Die ehem. Seelsorger unser Pfarrgemeinde

Aufzeichnungen über die Seelsorger aus der frühen Zeit der Pfarrei sind sehr spärlich und lückenhaft. Meist gehen ihre Namen aus Urkunden oder geschlossenen Verträgen mit datierter Jahreszahl hervor. Es ist jedoch oft unklar, wann sie die Pfarrei übernahmen bzw. verließen. Zu den angegebenen Jahreszahlen waren die Pfarrer jedenfalls Inhaber der Pfarrei.

Johannes Dachs, Kirchherr und Dekan (1359-1380)

Er stammte aus der Familie der Gutsherren von Daxberg, ist also in der Pfarrei Erkheim geboren. „Pfaff Johans der Dachs Degan vnd kierchherre ze Erenkain“ besaß Güter, die nach seinem und seines Sohnes Tod an das Heilig-Geist-Spital in Memmingen fielen. Er war mit dem bedeutenden Amt eines Pflegers der Spitaldürftigen des Unterhospitals zu Memmingen betraut. Bis ins 19. Jahrhundert blieb er der einzige Pfarrer von Erkheim, dem das ehrenvolle Amt des Dekans anvertraut wurde.

Lutfrid (1421)

Als am Sonntag vor St. Jakob (20. Juli) 1421 das Patronatsrecht der Pfarrkirche Unser Frauen in Untererkheim von den Brüdern Jörg und Wilhelm Besserer an den Memminger Bürger Hans Stüdlin überging, heißt es, dass die Kirche „yetzun her Lutfrid inofficiert vnd besinget“.

Nikolaus Lieb (1436-1437)

Am „Aftermontag nach dem Zwölften“ (8. Januar) 1437 kam zwischen dem ehrsamen Herrn Nicolaus Lieb, Kirchherr zu Untererkheim, und Hans Raiser, Vogt und Lehensherr der Kirche, ein Vergleich zustande, der unter anderem besagt, dass der Pfarrer ein Viertel seines Obstes an die Pfarrkirche abliefern muss. Ferner darf er den kircheneigenen Brühl nutzen, die Ackermiete von Daxberg muss er aber den Heiligenpflegern ausliefern.

Markward Märk (1443)

Pfarrer Märk wird in einer Urkunde erwähnt, in der ein Andreas Haffner aus Frickenhausen von der Pfarrei vier Tagwerk Wiesmad in Bestand nimmt. Wahrscheinlich war er noch Pfarrer, als am Samstag nach St. Nikolaus (10. Dezember) 1446 die Brüder Ulrich und Johann Raiser, Bürger zu Memmingen, das Patronatsrecht der Pfarrkirche dem Spitalmeister Matthias Sailer und dessen Konvent in Memmingen schenkten.

Albrecht (?-1459)

Dass er bis dahin die Pfarrei innehatte, geht aus einem Vertrag hervor, den er mit dem nachfolgendem Pfarrer, seinem Neffen, abschloss.

Markward Rueff (1459-1461)

„Uff Donstag vor Sannt Martis tag“ (5. November) 1461 gab der Spitalmeister Jos von Memmingen den Widdumhof zu Untererkheim, den „der Ersam herr Marquart Ruf wylend kirchherr daselbs“ zuvor innegehabt hatte, dem Klaus Husler und dessen Kindern in Bestand.

Christian Spul (?-1490)

Von ihm ist nur bekannt, dass er 1490 sein Testament schrieb und noch im selben Jahre starb.

Johannes Vogel (1501)

„Johannes Vogel plebanus in vnnder Erckhain“ war als Zeuge anwesend, als am 3. März 1501 der Antonierpräceptor Sebastian de Bonis als Pfarrer in St. Martin in Memmingen feierlich installiert wurde.

