Dankgottesdienst im Hohen Dom

75. Geburtstag von Bischof Konrad: Domdekan Meier würdigt sein Wirken

Bischof Konrad: "Dank für unser Leben und für unsere Berufung" (Foto: Nicolas Schnall/pba)
07.06.2019 11:55

Augsburg (pba). Gemeinsam mit den Weihbischöfen, dem Domkapitel, Priestern, Diakonen, Ordensleuten und zahlreichen Gläubigen hat Bischof Konrad heute im Rahmen einer Eucharistiefeier im Hohen Dom zu Augsburg seinen 75. Geburtstag begangen. Es gelte zuerst Gott zu danken für die Gabe der Schöpfung und die Gabe der Erlösung durch unseren Herrn Jesus Christus, sagte der Bischof zur Eröffnung des Gottesdienstes. „Und daraus folgt dann der Dank für unser Leben und für unsere Berufung.“ Er danke allen, die heute der Einladung zu dieser Feier gefolgt seien.

Domdekan Prälat Dr. Bertram Meier griff in seiner Predigt diesen Gedanken des Bischofs auf. Grund zum Danken habe in erster Linie der Jubilar selbst, betonte er. Der Geburtstag dürfe und solle als Tag des Dankes für das Geschenk des Lebens gefeiert werden. Und so könnten wir heute zugleich mit Bischof Konrad für das Geschenk seines Lebens und seines Dienstes für uns danken. Wie der Domdekan weiter ausführte, müsse es in unserem Leben stets darum gehen, der Liebe das Haus zu bauen. Darin liege die Dynamik der geistlichen Erneuerung, die Dynamik des Aufbruchs der Kirche in eine Welt, in der sie zugleich fremd, aber auch ein Stück zuhause sei. Daran erinnere uns die Herkunft und Prägung unseres Bischofs, hob Prälat Meier hervor. „Aus einer Region stammend, in der die katholische Kirche eine Minderheit ist, mahnt er uns, das wir es uns in der Kirche nicht bequem machen dürfen wie in einer Kuschelecke, die noch mit volkskirchlichen Elementen ausgepolstert ist.“ Nicht wir müssten die Kirche ändern, sondern die Kirche wandle sich durch den Heiligen Geist, woran wir als Getaufte und Gefirmte mitwirken dürften.

„Die Titanic der Volkskirche geht zu Grunde“, bekundete Prälat Meier unter Bezug auf den Prager Professor Thomáš Halík. Das sei zugleich die Chance, dem christlichen Glauben neu auf den Grund zu gehen. Dabei richtete er sich direkt an den Jubilar: „Wir danken Dir, lieber Bischof Konrad, dass du uns auf diese Notwendigkeit immer mit großem Ernst und Wachsamkeit hinweist.“ Besonders am Herzen liege dem Bischof dabei die Feier der Liturgie, vor allem die würdige Spendung der Sakramente und die Verkündigung des Wortes Gottes. „Das spürt jeder, der mit ihm die heilige Messe feiern und seine Predigten hören darf.“ Gleichzeitig betone Bischof Konrad aber immer wieder, dass Verkündigung und Gottesdienst der Erdung im Dienst am Nächsten bedürfen. „Christliche Caritas ist der Lackmustest für glaubwürdige Verkündigung und ehrfürchtigen Gottesdienst“, so der Domdekan, was für alle Ebenen von der Diözese über das Dekanat bis in unsere Pfarreiengemeinschaften gelte. So nehme uns auch das Anliegen der Neuevangelisierung, das Bischof Konrad angestoßen habe, ganzheitlich in Anspruch, unterstrich Prälat Meier. „Danke für diesen nachhaltigen Impuls, der wie ein Wasserzeichen unser kirchliches Leben durchziehen soll!“

Wenn Bischof Konrad das Amt, unser Bistum zu leiten, in die Hand des Papstes zurücklege und nun ein neuer Lebensabschnitt anfange, bleibe er doch weiterhin Diakon, Priester und Bischof, bestellt zum Dienst an den Gläubigen in einem Umfeld, das sich nach Weisung und Versöhnung sehne, so der Domdekan. „Möge sich für dich bei allem, was da kommen mag, immer aufs Neue einlösen, was dein Wahlspruch zum Ausdruck bringt: ‚Er ist unser Friede‘“, wünschte er dem Jubilar.

Bischof Konrad hat dem Heiligen Vater bereits seinen Rücktritt als Diözesanbischof angeboten. Dies sieht das Kirchenrecht mit Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren so vor. Nun liegt es an Papst Franziskus, den Rücktritt anzunehmen, womit dann die Zeit der so genannten Sedisvakanz eintreten wird, für die es wiederum genaue kirchenrechtliche Vorgaben gibt.

Vorbehaltlich der Annahme des Rücktrittsgesuchs wird die Verabschiedung von Bischof Dr. Konrad Zdarsa am Sonntag, 7. Juli, stattfinden. Zunächst wird dabei um 15 Uhr im Hohen Dom ein Pontifikalamt gefeiert, dem sich dann eine Begegnung auf dem Domplatz anschließen wird.