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Finanzen

Diözese Augsburg legt Jahresabschlüsse 2016 vor

28.06.2017

Augsburg (pba). Die Jahresabschlüsse der Diözese Augsburg, des Bischöflichen Stuhls sowie des Domkapitels zum 31.12.2016 sind von den zuständigen Gremien verabschiedet worden. Die nach den Vorgaben des Handelsgesetzbuchs aufgestellten Abschlüsse haben wiederum jeweils den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk durch unabhängige Wirtschaftsprüfer erhalten. Die Jahresabschlüsse sind erneut um eine Lageberichterstattung ergänzt, die eine Einschätzung künftiger Entwicklungen und Risiken vornimmt.

Das Jahr 2016 war nach Aussage von Finanzdirektor Dr. Klaus Donaubauer einnahmeseitig weiterhin geprägt von der guten konjunkturellen Entwicklung und Situation auf dem Arbeitsmarkt in unserer Region. Diese führten zu einem leichten Anstieg der Kirchensteuererträge um 1 Prozent auf € 341,2 Mio. Bedingt durch das ausgeprägtere Wachstum des Vorjahres liegt das Kirchensteueraufkommen jedoch über der Planung. „Die Einnahmenentwicklung eröffnete Spielräume auf der Ausgabenseite, weshalb neben den geplanten Aufwendungen auch zusätzliche pastorale und karitative Maßnahmen finanziert werden konnten“, so Donaubauer. Das im Berichtsjahr erzielte Jahresergebnis von € 38,9 Mio. wurde der Bauerhaltungsrücklage und der allgemeinen Rücklage zugeführt. Die solide Bilanzstruktur konnte damit gefestigt werden. Das laufende und auf mehrere Jahre angelegte Wohnungsbauprogramm der Diözese kann auf dieser Basis planmäßig vorangebracht werden.

Ein besonderer Schwerpunkt lag im Berichtsjahr im sozial-karitativen Bereich. So wurde dem Diözesan-Caritasverband zusätzlich zur laufenden Förderung eine Summe von € 3,0 Mio. für den Ausbau der Sozialberatung in den Kreiscaritasverbänden gewährt. Die Katholische Jugendfürsorge erhielt eine Sonderzuweisung von € 4,5 Mio., mit der dieser gewachsene Verband bei der Fortentwicklung seiner Strukturen unterstützt wird. Im Zusammenhang mit der Betreuung von Asylsuchenden wurde darüber hinaus die Asylsozialberatung beim Diözesan-Caritasverband mit diözesanen Mitteln ausgebaut. Die Errichtung eines Flüchtlingsheims in Augsburg-Göggingen durch den Stadtcaritasverband Augsburg wurde durch die Diözese mit € 0,8 Mio. unterstützt.

Hohe Aufwendungen waren mit der Instandhaltung von Kirchen und anderen pfarrlichen Gebäuden verbunden. Die vorgesehene Summe von € 37,0 Mio. wurde außerplanmäßig auf € 42,6 Mio. aufgestockt, um die steigende Zahl von Baufällen zu bewältigen sowie die konjunkturbedingt deutliche Steigerung der Baupreise aufzufangen. Im Rahmen eines mehrjährigen Sonderprogramms wurden im Berichtsjahr € 1,3 Mio. für die statische Überprüfung der größtenteils denkmalgeschützten Pfarrkirchen aufgewendet.

Wie in den Vorjahren kamen die Kirchensteuereinnahmen insgesamt den Menschen in unseren Pfarreien, Schulen, Kitas und sozialen Einrichtungen wie auch der Weltkirche zugute. Die konkrete Sorge für Menschen in den jeweiligen Lebenssituationen ist nach Überzeugung von Generalvikar Msgr. Harald Heinrich eine große Stärke und Chance kirchlichen Wirkens: „Neben der klassischen Pfarrseelsorge muss es zentrale Aufgabe kirchlichen Handelns bleiben, sich gleichermaßen um die Menschen zu kümmern, die oft unverschuldet in Probleme geraten und nach Halt suchen. Den Blick hierfür gilt es zu schärfen“, so der Generalvikar.

Erneut hat die Diözese Augsburg den Jahresabschluss um eine Lageberichterstattung ergänzt, die auch eine Einschätzung bestehender Zukunftsrisiken vornimmt. Hinsichtlich der Entwicklung des Kirchensteueraufkommens macht Finanzdirektor Dr. Donaubauer darauf aufmerksam, dass der nur marginale Zuwachs des Jahres 2016 deutlich unter der Steigerungsrate der Vorjahre liegt und wesentlich hinter der Dynamik der staatlichen Lohn- und Einkommensteuer zurückbleibt.

Wesentliche Aufgabe des Bischöflichen Stuhls der Diözese Augsburg ist neben dem Unterhalt des Bischofshauses und der Förderung kirchlicher Aufgaben die Gewährleistung der Pensionsverpflichtungen für Priester. Die Ertragslage war im Berichtsjahr zufriedenstellend, die betreffenden Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag durch das vorhandene Aktivvermögen abgedeckt.