Heinrich Görter (1512-1530)

Er war vermutlich mit dem Spitalmeister Caspar Görter verwandt. „Uff Mintag Nach Sannt Erassmus tag“ (7. Juni) 1512 verkaufte „Hainrich görtter pfarrer vnnd Jörig Hemerlin von Dachsperg vnnd Hanns Reibel von Erckhain vnd der zeit gesatzt hailgen pfleger vnnser lieben frawen pfarrkierchen zu vnnder Erckhain“ an Erhard Vöhlin, Pfleger zu Gundelfingen, zwei Tagwerk Äcker und vier Tagwerk Wiesmad, die in Frickenhausen lagen und zur Erkheimer Kirche gehörten.

Christoph Miller (1530-?)

Am 4. März 1530 erhielten Dekan und Kammerer des Kapitels in „Rettenpach“ den Auftrag, Christoph Miller feierlich zu installieren und in das Kapitel aufzunehmen. Im Jahre 1533 ist „Christophorus Miller“ noch nachgewiesen als „investitus ad ecclesiam in Undererckhain“. Seine Amtszeit endete vermutlich 1537, als der Herrschaftsinhaber Hans Keller in beiden Erkheimer Kirchen die Reformation einführte. Pfarrer Christoph Miller blieb seinem Glauben treu. Wie seine Ablösung vor sich ging, ist unbekannt. Im Jahre 1540 war er Pfarrer in Illerbeuren.

Elf Jahre lang, bis 1548, wurde auch in der Untererkheimer Kirche die neue Lehre verkündet. Der obere Pfarrer war auch für die untere Kirche zuständig.

Magister Nikolaus Schweickhart (1548-1558)

Im Jahre 1548 konnte die Kirche in Untererkheim wieder mit einem katholischen Priester besetzt werden. Fast alle Erkheimer blieben jedoch der neuen Lehre treu. Nikolaus Schweickhart wurde im Jahre 1558 abgelöst. Im Pfarrhof wurden ihm vertraglich zwei Zimmer zugewiesen, in denen er seinen Lebensabend verbringen durfte. Wer sein Nachfolger wurde, ist nicht bekannt. (siehe auch 1.2)

Bartholomäus Galler (1568-1572)

Obwohl der Spitalmeister seit 1552 die Vollmacht besaß, die Pfarrei mit einem Pater seines Ordens zu besetzen, musste er auch dieses Mal wieder einen Weltpriester berufen, weil es im Kreuzherrnkloster nicht genug Ordenspriester gab.

Pater Johannes Klelin (1572-1579)

Mit seiner Berufung beginnt eine lange Reihe von Ordenspriestern des Heilig-Geist-Ordens, die bis ins 19. Jahrhundert hinein als Seelsorger in Erkheim wirkten. Bartholomäus Galler war unter Pater Klelin noch mehrere Jahre als Vikar tätig. Anlässlich einer Pfarrvisitation im Jahre 1575 wurde eine Reihe von Mängeln in der Kirche und im Friedhof festgestellt.

Pater Georg Rielin (1579-1580)

Er wurde am 15. Februar 1579 in Erkheim installiert, doch versah Bartholomäus Galler weiterhin die Seelsorge. Pater Rielin wurde 1580 Pfarrvikar in Breitenbrunn, dessen Pfarrei ebenfalls dem Heilig-Geist-Orden gehörte.

Pater Georg Harrer (1580-1592)

Er war zuvor über 20 Jahre lang Pfarrer in der Frauenkirche in Memmingen (ebenfalls dem Heilig-Geist-Orden zugehörig). Auch er ließ die Pfarrei Untererkheim weiterhin von Bartholomäus Galler versehen. Erst als dieser 1583 Pfarrer in Eggental wurde, übernahm Pater Georg Harrer die Seelsorge in eigener Person. Er erledigte die Pfarrei durch Ableben und hinterließ Schulden in Höhe von 600 Gulden.

Pater Georg Gernmiller (1593-1594)

Die Ortsherren wollten diesen neuen Pfarrer nicht aufnehmen, falls ihnen der Spitalmeister nicht eine Kaution wegen der vom Vorgänger hinterlassenen Schulden leiste. Wie dies dann geregelt wurde, ist unbekannt.

