05:00:52
05:00:52
05:00:52

Schöpfung bewahren

Erster diözesaner Schöpfungspreis geht an die Mädchenrealschule Sankt Ursula in Augsburg

Große Freude bei der Fairtrade-Gruppe der Augsburger Mädchenrealschule Sankt Ursula über den Gewinn des Schöpfungspreises des Bistums. (Fotos: Nicolas Schnall / pba)
Große Freude bei der Fairtrade-Gruppe der Augsburger Mädchenrealschule Sankt Ursula über den Gewinn des Schöpfungspreises des Bistums. (Fotos: Nicolas Schnall / pba)
21.03.2017

Augsburg (pba). Im vergangenen Jahr hat das Bistum Augsburg unter dem Motto „Heute für morgen handeln“ erstmals einen Schöpfungspreis ausgeschrieben. Die drei Preisträger wurden heute im Haus St. Ulrich in Augsburg für ihr Engagement zum Wohl der Schöpfung ausgezeichnet. Den ersten Preis erhielt die 12-köpfige Fairtrade-Gruppe der Mädchenrealschule Sankt Ursula Augsburg, den zweiten Platz belegte der Gemeindekindergarten in Attenhausen und auf Rang drei landete das Projekt „Alsmooser Pfarrwiesen Arche Noah“ der Pfarrei St. Johann Baptist.

Die Jurymitglieder des diözesanen Arbeitskreises „Schöpfung bewahren“ unter der Leitung des Umweltbeauftragten Christoph Wessel wählten die drei Preisträger aus 20 eingereichten Bewerbungen von Kindergärten, Kirchenstiftungen, Bildungshäusern und Verbänden aus. Schirmherr Prälat Dr. Bertram Meier, Leiter des Bischöflichen Seelsorgeamts, verlieh den Gewinnern die Preise in Höhe von 1000, 800 und 600 Euro.

Seinen Dank richtete Prälat Meier jedoch an alle Bewerber und lobte deren vielfältiges Engagement: „Dass es so viele Bewerber, darunter zahlreiche Projekte von und mit jungen Menschen, gegeben hat, ist ein Indiz, dass unser Globus längst noch nicht verloren ist.“ Gerade die jungen Menschen seien es, die von uns eine Veränderung im Verhältnis zur Schöpfung verlangen, so Prälat Meier.

Bewerbungen aus allen Teilen des Bistums wurden von der Jury begutachtet.
Bewerbungen aus allen Teilen des Bistums wurden von der Jury begutachtet.

 

Kritisch äußerte er sich zum teils unverantwortlichen Umgang der Menschen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen: „Wir sind versucht, das gemeinsame Haus, unsere Erde, wie Herrscher auszunehmen und auszuplündern.“ Umso dringender stünden wir alle vor der Herausforderung, dieses Haus zu schützen, appellierte Prälat Meier an die Teilnehmer des ersten Schöpfungspreises, in ihrem Tun nicht nachzulassen.

 

Kurzzusammenfassung der Laudationes:

1. Preis (Preisgeld 1.000 Euro)

Mädchenrealschule Sankt Ursula Augsburg

Die Fairtrade-Gruppe der Schule hat es sich seit 2012 sich zum Ziel gesetzt, die Umwelt zu schonen, keine Kinder auszubeuten und Bauern einen fairen Preis zu zahlen. Um das zu erreichen verfolgten sie einen 4-Schritt Plan. Im ersten Schritt drehte sich alles um das Thema „Papier“. Als Konsequenz aus der Ausstellung „PAPIERWENDE“ wurden zum Beispiel Taschentücher und Toilettenpapier, aber auch Schulhefte, Blöcke und Umschläge nur noch als Recycling-Ware bezogen. Gleichzeitig wurden die Elternbriefe aus Papier abgeschafft und ein papierloses elektronisches Schüler-Informationssystem (ESIS) eingeführt. In einem zweiten Schritt setzten sich die Mädchen mit dem Fairtrade-Markt auseinander und stellten unter anderem die Schulkleidung und die Produkte des Snackautomaten auf Fairtrade-Waren um. Auf die Auseinandersetzung mit dem Thema „Ressourcen“ im dritten Schritt folgte eine Sammelaktion von verbrauchten Stiften für umweltschonendes Recycling und das Aufstellen eines Trinkwasserspenders. Im letzten Schritt wurde nachhaltiges, solidarisches und gerechtes Handeln durch die Gestaltung des Unterrichts gefördert und eingeübt, zum Beispiel durch die Initiative „Gesunde Pause“. Die Schule wurde bereits 2015 zur ersten Fair-Trade-Schule im Großraum Augsburg ernannt.

Christoph Wessel, Umweltbeauftragter des Bistums, moderierte die Preisverleihung.
Christoph Wessel, Umweltbeauftragter des Bistums, moderierte die Preisverleihung.

 

2. Preis (Preisgeld 800 Euro)

Gemeindekindergarten Attenhausen  

Das Thema „Nachhaltigkeit“ erstreckt sich im Kindergarten Attenhausen auf drei zentrale Bereiche: Umwelterziehung, soziale Erziehung und religiöse Erziehung. Die Projekte der Umsetzung sind dabei vielschichtig und reichen von der Apfelsaftherstellung bis zur Exkursionen in den Wald und an Wasserstellen in der Natur. Das Einüben von Rücksichtnahme auf andere Menschen und die Suche nach gemeinsamen Lösungen werden als ein wichtiges Thema der sozialen Umwelterziehung vermittelt. In Gottesdiensten, Feiern im Jahreskreis und durch Gebet drücken die Kinder und Erzieherinnen die Dankbarkeit für Gottes Schöpfung aus. Es werden Tiefendimensionen wie Nachempfinden, Staunen, und Beschützen angesprochen.

 

 

Kinder aus dem Gemeindekindergarten Attenhausen freuen sich mit ihren Erzieherinnen über den 2. Platz.
Kinder aus dem Gemeindekindergarten Attenhausen freuen sich mit ihren Erzieherinnen über den 2. Platz.

 

3. Preis (Preisgeld 600 Euro)

Alsmooser Pfarrwiesen Arche Noah

Prämiert wurde ein Renaturierungsprojekt einer bisher landwirtschaftlich genutzten Pfarrpfründe-Fläche von 1,7 Hektar. Sie wurde umgewandelt in eine Wiesenlandschaft mit Sträuchern und Bäumen. Die Gestaltungs- und Pflegemaßnahmen der Mitglieder der Pfarrei St. Johann Baptist in Alsmoos haben dazu geführt, dass das Artenspektrum deutlich erhöht wurde. 48 Pflanzenarten konnten bestimmt werden. Dadurch wurden auch seltene Insekten wie der Schwalbenschwanzschmetterling angezogen. Bei der gesamten Pflege wird auf den Einsatz von Düngern und Chemikalien verzichtet. Mittlerweile zählt die Wiese als Ausgleichsfläche für andere Bau- und Bewirtschaftungsmaßnahmen im Sinne eines Ökokontos. Dieses Projekt zeigt, dass Flora und Fauna in ihrer Vielfalt zurückkommen können. Es kommt darauf an, ihnen ihren Lebensraum zurückzugeben. Durch die Lage und Bewirtschaftung dieser kirchlichen Fläche wird in hohem Maße die Artenvielfalt, Biodiversität und das Bewusstsein für die Bewahrung der Schöpfung innerhalb der Pfarrei gefördert.

 

Die Vertreter aus der Alsmooser Pfarrei St. Johann Baptist nehmen den 3. Platz in Empfang.
Die Vertreter aus der Alsmooser Pfarrei St. Johann Baptist nehmen den 3. Platz in Empfang.