Porträtreihe „Unsere Dekane“

Dekan Werner Dippel: Gute Kommunikation, eine Herzenssache

17.04.2020 12:00

(Burgheim) Fast könnte man meinen, Pfarrer und Dekan Werner Dippel hat ein neues Rezept, um jung zu bleiben. Er selbst erzählt, was ihn jung hält und warum ihm die Menschen und die Vereine in seinem Dekanat und seiner Pfarreiengemeinschaft am Herzen liegen.

Dekan Werner Dippel, (Foto. Viktoria Zäch / pba)

Der Blick aus dem Fenster des Arbeitszimmers lenkt unweigerlich auf das Wahrzeichen von Burgheim: Der Kirchturm von St. Cosmas und Damian. Der für Bayern so typische Zwiebelturm ist schon von weitem her sichtbar, denn die Kirche steht auf einer Anhöhe und ragt über die Häuser des Ortes. Der Klang der Glocken ist charakteristisch für den Ort und durch seine exponierte Lage von weitem auch hörbar.

Pfarrer und Dekan von Neuburg-Schrobenhausen Werner Dippel ist im 17. Jahr hier und kennt die Gegend und die Leute sehr gut. „Ich kann mich hier hundertprozentig auf meine haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter verlassen“, berichtet Dippel über die Zusammenarbeit untereinander. Das ist auch nötig, denn Werner Dippel ist für sechs Pfarreien zuständig und seit er hier ist, hat er zahlreiche Kirchen renoviert, innen und außen, sowie die beiden Pfarrhäuser für Pfarrer und Kaplan und ebenfalls den Glockenturm in Illdorf.

Eine gute Kommunikation liegt ihm dabei besonders am Herzen. „Die Leute sollen wissen, was los ist. Wir veröffentlichen Flyer mit den notwendigen Informationen rund um die Renovierungs- oder Baumaßnahmen in der Pfarreiengemeinschaft und die anfallenden Kosten, damit alle auf dem gleichen Stand sind.“

Auf seinem Schreibtisch türmen sich diverse Stapel an Papier, Ordnern und Flyern. Man sieht schnell: Hier wird viel gearbeitet. Wir sitzen bei unserem Gespräch im Büro an einem extra Tisch neben dem Schreibtisch. Darauf steht eine brennende Kerze und darüber hängt ein Kreuz an der Wand. Dekan Dippel wirkt ruhig und interessiert und erzählt gerne von seinen vielen Tätigkeiten in der Pfarreiengemeinschaft und im Bistum. Als das Telefon während des Gesprächs läutet beachtet er es nicht: „Wenn was Wichtiges ist, dann wissen meine Sekretärinnen, wie sie mich erreichen können“, kommentiert er kurz, „jetzt bin ich ganz bei Ihnen“. In seiner ruhigen Art erzählt er weiter von seinen Unternehmungen in der Pfarrei und dass ihm die Vereine ganz besonders am Herzen liegen: „Sie sind eine wichtige Stütze im Leben der Pfarrei“. Dekan Dippel geht gerne auf Feste von Vereinen und Verbänden. „Wir unterstützen uns gegenseitig.“ Dabei lacht er und man merkt, dass er durchaus Humor hat – auch wenn man das manchmal erst auf dem zweiten Blick sehe, wie er selbst einräumt. „Zwischendurch erzähle ich auch gerne mal einen trockenen Witz“, gibt er zu.

Seine Faszination für Liturgie und Gottesdienst entdeckte Werner Dippel schon als Kind. „Meine Oma hat mich immer in meiner Heimatgemeinde Emersacker in die Kirche mitgenommen. Ich war fasziniert von dem Ort und der Atmosphäre,“ erzählt der Dekan, „und zu Hause habe ich dann ‚Pfarrer‘ nachgespielt“. An ein nettes Ereignis erinnert er sich noch gerne zurück: „Einmal war ich mit der Oma in der Kirche und dann hab‘ ich mich von ihr unbemerkt losgelöst, bin unter den Kirchenbänken durchgekraxelt und dann ganz vorne wieder aufgetaucht.“ Seine Oma sei verständlicherweise sehr überrascht gewesen, als sie ihn auftauchen sah, aber „ich wollte ganz vorne mit dabei sein“ berichtet Werner Dippel und lacht dabei verschmitzt.

An seinem Berufswunsch hat sich dann auch nichts mehr geändert. Nach seiner Realschulzeit machte er am Spätberufenenseminar St. Matthias in Waldram sein Abitur und studierte in Augsburg und München Theologie. Auf seinem Weg zum Priester unterstützten ihn seine Eltern immer. Sie sagten damals zu ihm: „Wenn du das machen willst, dann mach es.“ Diese Aussage schätze er heute noch mehr als damals, denn er ist das einzige Kind seiner Eltern. Am 2. Mai 1999 wurde er dann von Bischof Viktor Josef Dammertz im Augsburger Dom zum Priester geweiht. Seine Kaplanstellen führten ihn zuerst nach Oberstdorf im Allgäu und dann nach Augsburg-Hochzoll.

Seine erste Pfarrstelle trat Werner Dippel dann 2003 in der Pfarreiengemeinschaft Burgheim an. Dazu gehören neben Burgheim noch die Pfarreien Illdorf, Leidling, Ortlfing, Straß und Wengen. „Mein schönstes Ereignis seit ich hier bin war die Glockenweihe 2006 in Burgheim“. Dieses Fest habe alle Pfarreien betroffen, erinnert er sich gerne zurück. „Alle haben am gleichen Strang gezogen und ich höre heute noch in Gesprächen, welch gigantisches Fest es war.“ Zu den damals drei vorhandenen kamen zwei neue Glocken hinzu. „Das war für mich ein ganz besonderer Moment, als sich die zwei neuen Glocken zu den bereits bekannten Klängen dazu mischten. Der Glockenklang ist einzigartig und charakteristisch für eine Gemeinde“, berichtet Dippel über das Ereignis.

Zeit für Erholung bleibt dabei nur wenig. Ihm sei wichtig, immer erreichbar zu sein – gerade für Notfälle. Der Tagesablauf ist mit vielen Terminen gut gefüllt, aber wenn Zeit ist, dann legt er gerne mal im Wohnzimmer die Füße hoch und liest in religiösen Zeitschriften oder entspannt einfach bei Musik. Zum Orgelspielen in der Kirche würde er gerne mehr kommen, aber das sei im Moment eher schwierig, erzählt er. Aber er ist fest davon überzeugt: „Es wird mir nicht langweilig, es ist immer was los und das hält jung!“Über seine Zeit in der Pfarreiengemeinschaft Burgheim resümiert er: „Es kann nicht das Schlechteste bedeuten, wenn man so viele Jahre hier aushält.“ Selbst wünsche er sich weiterhin Gesundheit und Schaffenskraft, denn: „Ich bin ungeduldig, wenn ich krank bin“, und dem Wunsch nach Gesundheit und Gottes Segen kann man sich nur anschließen!

Text: Viktoria Zäch
April 2020

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