Pater Bartholomäus Beck (1594-1595)

Schon nach einem Jahr verließ er die Pfarrei wieder und wurde Pfarrer in der Frauenkirche in Memmingen.

Pater Georg Gernmiller (1596-1597)

Er war drei Jahre zuvor bereits in Untererkheim als Pfarrer tätig und übernahm die Pfarrei nochmals für kurze Zeit.

Balthasar Frey (1597)

Er stammte aus Ottobeuren und wurde wenige Wochen nach seiner Priesterweihe als Pfarrer in Erkheim präsentiert, doch verließ er die Pfarrei nach zwei Monaten wieder, um die Kaplanei in Eldern zu übernehmen.

Michael Ribel (1597)

Auch er verließ die Pfarrei schon nach wenigen Monaten.

Pater Johannes Zwilch (1597-1603)

Er übernahm die Pfarrei zwei Jahre nach der Priesterweihe, verstarb aber nach nur fünf Jahren Dienst in Erkheim.

Pater Johannes Holl (1603-1613)

Bevor ihn der Spitalmeister Johannes Wolf am 11. Mai 1603 als Pfarrer in Erkheim präsentierte, war er als Pfarrer in Holzgünz (ebenfalls Kirche des Heilig-Geist-Ordens) tätig. Pater Holl begann im Jahre 1604 mit der Registrierung der Sterbefälle, ab 1607 trug er auch die Taufen in das Buch ein. Dieser bis 1663 geführte Band I ist heute noch erhalten.

Pater Holl kam 1613 wieder nach Holzgünz und war später Pfarrer in Westerheim (ebenfalls Kirche des Heilig-Geist-Ordens). In seinen Aufzeichnungen berichtet Pater Andreas Schöllhorn, dass Johannes Holl seine Pfarrei im Stich ließ und nach Kärnten ging, als der Krieg ins Land kam. Zwei Jahre später wurde er von den Konventualen zum Spitalmeister gewählt und nach Memmingen zurückgeholt. Vor seinem Weggang nach Kärnten hatte er bei Westerheim Geld vergraben, mit dem er nun der großen Not im Kloster abhelfen konnte. Wegen des großen Mangels an Nahrungsmitteln fuhr er 1635 wieder nach Österreich, um Getreide zu kaufen. Der Getreidewagen kam auch nach Memmingen zurück, doch er selbst blieb in Österreich und trat als Spitalmeister zurück.

Pater Jakob Faber (1613-1626/evtl. 1630)

Er wurde 1603 zum Priester geweiht. Auf eine Anfrage des Ordinariats hin berichtete Pater Faber im Jahre 1623, dass sein Einkommen etwa 200 Gulden betrage und er ungefähr 250 Kommunikanten habe. Drei Jahre später wurden bei einer Pfarrvisitation 320 Kommunikanten notiert. Vom Jahr 1628 bis 1630 kam es zur ersten Pestwelle, doch wurden im Gegensatz zur oberen Pfarrkirche in der unteren Pfarrei keine Sterbefälle aufgeschrieben.

Am 10. Januar 1628 wurde in der oberen Kirche auf Initiative des Bischofs und unter großen Protesten der Stadt Memmingen wieder ein katholischer Priester installiert. Pfarrer Dr. Vitus Karl gelang es noch im selben Jahr, alle Lutheraner, mit Ausnahme von vier Bauern, zum katholischen Glauben zurückzuführen.

Pater Paulus Natterer (1630-1631)

Von ihm ist nur bekannt, dass er nichts in die Pfarrbücher eintrug.

Pater Petrus Allgeier (1631-1635)

Er wurde am 28. Februar 1631 von Breitenbrunn nach Erkheim berufen. Seine Amtszeit fiel in die schrecklichsten Jahre des Dreißigjährigen Krieges. Er verstarb 1635 an der Pest. (siehe auch 1.3)

Pater Paulus Natterer (1645-?)

Pater Natterer wurde 1645 zum zweiten Mal als Pfarrer eingesetzt. Ob er die Pfarrei bis 1648 versah, ließ sich nicht ermitteln.

