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Heilige Woche

Osternacht: Auferstehung des Herrn – neue Schöpfung

15.04.2017

Die Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag schließlich stellt mit der Feier der Auferstehung des Herrn den Höhepunkt der Heiligen Woche und des ganzen Kirchenjahres dar: Das Osterfest ist das höchste und älteste Fest der Christenheit. An ihm feiern wir die Auferstehung unseres am Kreuz gestorbenen Herrn: Auferstehung Jesu Christi bedeutet die endgültige Überwindung des Todes, – schöpferisches Handeln Gottes, ein Leben in neuer Qualität (vgl. Röm 6,4; 2 Kor 5,17). Der Glaube an die Auferstehung von den Toten und an das ewige Leben bilden das unverzichtbare Fundament des christlichen Glaubens und die begründete Hoffnung auf diese neue Schöpfung. An Ostern erklingen daher voller Freude in der Liturgie wieder Gloria und Halleluja.

Die Feier der Osternacht darf nicht vor Einbruch der Dunkelheit am Karsamstag beginnen und nicht nach der Morgendämmerung des Ostersonntags enden. Die liturgische Feier beginnt mit der Segnung des Osterfeuers und der Bereitung der Osterkerze, Symbol für Christus, das Licht der Welt, die dann in einem feierlichen Einzug ins Gotteshaus getragen wird.

Vor der Osterkerze singt der Diakon (oder Priester) das feierliche Osterlob  (Exsultet).

„... Gekommen ist das heilige Osterfest,
 an dem das wahre Lamm geschlachtet ward,
 dessen Blut die Türen der Gläubigen heiligt
 und das Volk bewahrt vor Tod und Verderben.“

Und weiter:

„Dies ist die selige Nacht,
in der Christus die Ketten des Todes zerbrach
und aus der Tiefe als Sieger emporstieg.
Wahrhaftig, umsonst wären wir geboren,
hätte uns nicht der Erlöser gerettet. ...“

Daran schließt sich der Wortgottesdienst mit sieben alttestamentlichen Lesungen, Psalmen und Gebeten an, durch die uns das Schöpfungs- und Heilsgeschehen im Alten Bund vor Augen gestellt wird. Nach dem feierlichen Gloria mit Orgelspiel und Glockengeläut folgt ein Text aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer (Röm 6,3-11), der die Bedeutung des Festinhaltes prägnant auf den Punkt bringt: „Wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, sind auf seinen Tod getauft worden. Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben. Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein“ (Röm 6,3-5). Und im Evangelium wird uns die frohe Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi verkündet: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag.“ (Mt 28, 5f.).

In der anschließenden Eucharistiefeier vergegenwärtigt der Priester – wie in jeder hl. Messe – die vergangenen Ereignisse des Paschamysteriums, kommt Christus unter den Gestalten von Brot und Wein in unsere Mitte und erhalten wir bereits einen Vorgeschmack des himmlischen Hochzeitsmahles am Ende der Zeiten.

Mit der Vesper am Ostersonntagabend, die man auch privat zuhause beten kann (vgl. Gotteslob Nr. 641), endet das Triduum paschale, und die Osterzeit (mit ihren 50 Tagen bis Pfingsten) beginnt.