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Institut für Neuevangelisierung

Missionarische Woche in der PG Grünten: Abschlussgottesdienst mit Weihbischof Wörner

Die jungen Missionare gemeinsam mit Pfarrer Florian Rapp (3.v.l.), Leiter der Pfarreiengemeinschaft Grünten. (Foto: Verspohl-Nitsche)
Die jungen Missionare gemeinsam mit Pfarrer Florian Rapp (3.v.l.), Leiter der Pfarreiengemeinschaft Grünten. (Foto: Verspohl-Nitsche)
17.09.2018

Blaichach (pdsf). „Für mich ist dieser Abschluss ein Moment des Dankens, für alles, was wir in der Missionarischen Woche erfahren haben und was aufgebrochen ist. Wir werden anders als zu Beginn der vergangenen Woche wieder in den Alltag zurückkehren und das Erlebte fortführen“, bemerkte Pfarrer Florian Rapp zu Beginn des Festgottesdienstes am gestrigen Sonntag mit Weihbischof Florian Wörner in der Pfarrkirche St. Martin. Ein Projektchor samt Band übenahm die musikalische Gestaltung der Messe. Im Anschluss an den Gottesdienst segnete der Weihbischof das neu gestaltete Pfarrbüro und die Hauskapelle.

Der Abriss einer Kirche, der in diesen Tagen auf der Titelseite der Tageszeitung auch als Zeichen der momentanen Situation der Kirche zu sehen war, werde in der Pfarreiengemeinschaft (PG) Grünten ins Gegenteil verkehrt, betonte Florian Wörner in seiner Ansprache. Nicht der Niedergang der Kirche, sondern ihr neuer Aufbruch sei hier nach der Missionarischen Woche zu spüren, meinte er weiter. Es seien zwei Fragen entscheidend, so der Weihbischof: „Wer ist Jesus für mich? Erlaube ich ihm, die Regie in meinem Leben zu übernehmen?“ Und die andere Frage sei: „Wie positioniere ich mich gegenüber meinen Mitmenschen? Nutze ich die Chancen, dem anderen im Dienst der Nächstenliebe Gutes zu tun?“ Die Kraft des Herrn weiterzugeben und zu leben, das gehöre zum Wesen der Kirche, fuhr er fort. Rund 20 junge Missionare waren in den zurückliegenden Tagen von Haus zu Haus gegangen, hatten das Gespräch über den Glauben gesucht und zu den verschiedenen Veranstaltungen der Missionarischen Woche eingeladen.

Weihbischof Wörner ermutigte die Gottesdienstbesucher zu einer lebendigen Christusbeziehung. (Foto: Verspohl-Nitsche)
Weihbischof Wörner ermutigte die Gottesdienstbesucher zu einer lebendigen Christusbeziehung. (Foto: Verspohl-Nitsche)

 

Den Auftakt bildete der Jugendgottesdienst in Vorderburg mit anschließender Diskussion. Eine Kapellenfahrt und Programm für die Kinder fand großen Anklang. Die täglichen Kaffeetreffs nach den Morgengottesdiensten waren immer gut besucht, bei den Abendveranstaltungen wurden die Erwartungen der Verantwortlichen übertroffen. Der Männerabend mit Pater Paulus Tautz in der Brauerei Zötler ließ bei den 90 Teilnehmern keine Fragen offen, der Frauenabend war mit 60 Besucherinnen ebenso gut besucht wie die Veranstaltung für Ehepaare mit Lucia und Hans-Peter Hauser, bei der 80 Personen dabei waren. „Es war immer voll, aber nicht überfüllt“, meinte die Dominikanerin Schwester Mechthild. In täglich wechselnden Teams machten sich die Missionare auf den Weg und verteilten auch Kerzen für den „Abend der Versöhnung“ mit Domvikar Florian Markter. Dieser Höhepunkt der Missionarischen Woche wurde mit Musik, Bibeltexten und Gebeten gestaltet. Er bot neben eucharistischer Anbetung und dem persönlichen Gebet auch die Möglichkeit zur Beichte sowie zum Empfang des Einzelsegens.

Diakon Andreas Theurer vom Institut für Neuevangelisierung, der zusammen mit der theologischen Referentin Katharina Weiß die Planung mit dem Organisationsteam der Pfarreiengemeinschaft leitete, zeigte sich sehr zufrieden über den positiven Verlauf der Missionarischen Woche. Es sei sehr schön gewesen, dass wir mit so vielen Menschen in Kontakt gekommen sind, schilderte Weiß. Die Gastfamilien hätten die Missionare herzlich aufgenommen, teilweise seien ihnen sogar Ferienwohnungen überlassen worden. Die Gespräche seien sehr intensiv gewesen. Die Studentin Verena Thalmann schilderte im Abschlussgottesdienst ihre Erlebnisse. „Ich wurde beschenkt“, bemerkte sie. Durch Gespräche mit der Gastmutter sehe sie ihre persönliche berufliche Situation nun positiver. „Danke, dass wir da sein durften“, richtete sich die junge Frau an die Gläubigen.

Die jungen Missionare wurden bei ihren Hausbesuchen von vielen herzlich in Empfang genommen. (Foto: Verspohl-Nitsche)
Die jungen Missionare wurden bei ihren Hausbesuchen von vielen herzlich in Empfang genommen. (Foto: Verspohl-Nitsche)

Die 21-jährigen Missionare Marion Ulbrich aus Stuttgart und Christopher Hog aus Biberach besuchten unter anderem die Familie Rich mit ihren drei Söhnen. Gemeinsam beteten alle und die überreichte Kerze für den Abend der Versöhnung nahmen die Eheleute gern an. „Es ist sehr unterschiedlich, was man an den Haustüren erlebt“, berichten die beiden Missionare. Wenn sich jemand im Gespräch öffne, sei das schon tief berührend für die Freiwilligen. Im Gebet werden dann auch zwischen den Hausbesuchen die Erlebnisse verarbeitet.

Der gute Geist unter den Missionaren hat Hildegard Kleinheinz beeindruckt, die mit Hildegard Deubler das rund 20-köpfige Verpflegungsteam freiwilliger Frauen für die Mittag- und Abendessen sowie die Kaffeetafeln organisierte. „Durch diese Aktion sind auch die einzelnen Pfarrmitglieder der PG zusammengewachsen“, erzählen sie von den neuen Erfahrungen innerhalb der vor zwei Jahren gebildeten Pfarreiengemeinschaft. „Da ist ein Stück Gemeinschaft gewachsen“, betont Hildegard Kleinheinz.

Für die Missionare, die aus einem tiefen Glauben heraus dabei sind, gab es noch ein besonderes Erlebnis: Sie konnten in der renovierten Anna-Schäffer-Hauskapelle im neugestalteten Pfarrhof Blaichach beten. Und bei der offiziellen Segnung der neuen „Zentrale“ der PG Grünten sowie der Kapelle durch Weihbischof Florian Wörner waren sie ebenfalls dabei. Im Anschluss an den offiziellen Teil gab es für die Bevölkerung einen Tag der offenen Tür, der rege genutzt wurde.