Als um Allerheiligen 1646 eine große bayerische und kaiserliche Armee mit 100.000 Soldaten in und um Erkheim lagerte, mussten der Pfarrer und die Dorfbewohner fliehen. Immer wiederkehrende Truppendurchzüge und Einquartierungen brachten auch in den folgenden Jahren noch viele Unannehmlichkeiten.

Pater Johannes Heiserer (1648-1654)

Pater Heiserer versah in seinen beiden ersten Jahren in Erkheim auch die obere Pfarrei, die durch einen kaiserlichen Erlass wieder in den katholischen Stand versetzt worden war. Durch die Friedensvereinbarungen des „Westfälischen Friedens“ 1648 fiel die obere Kirche im April 1649 wieder den Lutheranern zu. Die Katholiken dieses Pfarrsprengels, die durch die Einwanderer aus Tirol und Altbayern eine beträchtliche Zahl erreicht hatten, wurden nun der unteren Pfarrei zugewiesen.

1650 brach in der Filiale Daxberg erneut die Pest aus und forderte viele Opfer. Pater Heiserer war in seiner Pfarrei nicht sehr beliebt, vor allem mit den Daxbergern gab es Streit. Schließlich wurde er nach Westerheim versetzt, während der dortige Pfarrer, Pater Andreas Schöllhorn, nach Erkheim kam. (siehe auch 1.3)

Pater Andreas Schöllhorn (1654-1664)

Er war einer der bedeutendsten Pfarrer, die in der Erkheimer Pfarrei wirkten. Aus seinen Aufzeichnungen, die er erst im Jahre 1700 abschloss, erfahren wir viel aus seinem langen und erlebnisreichen Leben. Besonders aufschlussreich sind seine Erlebnisse während des Dreißigjährigen Krieges, aber auch seine Berichte über die Sticheleien und Streitigkeiten zwischen den Kofessionen geben uns Einblick in die Zustände im 17. Jahrhundert.

Pater Andreas Schöllhorn wurde in dem kleinen Weiler Schöllhorn bei Rot an der Rot geboren. Er trat in das Kloster Schussenried ein und kam 1637 in das Kreuzherrnkloster in Memmingen, wo er später dem Heilig-Geist-Orden beitrat. Am 26. Mai 1646 wurde er zum Priester geweiht. Wegen seines Mutes und seiner Tatkraft wurde er vom Spitalmeister immer wieder mit besonders schwierigen Aufgaben betraut. Im Jahr 1664 erhielt er den Auftrag, nach Stephansfeld im Elsaß zu reisen, um den schweren Missständen in der dortigen Ordensniederlassung abzuhelfen. Die Ammänner von Erkheim, Daxberg und Schlegelsberg erschienen daraufhin vor dem Spitalmeister mit der eindringlichen Bitte, den beliebten Pfarrer in Erkheim zu belassen. Auf das Versprechen hin, dass Pater Schöllhorn nach Erledigung seines Auftrages wieder Pfarrer in Erkheim werde, gaben sie sich zufrieden.

Aus dem Bericht über eine Pfarrvisitation im Jahre 1659 ist zu entnehmen, dass die Zahl der Kommunikanten in der Pfarrei 340 betrug.

Pater Michael Knaus (1664)

Er stammte aus Riedlingen und war erst 35 Jahre alt, als er die Pfarrstelle in Erkheim übernahm. Am 12. November desselben Jahres verstarb er. Bis zur Rückkehr von Pater Schöllhorn übernahmen die Augustiner in Memmingen die Seelsorge in Erkheim.

Pater Andreas Schöllhorn (1664-1697)

Am 19. Dezember kehrte Pater Schöllhorn von Stephansfeld in seine Pfarrei zurück, die er am 12. Mai verlassen hatte. Zwei Jahre später sowie Ende des Jahres 1671 musste er nochmals ins Elsaß. Aushilfe leistete der Franziskanerpater Johannes Weiß bzw. Pater Bernhard Baudrexel.

