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Ulrichswoche

„Wer im Dienst am Heil der Menschen einsteigt, der steigt auf“: Männerwallfahrt mit Weihbischof Wörner

Foto: Maria Steber / pba.
Foto: Maria Steber / pba.
05.07.2017

Augsburg (pba). Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit zahlreichen Reisebussen und der Bahn: Über tausend Männer sind gestern Abend zur traditionellen Männerwallfahrt nach Augsburg gekommen. Gemeinsam mit zahlreichen Fahnen- und Bannerträgern von Feuerwehr-, Schützen- und Trachtenvereinen sowie Vertretern kirchlicher Verbände machten sie sich in einer halbstündigen Prozession auf den Weg vom Dom über die Maximilianstraße bis hin zur Basilika St. Ulrich und Afra.

Begleitet von Weihbischof Florian Wörner haben sie gebetet, gesungen und ihrem Glauben in der Öffentlichkeit Ausdruck verliehen.Im Anschluss an die Prozession wurden die Wallfahrer von den Glocken der Basilika, der feierlichen Musik der Ulrichsbläser sowie dem Organisten Peter Bader in der Kirche begrüßt.

In seiner Predigt nahm Weihbischof Florian Wörner das Leitwort der diesjährigen Ulrichswoche, „Verkündet Gottes Heil von Tag zu Tag“, auf. Bei der Umsetzung dieser Aufforderung gehe es zunächst gar nicht so sehr „ums Ärmel hochkrempeln, ums machen und tun“, stellte der Weihbischof fest. Es gehe vielmehr darum, zu bekennen und zu glauben, dass das Heil von Gott komme. „Als Männer sind wir es gewohnt, unseren Mann zu stehen.“ Oftmals, so der Weihbischof, würden wir dabei jedoch der Gefahr erliegen, „dass wir den vergessen, der alles in seinen Händen hält, ohne den nichts geht, der alles Heil machen wird“, erinnerte er. „Wir vergessen, dass wir uns das Heil nicht selbst machen können, sondern dass wir es von Gott geschenkt bekommen.“ Diesem Missverständnis seien auch die Menschen beim Turmbau von Babel erlegen. Unter der Babylonischen Sprachverwirrung hätten sie nur noch aneinander vorbei geredet, sich gegenseitig nicht mehr verstanden. „So kann man keine Türme bauen und keine Gesellschaft gestalten“, sagte der Weihbischof und stellte das Pfingstfest als positives Ereignis gegenüber. Die Jünger hätten sich im Gebet versammelt und Gottes Geist wirken lassen. Wenn man dies zulasse, verstehe man sich untereinander, dann „baut man keine Türme und keine Luftschlösser“, so der Weihbischof.

Mitglieder einer „Gesellschaft des Geistes“ wüssten, dass es keine Sache von Frommen sei, die heilige Messe am Sonntag mitzufeiern, zur Beichte zu gehen und „Zeit zu haben für den, der uns in den Händen hält“. Wer dies als Grundlage beherzige, dem gehe es letztlich doch um ein Ärmel hochkrempeln und anpacken, blickte der Weihbischof nochmal auf das Motto der Wallfahrt und den Beginn seiner Predigt zurück: Bei der Fußwaschung habe sich Jesus klein gemacht und sei zum Diener geworden. Wer sich auf diese Weise für den anderen bückt, verliere nichts, sondern gewinne alles. „Wer im Dienst am Heil der Menschen einsteigt, der steigt auf und gewinnt an Niveau“, so Weihbischof Wörner. 

Sowohl bei der Prozession als auch im Gottesdienst waren vom Jugendlichen bis zum Senior alle Generationen vertreten. Traditionell, aber immer mit neuen Akzenten, werde die Männerwallfahrt stets aktuell und bewusst jung gehalten, betonte dazu Männerseelsorger Diakon Gerhard Kahl gegenüber der Pressestelle des Bistums Augsburg.

Eine längere Wallfahrt hatten gestern Abend bereits über zwanzig Männer aus Türkheim hinter sich: Zusammen mit Männerseelsorger, Diakon Gerhard Kahl, waren sie über Nacht fast 60 Kilometer nach Augsburg gepilgert. Für Männer, die eine besondere Herausforderung suchen, bietet er seit elf Jahren dieses besondere Angebot an: eine 24-stündige Nachtwallfahrt von Türkheim nach Augsburg. In diesem Jahr wurde die Wegstrecke zum ersten Mal auf insgesamt 57 Kilometer verlängert. Über zwanzig Männer nahmen an der Wallfahrt teil.     

Organisiert wurde die Männerwallfahrt auch heuer von der Männerseelsorge im Bistum Augsburg. Für die musikalische Gestaltung während der Prozession sorgte die Kolping-Blaskapelle aus Mering.