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Kirchliches Bauwesen und Kunst

Sonderausstellung im Diözesanmuseum zeigt modernen Kirchenbau im Bistum Augsburg seit 1960

Neben der Bistumskarte hängen Auflistungen mit den Kirchenneubauten seit 1960. (Foto: Nicolas Schnall / pba)
Neben der Bistumskarte hängen Auflistungen mit den Kirchenneubauten seit 1960. (Foto: Nicolas Schnall / pba)
22.11.2017

Augsburg (pba). Seit 1960 sind im Bistum Augsburg fast 90 neue Kirchen gebaut worden. Hinzu kamen mehr als 60 Bauten, die als Erweiterung bestehender historischer Kirchengebäude dienen. Die aktuelle Sonderausstellung „Zeichen des Aufbruchs“ im Diözesanmuseum St. Afra zeigt ab morgen, 23. November, bis zum 11. März 2018 den Wandel im Kirchenbau und in der Liturgie seit 1960. Zu sehen sind historische und aktuelle Fotos sowie Pläne und Modelle, an denen die modernen Kirchenbaukonzepte und die Vielfalt zeitgenössischer Kirchen veranschaulicht werden. Kuratorin Dr. Sabine Klotz aus der Abteilung Kirchliches Bauwesen und Kunst der Diözese Augsburg und Diözesankonservator Dr. Michael Schmid führten Medienvertreter heute durch die Ausstellung.

„In Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ist es zu einem Wandel in der Auffassung von Sakralarchitektur gekommen“, erklärte die Kuratorin. Einerseits seien die neuen und architektonisch reduzierten Kirchenbauten Ausdruck einer offenen und veränderten Gesellschaft gewesen. „Reduktion war dabei ein wichtiges gestalterisches Element“, so Klotz. Andererseits hätten die Gebäude durch die Wirkung der reinen Konstruktion und Materialverwendung bei vielen Menschen aber auch emotionale Ratlosigkeit hervorgerufen. In diesem Spannungsfeld seien für die Kirchen landläufig Bezeichnungen entstanden wie „Christliches Kieswerk“, „Parkhaus Gottes“ oder „Klein-Ägypten“.

Ein Streifzug von 1960 bis heute: Kuratorin Dr. Sabine Klotz erläutert die besonderen Merkmale des modernen Kirchenbaus. (Foto: Nicolas Schnall / pba)
Ein Streifzug von 1960 bis heute: Kuratorin Dr. Sabine Klotz erläutert die besonderen Merkmale des modernen Kirchenbaus. (Foto: Nicolas Schnall / pba)

Im Zentrum der Ausstellung stehen rund 40 ausgewählte und von Siegfried Wameser neu fotografierte Kirchenbauten, die den Reichtum moderner Sakralarchitektur auf dem Bistumsgebiet repräsentieren. Einige herausragende Beispiele sind die Kirchen  Don Bosco in Augsburg, St. Thomas Morus in Neusäß, Zur göttlichen Vorsehung in Königsbrunn und Zu den heilige Engeln in Landsberg. Hinter diesen Bauwerken stehen Entwürfe der Architekten Thomas Wechs, Alexander von Branca, Justus Dahinden und Josef Wiedemann.

Neben moderner Kirchenarchitektur präsentiert die Ausstellung auch rund 50 ausgewählte Kunstwerke der nachkonziliaren Kirchenausstattung. Besichtigt werden können Malereien, Plastiken, liturgische Geräte und Textilien führender zeitgenössischer Künstler wie Georg Bernhard, Max Faller, Therese und Erhard Hössle, Franz Nagel, Egon Stöckle, Franz Bernhard Weißhaar und der Werkstätte Ulrich Dochtermann. Zudem dokumentiert die Ausstellung wie bestehende Kirchen durch neue Nutzungskonzepte über die Veränderung hinaus bewahrt werden können. Als Beispiel dafür zeigt das Museum vier ausgewählte Neugestaltungen aus jüngster Zeit, darunter das neue kirchlich-soziale Zentrum Christi Himmelfahrt in Kempten.

 

Katalog

Anlässlich der Ausstellung ist eine umfangreiche und reich bebilderte Buchpublikation im Kunstverlag Josef Fink erschienen. Sie ist für 35 Euro im Museumsshop oder über den Buchhandel erhältlich.

Sonderführungen

An folgenden vier Terminen werden öffentliche Führungen zur Sonderausstellung mit Dr. Sabine Klotz oder Dr. Michael A. Schmid angeboten (jeweils um 14.30 Uhr):

Sonntag, 26. November 2017
Samstag, 13. Januar 2018
Sonntag, 04. Februar 2018
Samstag 10. März 2018

Führungen

für Gruppen oder Schulklassen können vereinbart werden unter: museum.st.afra@bistum-augsburg.de oder telefonisch unter 0821/3166-8833

Öffnungszeiten

Dienstag-Samstag: 10-17 Uhr Sonntag: 12-18 Uhr Montags geschlossen

Alle Informationen rund um die Sonderausstellung und das Diözesanmuseum finden Sie auch auf dessen Internetseiten.