Pater Andreas Schöllhorn hat sich in Erkheim vor allem dadurch verdient gemacht, dass er dringende Bauvorhaben trotz des Mangels an Geld tatkräftig anpackte. So begann er schon 1657 ein neues Schul- und Mesnerhaus zu bauen. Zuvor hatte er die Pfisterei in Daxberg zum Abbruch gekauft und kam so für den Bau zu billigen Steinen. (siehe auch 7.1)

Durch den Zuzug von etwa 200 Personen aus Tirol und Altbayern und die Einbeziehung der Katholiken von Obererkheim in die Pfarrgemeinde waren die Kirche und der Friedhof viel zu klein geworden. Im Jahre 1671 wurde das Gotteshaus durch einen Anbau um neun Schuh verbreitert. (siehe auch 4.1)

Großes Aufsehen erregte ein Ereignis in Daxberg. Am 17. Januar 1680 brannten in Daxberg drei Häuser ab, darunter auch jenes, das dem Schmied Michael Luxenhofer gehörte. Aus der Glut dieses Hauses wurde unter den Augen vieler Zeugen ein völlig unversehrtes Skapulier gezogen (ein Stoffband, das von den Mitgliedern der Skapulierbruderschaft getragen wurde). Dieses offensichtliche Wunder beschäftigte den schon im Austrag lebenden protestantischen Wirt Georg Pöppel von Erkheim so sehr, dass er nach vielen Gesprächen mit Pater Andreas Schöllhorn in die katholische Kirche übertrat. Einige Jahre später konvertierte auch sein Enkel Georg Wilhelm Pöppel, der spätere Kronenwirt.

Pater Andreas Schöllhorn feierte im Jahre 1696 sein 50-jähriges Priesterjubiläum. Wegen seines hohen Alters konnte er seine Pfarrei, der er 42 Jahre lang diente, nun nicht mehr versehen und gab sie in jüngere Hände.

Pater Franz Aigner (1697-1708)

Pater Franz Aigner stammte aus Wengen und war seit 1670 Priester. Er übernahm die Seelsorge in Erkheim schon im Jahre 1696. Am 12. September dieses Jahres schloss der Spitalmeister Sigismund mit dem Maurermeister Thomas Rother in Mindelheim einen Vertrag, der den Abbruch der Pfarrkirche und einen Neubau beinhaltete. Nur der Turm sollte stehen bleiben.

Pater Franz Aigner wurde erst am 18. Juni 1697 kanonisch instituiert. Zu diesem Zeitpunkt war der Bau der neuen Kirche schon im vollen Gange. Die Vorarbeiten zu dem Neubau waren wohl schon unter seinem Vorgänger, Pater Schöllhorn, begonnen worden. Dieser hatte Pater Franz Aigner eine reichlich gefüllte „Heiligenkasse“ übergeben, so dass die Bezahlung des Kirchenbaues keine großen Schwierigkeiten bereitete.

Im Firmungsregister der Pfarrei steht, dass am 12. Oktober (?) 1697 anlässlich der Einweihung der neu erbauten Kirche 76 Personen gefirmt wurden. Aus dem Bericht über die Pfarrvisitation im Jahre 1707 geht hervor, dass die Pfarrei 600 Kommunikanten zählte. Pater Franz Aigner übernahm 1708 wieder die Pfarrei Westerheim, die er schon früher innegehabt hatte.

Pater Joseph Pfersich (1708-1719)

Pater Joseph Pfersich wurde 1675 in Babenhausen geboren und war seit 1698 Priester. Ehe er nach Erkheim kam, versah er die Pfarrei Holzgünz.

In seiner Amtszeit als Pfarrer von Erkheim wurde die Filialkirche in Daxberg neu gebaut und am 10. Mai 1710 vom Weihbischof Johannes Kasimir Röls geweiht. Bei diesem Anlass empfingen auch 13 Personen das Sakrament der Firmung.

In einem Visitationbericht aus dem Jahre 1717 wurde die Zahl der Kommunikanten mit etwa 700 angegeben. Pater Joseph Pfersich kam 1719 als Pfarrvikar nach Westerheim.

