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Spirituelles

Feierlicher Abschluss der Sanierungsarbeiten im diözesanen Exerzitienhaus St. Paulus in Leitershofen

Das Exerzitienhaus Leitershofen lebt auch von seiner grünen Lunge. (Foto: Nicolas Schnall/pba)
Das Exerzitienhaus Leitershofen lebt auch von seiner grünen Lunge. (Foto: Nicolas Schnall/pba)
30.06.2017

Augsburg (pba). Nach zweijähriger Bauzeit sind die Sanierungsarbeiten am diözesanen Exerzitienhaus St. Paulus in Leitershofen abgeschlossen. Bei einem Gottesdienst mit Bischof Dr. Konrad Zdarsa und dem anschließenden Festakt feierten gestern rund 100 Gäste dankbar den Abschluss der Arbeiten und nutzten die Gelegenheit, die neugestalteten Räume zu besichtigen.  

Bei seiner Predigt betonte Pfarrer Dr. Ulrich Lindl, Hauptabteilungsleiter Kirchliches Leben, dass das Exerzitienhaus, keine Immobilie im klassischen Wortsinn sei, sondern in seinen geistlichen Räumen Menschen in Bewegung bringen wolle. „Denn Bewegung führt zu Begegnung. Zu einer Begegnung in uns mit Christus.“ Denn der eigentliche Nutzer kirchlicher Immobilien sei Jesus Christus, so Pfarrer Lindl. Um mit ihm ihn Berührung und Beziehung zu kommen, benötige es aber Zeiten und Orte der Stille und des Gebets wie hier in Leitershofen. Der Raum der Stille, die Kreuzkapelle und der Meditationsraum seien dafür neu geschaffen worden.

Den Gedanken, dass dieses Haus „Räume schaffen will für die Seele, das Leben und den Glauben“ griff auch Pater Thomas Schuster, Geistliche Direktor des Exerzitienhauses, beim anschließenden Empfang auf. Er dankte bei der Begrüßung allen, die an diesem Großprojekt beteiligt waren - besonders den Handwerkern und Planern, dem Geschäftsführenden Direktor Norbert Streit und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Dass diese Räume, ob es die Gänge sind, die Kirche oder der Garten wieder neu und einladend sind für die Begegnungen, die wir alle notwendig brauchen, daran haben sie alle einen großen Anteil“, so Pater Thomas.

Dominikanerpater Thomas Schuster bedankt sich bei allen, die in den vergangenen Jahren an den Sanierungsarbeiten mitgewirkt haben. (Foto: Nicolas Schnall / pba)
Dominikanerpater Thomas Schuster bedankt sich bei allen, die in den vergangenen Jahren an den Sanierungsarbeiten mitgewirkt haben. (Foto: Nicolas Schnall / pba)

 

Zufrieden zeigte sich auch Finanzdirektor Dr. Klaus Donaubauer mit dem Ergebnis: „Die Gesamtkosten blieben trotz der hohen Anforderungen des Denkmalschutzes und dank intensiver, konstruktiver Projektarbeit aller Beteiligten mit 10,15 Millionen Euro deutlich unter der veranschlagten Summe von 11 Millionen Euro“, betonte er.

Projektleiter Werner Kapfer vom St. Ulrichswerk hob die Leistung des Architekten hervor: „Die Aufgabe, das Einzeldenkmal in seiner Qualität zu erhalten und zu stärken hat das federführende Architektenbüro Meier+ perfekt gemeistert. Die teils doch sehr deutlichen Umbauten und Modernisierungen fügen sich sehr harmonisch und dezent in den Bestand ein.“ Auf „laute“ architektonische Gesten sei bewusst verzichtet worden, das eigene Werk dem vorhandenen untergeordnet, so Kapfer. Und dennoch ist es auf der Baustelle nicht immer geräuschlos zugegangen. „Eine große Herausforderung bei der baulichen Umsetzung war es, den regulären Betrieb unter anderem mit Schweigeexerzitien aufrechtzuerhalten trotz teils sehr lärmintensiver Baumaßnahmen.“

Das Exerzitienhaus St. Paulus in Leitershofen wurde in den Jahren 1961 bis 1963 vom Augsburger Architekten Thomas Wechs erbaut und um die Jahrtausendwende erweitert. Seit Juni 2015 wurde das Haus generalsaniert. Im Vordergrund der Sanierung standen die Verbesserung von Energetik und Klimaschutz, außerdem Sicherheitstechnik und Barrierefreiheit. Die funktionalen Verbesserungen in den Bereichen Foyer, Multifunktionssaal St. Paulus, neue Meditationsräume, Speisesäle und Bistrobereich umfassen das gesamte bauliche Spektrum: Elektrotechnik ebenso wie Raumakustik, Lüftungs- und Heizungstechnik. Das Zentrum der Einrichtung, der Paulus-Saal, bekam ein neues multifunktionales Foyer in Verbindung mit einem direkten Zugang zum neu gestalteten Innenhof.

 

Eine der neugeschaffenen Meditationsräume im Exerzitienhaus. (Foto: Nicolas Schnall / pba)
Eine der neugeschaffenen Meditationsräume im Exerzitienhaus. (Foto: Nicolas Schnall / pba)

 

Die Wärmeversorgung des Gebäudekomplexes erfolgt inzwischen durch eine Heizzentrale. Diese zentrale Betriebstechnik wurde durch den Einbau des Blockheizkraftwerks, unterstützt durch einen gasbetriebenen Niedrigtemperaturkessel, konzeptionell und technisch auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Der mit dem Blockheizkraftwerk produzierte Strom wird direkt im Gebäude verbraucht und die Abwärme zur Warmwasser-Bereitung genutzt. So können rund 53.000 Liter Heizöl pro Jahr eingespart werden.