18:55:56
18:55:56
18:55:57

Jubiläum

„Sie geben der Kirche vor Ort ein Gesicht“: 400 Pfarrsekretärinnen feiern 20 Jahre Berufsgruppe

Generalvikar Heinrich bei der Festansprache anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Berufsgruppe. (Foto: Nicolas Schnall / pba)
Generalvikar Heinrich bei der Festansprache anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Berufsgruppe. (Foto: Nicolas Schnall / pba)
19.09.2018

Augsburg (pba). Im September 1998 hat Bischof Viktor Josef Dammertz die erste Ordnung für die Berufsgruppe der Pfarrsekretärinnen und Pfarrsekretäre in der Diözese Augsburg in Kraft gesetzt. Das 20-jährige Jubiläum war für die rund 400 Pfarrsekretärinnen und –sekretäre deshalb ein gewichtiger Grund, das Haus St. Ulrich in Augsburg beim heutigen Diözesanen Pfarrsekretärinnentag an seine Kapazitätsgrenzen zu bringen.

Eine andere Motivation dürfte die Verabschiedung von Ulrike Jürges gewesen sein, die über fast die gesamte Zeit als erste Vorsitzende der Berufsgruppe sich für die Interessen der Frauen und Männer in den Pfarrbüros stark machte. Generalvikar Harald Heinrich hob bei seinen Dankesworten hervor, dass sie in dieser Zeit zur „prägenden Gestalt der Pfarrsekretärinnen“ wurde, in der Fortbildung, als „Feuerwehr“ in Konfliktfällen und als Hilfe für Kolleginnen und Kollegen. Diese dankten es ihr zum Abschied mit stehendem Applaus. Für den musikalischen Rahmen sorgten Peter Bader am Klavier und Pamela Rachel an der Violine.  

In seiner Festansprache zum Jubiläum ließ Generalvikar Heinrich keine Zweifel aufkommen, dass Pfarrsekretärinnen und -sekretären gerade in Zeiten des Wandels und der Neuordnung von Seelsorgeräumen eine besondere Bedeutung zuwächst. In vielen Fällen seien sie es, die den ersten oder alleinigen Kontakt mit Personen haben, die das Pfarrbüro beispielsweise zur Anmeldung der Hochzeit oder als Trauernde aufsuchten. „Sie teilen mit ihrem Gegenüber Freud und Leid. Sie geben in diesem Moment der Kirche vor Ort ein Gesicht“, betonte der Generalvikar.  Dabei übernehmen die Pfarrsekretärinnen immer wieder Aufgaben, die auch pastorale Bedeutung hätten. „Sie führen nicht nur Matrikelbücher, verwalten nicht nur die Termine, Akten und Karteien. Für viele Ratsuchende in der Pfarrei sind Sie Ansprechpartner.“

Generalvikar Harald Heinrich und der Leiter der Personalabteilung Reiner Sroka bedanken sich bei Ulrike Jürges für ihren verdienstvollen Einsatz für die Pfarrsekretärinnen im Bistum. (Foto: Nicolas Schnall / pba)
Generalvikar Harald Heinrich und der Leiter der Personalabteilung Reiner Sroka bedanken sich bei Ulrike Jürges für ihren verdienstvollen Einsatz für die Pfarrsekretärinnen im Bistum. (Foto: Nicolas Schnall / pba)

Auch wenn es schon weit vor der Gründung der Berufsgruppe Pfarrsekretärinnen gab, erinnerte der Generalvikar in einem kurzen historischen Rückblick an die Gründungszeit und führte die Veränderungen der Arbeit in den Pfarrbüros an: Früher die klassische Büroarbeit, heute der Umgang mit den Menschen im Mittelpunkt. Früher eher die Einzelkämpferinnen, die auf sich allein gestellt waren, heute die Zusammenarbeit größerer Teams in zentralen Pfarrbüros, die durch Mentorinnen und ein vielfältiges Fortbildungsprogramm Unterstützung finden.

Ausdrücklich hob Generalvikar Heinrich die Pionierarbeit von Maria Ratajczak hervor, früher Pfarrsekretärin in der Pfarrei St. Pankratius in Augsburg-Lechhausen. Sie habe ein Grundseminar für Berufsanfängerinnen organisiert, die ersten Pfarrsekretärinnentage veranstaltet und die Gründung einer eigenen Berufsgruppe angeregt. Einige Pfarrsekretärinnen erklärten sich bereit, mitzuarbeiten und wählten Maria Braun zu ihrer ersten Vorsitzenden. Nach der fast zwei Jahrzehnte dauernden Amtszeit ihrer Nachfolgerin Jürges wählten die anwesenden Mitglieder der Berufsgruppe heute eine neue achtköpfige Vorstandschaft. Die erste Vorsitzende, deren Stellvertreterin und die Schriftführerin werden in den kommenden Tagen bei der konstituierenden Sitzung gewählt.

Zudem wurde neben den Mentorinnen für die verschiedenen Dekanate des Bistums mit Gabriele Ziegenaus die Nachfolgerin von Ulrike Jürges als Fortbildungsdozentin vorgestellt sowie Susanne Fritz als neue Fortbildungsreferentin. Sie folgt damit auf Barbara Götz, die seit 2011 in der Fortbildungsabteilung für ihre Berufsgruppe zuständig war. Während dieser Zeit habe sie nicht nur die Kursangebote ausgeweitet, sondern auch maßgeblich an der Planung und Umsetzung der Grundqualifizierung für Pfarrsekretärinnen und Pfarrsekretäre mitgewirkt, würdigte der Generalvikar ihren engagierten Einsatz.

Zu Beginn des Pfarrsekretärinnentags feierten Generalvikar Heinrich und Stadtpfarrer Christoph Hänsler gemeinsam mit den Teilnehmern einen Gottesdienst in der Basilika St. Ulrich und Afra. Dabei legte der Generalvikar das Hohelied der Liebe aus dem Korintherbrief mit Blick auf den Alltag aus. Denn dieser feierliche Text sei „nicht nur reserviert für die Hochzeiten des Lebens“. Der Apostel Paulus erinnere darin an das göttliche Ordnungsprinzip unseres Glaubens, die Liebe. Daher müssten wir uns alle immer wieder an der Frage messen „Ist da auch Liebe drin?“ Bezogen auf die Arbeit in den Pfarrbüros ermutigte er die anwesenden Frauen und Männer: „Es braucht Gesichter der Glaubwürdigkeit und der Liebenswürdigkeit.“ Pfarrbüros dürften nicht nur Arbeitsbetriebe oder Jammerstationen sein, sondern Orte, an denen sich alle willkommen fühlen.