Pater Alexander Maugg (1719-1722)

Er stammte aus Dietratried und wurde 1707 zum Priester geweiht. Vor seiner Versetzung nach Erkheim versah er die Pfarrei „Unser Frauen“ in Memmingen.

Während seiner Amtszeit in Erkheim erhielt der Kirchturm im Jahre 1721 zwei neue Glocken. Diese wurden von den Brüdern Nicolaus und Alexander Arnold von Dinkelsbühl vermutlich in Erkheim gegossen.

Pater Alexander Maugg verließ die Pfarrei, weil er zum Konventdekan befördert wurde.

Pater Adolf Sommerdorfer (1722-1728)

Er wurde von Spitalmeister Sigismund präsentiert. Im Jahre 1728 verließ er Erkheim und kam in die Ordensniederlassung Wimpfen (bei Heilbronn).

Pater Petrus Mau (1728-1729)

Er erhielt seine Präsentation ebenfalls von Spitalmeister Sigismund. Pater Petrus Mau verstarb bereits im Jahre 1729.

Pater Adolf Sommerdorfer (1729-1753)

Nach dem frühen Tod des Paters Petrus Mau wurde Pater Adolf Sommerdorfer erneut nach Erkheim berufen. Er beschwerte sich 1743 beim Generalvikar, dass mehrere Pfarrkinder am Sonntag in der Kapelle des Schlosses, das dem Kloster Ottobeuren gehörte, die heilige Messe besuchten. Die Antwort des Generalvikars lautete, dass dieser Gottesdienst nur für die Inhaber des Schlosses und ihre Bediensteten zur Erfüllung des Kirchengebotes erlaubt sei und dass alle anderen Personen den Gottesdienst in der Pfarrkirche besuchen müssten.

In einem Visitationsbericht aus dem Jahre 1750 wurden 752 Kommunikanten genannt. Der Grund, weshalb Pater Adolf Sommerdorfer von der Pfarrei ausschied, ließ sich nicht ermitteln.

Pater Narzissus Friedle (1753-1757)

Der gebürtige Ottobeurer war zuvor Pfarrer in Westerheim und Breitenbrunn. Unter ihm erhielt der Kirchturm eine kleine Glocke, die von Johann und Melchior Ernst 1753 in Memmingen gegossen wurde. Pater Narzissus Friedle kehrte wieder nach Breitenbrunn zurück.

Pater Franz Xaver Metzler (1757-1768)

Er wurde 1699 in Kaufbeuren geboren und war vor seiner Berufung nach Erkheim in Breitenbrunn tätig. Am 9. Oktober 1761 gestattete ihm der Generalvikar, in der Kirche Kreuzwegstationen zu errichten.

Von ihm stammt folgende Beschreibung der pfarrlichen Einkünfte (vermutlich aus dem Jahr 1758): 12 Malter Roggen = 60 fl.; 140 Viertel Vesen = 56 fl. 23 kr. 1 hl.; 170 Viertel Haber = 42 fl. 30 kr.; 2 Viertel Erbsen = 2 fl.; Heu geschätzt auf 10 fl. 8 kr 2 hl.; Blutzehnte zu 2 fl. 46 kr.; für gestiftete Jahrtage 19 fl. 27 kr.; Stolgebühren etwa 20 fl.; im Ganzen also 234 fl. 19 kr. 3 hl.; Die Einnahmen der Kirchenfabrik beliefen sich auf 185 fl. 24 kr. 5 hl., die Ausgaben auf 123 fl. 3 kr.

Wegen der Ausdehnung der Pfarrei und der großen Seelenzahl entstand beim Pfarrherren und bei der Pfarrgemeinde der Wunsch nach einem Hilfsgeistlichen. Im Jahre 1760 ging dieser Wunsch in Erfüllung. Durch die Spenden der Wohltäter Wilhelm Pöppel (1455 fl.), Katharina Dodl (600 fl.), Josef Grambihler (100 fl.), dem Wirt von Unterkammlach (100 fl.) und durch die Beisteuer der übrigen Pfarrkinder kamen 3000 fl. zusammen. Damit wurde ein Frühmessbenefizium gestiftet. Die Erkheimer Frühmesser waren Pater Bernhard Schultes vom 12. Juli 1760 bis 23. Januar 1778, Pater Franz Hollmayr von 1778 bis 1780, Pater Paulus Scherer von 1781 bis 1807 und Pater Sebastian Köhle von 1807 bis zu seinem Tode am 6. August 1812.

