisch begabte und wundertätige Heilige anzusehen.

Um 1803 verstarb sie mit 71 Jahren und wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Smolensker Friedhof in Sankt Petersburg bestattet.

Verehrung: In den 1820er Jahren setzte die Verehrung Xenias ein, die bis ins Zarenhaus reichte – sogar eine Prinzessin wurde auf den Namen Xenia getauft –, und über ihrem Grab, das täglich Hunderte besuchten, wurde eine Kapelle erbaut. Sie gilt als besondere Fürsprecherin bei Arbeitssuche, Eheproblemen und beim Wiederauffinden verlorener Kinder. Ihre Seligsprechung erfolgte am 6. Februar 1988. Weltweit sind ihr 40 Kirchen oder Kapellen geweiht, da sie besonders von den Russen im Ausland verehrt wird.

Darstellung: mit Kopftuch und im Militärmantel ihres Mannes

Patronin: von Sankt Petersburg, der Arbeitslosen, der Ehepaare, der Kinder, der Vagabunden

 

Weitere Heilige des Tages:
Dorothea, Märtyrin
Maria Theresia Bonzel, Ordensgründerin
Paul Miki und Gefährten, Märtyrer