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Ulrichswoche

„Sehnsucht nach Frieden“ – 500 Frauen pilgern zur Ulrichsbasilika und beten um Frieden

05.07.2017

Augsburg (pba). Die Sonne war gerade erst aufgegangen, als sich heute Morgen rund 500 Frauen zur 70. Friedenswallfahrt des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) im Rahmen der Ulrichswoche in Augsburg getroffen haben. Mit Gesang und Gebet pilgerten die Wallfahrerinnen vom Domplatz aus zur Basilika St. Ulrich und Afra. Begleitet wurden sie dabei vom Münchner Weihbischof Wolfgang Bischof, der auch dem anschließenden Pontifikalgottesdienst vorstand.

 

In seiner Predigt ging der Weihbischof auf das Thema Frieden ein: „Ich glaube, es gibt kein Wort und auch keine Sehnsucht, die so stark in den Menschen beheimatet ist wie die Sehnsucht nach Frieden.“ Doch der Friede sei gerade heutzutage in Gefahr. Auch der innere Unfriede, die Angst, habe Einzug gehalten in unserem Land. „Daher ist es wichtig, dass es auch in unserer heutigen Zeit Zeichen gibt, wie sie die Frauen vor 70 Jahren gesetzt haben und wie Sie es heute tun“, wandte sich Weihbischof Bischof an die Pilgerinnen. Frieden werde nicht durch lautes Geschrei, durch das Schreien um das eigene Recht ermöglicht, sondern durch Schweigen. Ebenso wichtig sei es aber auch, aufeinander zu hören: „Schweigen und Hören sind für mich die Grundvoraussetzungen dafür, dass wir unsere Stimme erheben können für Frieden und für unterdrückte Menschen.“

Die erste Friedenswallfahrt des KDFB fand 1947 statt. Einige tausend Frauen, die im Krieg ihre Männer und Söhne verloren hatten oder noch sehnsüchtig auf deren Heimkehr warteten, pilgerten damals zur Basilika St. Ulrich und Afra, um für dauerhaften Frieden und die Rückkehr der Kriegsgefangenen zu beten. Bereits damals, vor 70 Jahren, wurden als Zeichen der Versöhnung und Solidarität die sogenannten Ulrichsbrote gesegnet und verteilt – ein Brauch, der bis heute erhalten ist.