Pater Franz Xaver Metzler wurde 1768 in sein Kloster zurückberufen. (siehe auch 1.5)

Pater Narzissus Friedle (1768-1775)

Er kam nach neun Jahren Abwesenheit wieder nach Erkheim zurück, wo er 1775 mit 74 Jahren verstarb. Unter ihm wurde im Jahre 1772 der Hochaltar, von dem einzelne Schnitzereien die Jahreszahl 1683 tragen, im Rokokostil errichtet. Er kostete 653 fl. 36 kr. Im Jahre 1774 wurden die Beichtstühle neu gefast und das Altarbild auf dem Sebastiansaltar gemalt.

Pater Anton Wismüller (1775-1778)

Sein Heimatort war Mussenhausen. Er wurde 1745 geboren und 1770 zum Priester geweiht. Vermutlich wurde Pater Anton Wismüller wieder in das Kloster zurückberufen.

Pater Heinrich Wirth (1778-1787)

Er wurde 1746 in Memmingen geboren und war seit 1770 Priester. Auf Grund einer in den Pfarrbüchern gefundenen Aufzeichnung las er alle 14 Tage in Schlegelsberg die heilige Messe. Der Abt von Ottobeuren verlangte aber, dass er dort jede Woche zelebrierte. Da Pater Heinrich Wirth dieses Verlangen nicht erfüllte, verweigerten ihm die Filialisten, sicher im Einvernehmen mit dem Abt, den Blutzehnt. Die Folge waren jahrelange Streitigkeiten, die sich auch noch unter seinem Nachfolger fortsetzten.

Pater Heinrich Wirth kam 1787 nach Westerheim.

Pater Joseph Strobel (1787-1792)

Er wurde 1738 in Mietingen bei Laupheim geboren und 1765 zum Priester geweiht. Die alte Orgel in der Pfarrkirche war unbrauchbar geworden. Auf Betreiben des Pfarrvikars Pater Joseph Strobel, der vom Dekan als „wahrhaft guter Hirte“ geschildert wurde, erhielt die Kirche im Jahre 1788 eine neue Orgel mit zehn Registern aus der Werkstatt des Ottobeurer Orgelbauers Johannes Holzheu. Sie kostete 550 Gulden. An freiwilligen Beiträgen kamen 320 Gulden zusammen, die restlichen 230 Gulden steuerte der Spitalmeister bei. Die Kirche erhielt auch neue Fenster aus böhmischem Tafelglas, das der Hofglaser aus Ottobeuren lieferte.

Der Streit um den Zehnt von Schlegelsberg spitzte sich unter Pater Joseph Strobel noch weiter zu. Zuletzt ließ er ihn durch seine Leute einfach auszählen und nach Hause fahren, worüber der Ammann von Schlegelsberg tobte und raste.

Pater Joseph Strobel wechselte 1792 nach Holzgünz.

Pater Heinrich Wirth (1792-1816)

Als der Spitalmeister David Laber Pater Heinrich Wirth im Jahre 1792 nochmals nach Erkheim berief, ahnte er noch nicht, dass diese Ernennung eines Pfarrvikars nach Erkheim die letzte war, die vom Kreuzherrnkloster ausging.

Diese zweite Amtszeit von Pater Heinrich war geprägt von tief greifenden Veränderungen, die ihren Ursprung in der Französischen Revolution hatten. Erkheim hatte unter den Kämpfen der französischen Revolutionstruppen gegen die königstreuen Condéer besonders zu leiden. Die Lage an der neuen Landstraße erwies sich auch in den folgenden Jahren wegen der vielen Truppendurchzüge als besonders nachteilig.

