Orden

Diakonenweihe im Kloster Mehrerau

16.08.2021 09:59

Am Festtag Mariä Himmelfahrt ist der Zisterzienser Fr. Maurus Korn von Bischof Bertram Meier zum Diakon geweiht worden. Der aus Dinkelsbühl im Bistum Augsburg stammende 26-Jährige gehört seit 2015 dem Kloster Wettingen-Mehrerau im österreichischen Bundesland Vorarlberg an.

Am Hochfest Mariä Himmelfahrt weihte Bischof Bertram den Zisterzienser Fr. Maurus Korn im Kloster Wettingen-Mehrerau (Österreich) zum Diakon. (Fotos: Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau)

In seiner Predigt betonte der Bischof, dass die Diakonenweihe für ihn Ehre und Freude zugleich sei, „bin und bleibe ich doch sein Heimatbischof.“ Das Evangelium des Festtages Mariä Himmelfahrt sei zu diesem Anlass besonders passend, werde dem Diakon doch mit dem bekannten „Magnificat“-Gebet „für die Melodie seines künftigen Dienstes ein marianischer Notenschlüssel gegeben.“ Die wörtliche Übersetzung von „Magnificare“ – „Groß machen“ – sei bereits ein Zeichen dafür, dass der Mensch durch die Liebe Gottes nicht verkleinert werde, im Gegenteil: „Wo Gott durch uns Menschen hochleben darf, erhält auch der Mensch Anteil an der Größe der Liebe Gottes.“

Die Grundsendung des diakonalen Dienstes sei es, dem Primat Gottes im Leben der Kirche verpflichtet zu sein. Tatsächlich sei die Berufung zu einem solchen Dienst eine Gnade Gottes, der Fr. Maurus in seinem Leben geduldig nachgespürt habe. Mit seiner Weihe zum Diakon verpflichte er sich nun auch gemäß den Worten des Apostels Paulus, nicht seiner selbst willen das Wort Gottes zu verkünden, sondern im Namen und in der Nachfolge Jesu Christi. „Es ist gut, wenn wir uns das immer wieder neu bewusstmachen und voll Dankbarkeit den Weg unserer Hingabe an Christus bedenken“, sagte der Bischof. Dieser Schatz der Berufung werde nämlich in den zerbrechlichen Gefäßen der eigenen menschlichen Unvollkommenheit getragen.

Der große Ordensheilige der Zisterzienser, Bernhard von Clairvaux, habe bereits im 11. Jahrhundert festgestellt, dass Diener Christi ihre göttlichen Tugenden „für uns“, die Gaben aber „zum Wohl des Nächsten“ empfingen. „Es ist unsere hohe Verantwortung, den anderen nichts vorzuenthalten, was uns zu ihrem Heil anvertraut ist“, betonte Bischof Bertram. Der hl. Bernhard habe dies mit dem Bild der Schale verdeutlicht, die nicht aus halber Fülle ausgegossen werden dürfe, „ehe dir noch die ganze Fülle zuteilgeworden ist.“

Es gelte zum verkostenden Trinken zu reichen, folgerte der Bischof: „Wie erfüllend ist es, wenn es gelingt, aus der Fülle weiterzugeben. Für unser geistliches Leben ist es die wesentliche Differenz.“ Mit der Weihe zum Diakon habe Fr. Maurus den Auftrag erhalten, zum Dienst am Herrn aus den ihm von Gott geschenkten Gaben zu schöpfen und auszuteilen: „Werden Sie Schale und geben Sie aus der Fülle weiter, mit der unser Herr Sie täglich neu beschenkt.“

Durch Handauflegung und Gebet spendete Bischof Bertram dem jungen Zisterzienser die Diakonenweihe. In den sich anschließenden ausdeutenden Riten legte Fr. Maurus Stola und Dalmatik an und empfing das Evangeliar aus den Händen und mit den Worten des Bischofs als Zeichen für den Auftrag, den Glauben weiterzutragen: „Was du liest, ergreife im Glauben; was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“

Fr. Maurus Korn wurde 1995 als Martin Korn in Dinkelsbühl geboren und trat 2015 in die Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau ein. Er studiert derzeit Theologie und Philosophie in Brixen (Südtirol) und legte am 15. August 2020 die Feierliche Ordensprofess ab. Die Territorialabtei im westösterreichischen Bundesland Vorarlberg wurde im 11. Jahrhundert als Benediktinerabtei gegründet und 1805 zunächst aufgelöst. 1854 wurde sie erneut durch Schweizer Zisterzienser besiedelt, die dort die Tradition des 1841 geschlossenen Klosters Wettingen fortführen. Seitdem führt die Abtei den Doppelnamen. Sie gehört zu den wenigen verbleibenden Territorialabteien, die keiner Diözese angehören und ein eigenes Gebiet jenseits des Kloster seelsorgerisch verwalten und betreuen. Der Abt von Wettingen-Mehrerau ist dementsprechend auch Mitglied der Österreichischen Bischofskonferenz.