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Kirche und Kultur

Sonderausstellung „AUGSBURG MACHT DRUCK“ im Diözesanmuseum St. Afra

Der Heiligen Leben / Günther Zainer, Augsburg, Universitätsbibliothek, C 14-2 (Foto: Nicolas Schnall / pba)
Der Heiligen Leben / Günther Zainer, Augsburg, Universitätsbibliothek, C 14-2 (Foto: Nicolas Schnall / pba)
09.03.2017

Augsburg (pba/UPD). Mit der Sonderausstellung „AUGSBURG MACHT DRUCK“ vom 10. März bis 18. Juni beleuchtet das Diözesanmuseum St. Afra die Anfänge des Buchdrucks in einer Metropole des 15. Jahrhunderts. Die Ausstellung widmet sich zum bevorstehenden Jubiläum „550 Jahre Buchdruck in Augsburg“ den frühen Augsburger Drucken bis 1500 und zeigt bedeutende Buchschätze aus dem gesamten Spektrum der damaligen Zeit. Sie entstand als Gemeinschaftsprojekt der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, der Universitätsbibliothek Augsburg und des Diözesanmuseums.

Mit dem Anwachsen der bürgerlichen Bevölkerung in den Städten im 15. Jahrhundert und der damit verbundenen steigenden Anzahl an Universitäten sowie des sich Bahn brechenden Humanismus wuchs auch die Nachfrage nach Büchern. Die Erfindung des Johannes Gutenberg in Mainz, das Drucken mit beweglichen Lettern, die beliebig immer wieder neu zusammengefügt werden konnten, kam insofern zur absolut richtigen Zeit. Bereits fünf Wochen nach Gutenbergs Tod (3. Februar 1468) erschien in Augsburg, einer Stadt mit damals etwa 20.000 Einwohnern, das erste gedruckte Buch – noch bevor man in Nürnberg, Paris, Venedig und Rom druckte.

Als erster Drucker war 1467 Günther Zainer aus Straßburg nach Augsburg gekommen, in dessen Offizin nicht nur lateinische, sondern zunehmend auch Texte in der Volkssprache erschienen. Der Erfolg überzeugte die Druckerkollegen: Bis 1480 kam es in Augsburg zu knapp 200 Ausgaben volkssprachiger Werke, in den folgenden 20 Jahren wuchs der Prozentsatz sogar noch: Bis 1500 erschienen 800 volkssprachige von insgesamt 1350 Drucken in Augsburg. Damit war dieses bedeutende Marktsegment zu einer Domäne der Augsburger Drucker geworden. Zu diesen volkssprachigen Drucken zählen auch Bibeln: Von zwölf oberdeutschen Bibeldrucken vor 1500 kamen sieben allein aus Augsburger Pressen. So war Augsburg bis zu Martin Luthers Bibelübersetzung auch führend im volkssprachigen Bibel-Druck.

Nirgendwo sonst erschienen vor 1500 so viele Bücher in deutscher Sprache wie in Augsburg. Die Erzeugnisse der Augsburger Pressen waren zu über 60 Prozent volkssprachig – in anderen Städten wurde überwiegend lateinische Literatur gedruckt. Der Anteil der deutschen Bücher lag dort bei nur ca. 15 Prozent. Auch thematisch war die Vielfalt in Augsburg groß: Neben Naturwissenschaften, Juristerei und Geschichtsschreibung zählten unterhaltende Literatur sowie Ratgeber aller Art zu den frühen Druckwerken, die jeweils eine Auflage zwischen 150 und 500 Exemplaren hatten. Eine besondere Bedeutung kommt Augsburg auch im Druck von Bibeln zu.

„Wer in der in ihrer Form in Augsburg einmaligen Ausstellung nur gedruckte Buchstaben erwartet, wird überrascht werden“, meint Dr. Günter Hägele, der seitens der Universitätsbibliothek an der Konzeption mitgewirkt hat. Denn eine Spezialität der Augsburger Drucker sei die reiche Ausschmückung der Bücher mit Holzschnitten gewesen. Aber auch die bis dahin auf Handschriften beschränkte, aufwändige buchmalerische Ausstattung wurde in Augsburg im gedruckten Buch intensiv fortgeführt. Denn hier gab es wohlhabende Käufer, die sich diesen Luxus leisten konnten. Somit nimmt die Freie Reichsstadt auch in der Geschichte der Buchmalerei im gedruckten Buch einen wichtigen Platz ein.

Kontakt

Diözesanmuseum St. Afra
Kornhausgasse 3-5, 86152 Augsburg
Telefon 08 21/ 3166 8833
Telefax 08 21/ 3166 8839
www.museum-st-afra.de
museum.st.afra@bistum-augsburg.de

 

Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag: 10-17 Uhr, Sonntag: 12-18 Uhr

 

Eintrittspreise

Erwachsene 5,- €

Ermäßigt 4,- €

Familienkarte 8,- €

 

Führungen

Informationen zu den Turnusführungen zur Sonderausstellung bzw. für Gruppen oder Schulklassen (nach Vereinbarung) sowie zu weiteren Führungen erhalten Sie auf den Seiten des Diözesanmuseums.