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Mission - Entwicklung - Frieden

Hunger kennt keine Grenzen: Das Bistum Augsburg unterstützt Hilfsprojekte im Südsudan

17.03.2017

Augsburg (pba). Extreme Dürreperioden, kriegerische Auseinandersetzungen, politische Instabilität: Die Situation im noch jungen Land Südsudan ist auch rund sechs Jahre nach der Staatsgründung weiterhin kritisch. Millionen Menschen kämpfen täglich ums Überleben. Deshalb engagiert sich dort auch das Bistum Augsburg schon seit einigen Jahren in mehreren Hilfsprojekten. „Wir dürfen aber nicht nur akut Hilfe leisten, sondern müssen auch die Ursachen in den Blick nehmen“, so Pfarrer Dr. Ulrich Lindl, Leiter der Abteilung Mission – Entwicklung – Frieden, bei einem Gespräch heute vor Medienvertretern. Dabei sei es für ihn wichtig, mit den Projektpartnern vor Ort auch weiterhin zuverlässig zusammenzuarbeiten. „Denn dadurch kommt das Geld an, wo es gebraucht wird.“

Stellvertretend für einen Partner in dieser Krisenregion berichtete der Comboni-Missionar Bruder Hans Eigner über seinen Einsatz in der Hauptstadt Juba. Nach rund eineinhalb Jahrzehnten (1990 bis 2004) in Kenia und als Projektkoordinator im Südsudan war der gebürtige Mittelfranke für die Berufungspastoral und Restrukturierung seiner Ordensgemeinschaft in Deutschland verantwortlich. Vor drei Jahren zog es ihn wieder zurück nach Ostafrika. Bruder Hans, der vor seinem Ordenseintritt als Bauingenieur arbeitete, war in den vergangenen Jahren maßgeblich an der Planung und dem Bau des Friedenszentrums „Good Shepherd Peace Centre“ beteiligt. Das Zentrum wurde im Oktober 2016 eröffnet und ist ein gemeinsames Projekt aller dort tätigen Ordensgemeinschaften. Es soll zur Stärkung des Friedens zwischen den verschiedenen Religionen und Ethnien beitragen.

Der Optimismus des Comboni-Missionars, der momentan eine Sabbatzeit in der Heimat verbringt, scheint trotz aller Widrigkeiten ungebremst: Ziel des Friedenszentrums sei es, Menschen zusammen und in eine Beziehung miteinander zu bringen. Neben Kursen der Verständigungsarbeit, Angeboten für traumatisierte Menschen gibt es im spirituellen Zentrum die Möglichkeit zu Gottesdienst und Gebet. „Dialog statt Militär“ ist dabei für Bruder Hans der einzige Schritt in die richtige Richtung. Katastrophenhilfe sei gut und wichtig, aber darüber hinaus müsse mehr geschehen. „Das Land steht unter einer hohen Spannung“, beschreibt er die aktuelle Situation. So lange die Fähigkeit zur Rache ein geachteter Wert sei und die Interessen der Mächtigen gegen das Gemeinwohl stehen, werde sich die Lage auch nicht entspannen.

 

Flüchtlingslager in Juba. (Foto: Salesianer Don Boscos)
Flüchtlingslager in Juba. (Foto: Salesianer Don Boscos)

 

Die Diözese Augsburg unterstützt in Juba auch die Salesianer Don Boscos: Neben einem Berufsbildungszentrum versorgt die Gemeinschaft dort rund 4.000 Binnenflüchtlinge mit Lebensmitteln, Medikamenten und ermöglichen den Flüchtlingskindern den Schulbesuch.

Die Abteilung Mission-Entwicklung-Frieden, die aktion hoffnung – Hilfe für die Mission GmbH und der Bischöfliche Hilfsfonds Eine Welt unterstützen zusammen mit ihren Projektpartnern die Menschen in Ostafrika. 2016 und 2017 konnten rund 75.000 Euro für notleidende Menschen bereitgestellt werden. Durch die zusätzlichen Mittel im aktuellen Doppelhaushalt für den Bischöflichen Hilfsfonds Eine Welt ergeben sich nun zwar ganz neue finanzielle Spielräume, die speziell auch diesen Regionen zugutekommen, dennoch ruft Pfarrer Lindl dazu auf, die Menschen dort nicht allein zu lassen und sie mit Spenden zu unterstützen.   

 

Bischöflicher Hilfsfonds Eine Welt

IBAN: DE72 7509 0300 0000 239097

Verwendungszweck: Ostafrika-Nothilfe