YOLANDA VON VIANDEN

Priorin
Namensdeutung: violette Blume (griech.)
Namenstage: Yolanda, Yolande, Yolanthe, Jolande, Jolanta, Violante, Jole, Yola
Gedenktag: 17. Dezember

Lebensdaten: geboren um 1231 auf Burg Vianden, gestorben am 17. Dezember 1283 in Marienthal, Luxemburg

Lebensgeschichte: Yolanda, die Tochter des Grafen Heinrich von Vianden und der Markgräfin Margareta von Namur, gehörte dem europäischen Hochadel an und sollte dementsprechend vorteilhaft verheiratet werden. Schon als Neunjährige soll sie aber nach einem Besuch bei ihrer Tante, der Äbtissin von Salines, den Wunsch geäußert haben, ins Kloster zu gehen.
Mit 14 Jahren wurde sie zur Ehefrau von Walram von Monschau bestimmt, was die Verbindung zu den Grafen von Luxemburg gefestigt hätte, doch Yolanda nutzte einen Besuch des Dominikanerinnenklosters Marienthal zur Flucht, schnitt sich die Haare ab und ließ sich als Novizin aufnehmen. Ihre Mutter stellte sich wenig später in Begleitung einiger bewaffneter Edelleute vor dem Kloster ein und drohte mit seiner Zerstörung, falls Yolanda nicht mitkäme. Dann sperrte sie Yolanda ein. Erst nach Vermittlung Walther von Meisenburgs, des Priors der Dominikaner in Trier, sowie Alberts des Großen konnte sie 1248 wieder nach Marienthal zurück.
1258 wurde sie Priorin des Konvents, dessen Kloster und Kirche sie mit Hilfe elterlicher Schenkungen ausbauen ließ. Nach dem Tod des Vaters auf dem Sechsten Kreuzzug 1252 trat auch ihre Mutter in Marienthal ein. Yolanda starb am 17. Dezember 1283 und wurde hinter dem Hauptaltar der Klosterkirche beigesetzt.

Verehrung: Yolandas Beichtvater, der Dominikaner Hermann von Veldenz, verfasste um 1293 eine lange, gereimte Lebensbeschreibung in moselfränkischer Sprache, das vermutlich älteste Dokument in der Landessprache Luxemburgs. Das Kloster Marienthal wurde 1783 aufgehoben und Stein für Stein abgebaut. 1882 wurde Yolandas Schädel geborgen und gelangte über Stationen in Epenay und Luxemburg 1932 wieder nach Marienthal, wo sich inzwischen Weiße Väter niedergelassen hatten. Als diese 1974 Marienthal wieder verließen, kam die Reliquie nach Vianden, wo sie in der Trinitarierkirche verehrt wird. In Luxemburg ist Yolanda die Lieblingsselige vieler Frauen.

 

Weitere Heilige des Tages:

Johannes von Matha, Ordensgründer
Vivina von Brüssel, Äbtissin