Nach der Säkularisierung des Kreuzherrnklosters wurde Pater Heinrich Wirth rechtmäßiger Pfarrer von Erkheim (die Klostergeistlichen wurden zwar auch oft Pfarrer genannt, waren aber offiziell nur Pfarrvikare). Er bekam nun auch einen Kaplan. Das Frühmessbenefizium wurde nach dem Tode des letzten Benefiziaten im Jahre 1814 von staatlicher Seite aufgehoben und in ein Kaplaneibenefizium umgewandelt.

Pfarrer Heinrich Wirth versah die Pfarrei insgesamt 33 Jahre bis zu seinem Tode am 8. April 1816. In seinem Testament bestimmte er 60 Gulden zur Bezahlung des Schullohnes für arme Kinder in der Pfarrschule zu Erkheim bzw. den Nebenschulen in Daxberg und Schlegelsberg.

David Laber (1816-1821)

Er war bis 1803 Spitalmeister des Heilig-Geist-Ordens in Memmingen. Nach dessen Auflösung lebte er in Holzgünz und bewarb sich trotz seiner 67 Jahre noch als Pfarrer in Erkheim, das 450 Jahre lang so eng mit dem Kreuzherrnkloster verbunden war.

Der ehemalige Prälat versah die Pfarrei bis zu seinem Tode am 3. November 1821.

Nikolaus Wacker (1822-1828)

Er war zuvor Pfarrer in Westerheim und wird als ein sehr eifriger, gewissenhafter Seelsorger, ein Mann von Ordnung, Pünktlichkeit und Eifer für Gott und das Heil seiner Herde geschildert. Pfarrer Nikolaus Wacker starb Ende Oktober 1828 in Erkheim.

Anton Gruber (1829-1837)

Er wurde in München geboren und war ein ehemaliger Karmelitenpater. Pfarrer Anton Gruber verstarb am 21. Januar 1837 im Alter von 68 Jahren.

Philipp Heim (1837-1847)

Während seiner Amtszeit erfolgte am 24. Juni 1838 die Einweihung der Kapelle in St. Johann. Pfarrer Heim starb am 2. Mai 1847 im Alter von 55 Jahren an einem Schlaganfall.

Johann Evangelist Königsberger, Bischöflicher Geistlicher Rat und Dekan (1847-1872)

Nach Johannes Dachs, Kirchherr und Dekan, der 1380 gestorben war, dauerte es mehr als 450 Jahre, bis wieder ein Dekan im Erkheimer Pfarrhaus seinen Sitz hatte.

Johann Evangelist Königsberger wurde am 5. Februar 1801 in Kempten geboren. Vor seiner Berufung zum Pfarrer in Erkheim war er in Westerheim. Geistlicher Rat Königsberger wurde auch mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Es heißt von ihm, dass er ein entschiedener Charakter, ein Mann des Friedens und ein Freund der Schule war.

Sebastian Wirth (1872-1899)

Er wurde am 20. Januar 1820 in Mindelheim geboren. Sein goldenes Priesterjubiläum konnte er am 26. April 1886 feiern. Pfarrer Sebastian Wirth wurde nach 26-jähriger Tätigkeit in Erkheim am 31. Dezember 1899 zu Grabe getragen.

Joseph Rohrhirsch (1900-1908)

Er wurde am 25. September 1861 geboren und im Jahre 1887 zum Priester geweiht. Unter seinem Vorgänger war er hier 1887/88 schon Kaplan. Pfarrer Joseph Rohrhirsch verstarb am 9. Februar 1908 im Alter von nur 46 Jahren.

Karl Fischer (1908-1918)

Er wurde am 14. November 1870 in Winzingen geboren. Seine Priesterweihe erfolgte am 25. Juli 1895. Vor der Berufung nach Erkheim war er Pfarrer in Oberhausen bei Weißenhorn.

Im Jahre 1909 wurde der alte Pfarrstadel abgebrochen und der Platz zu einem Garten angelegt. Pfarrer Karl Fischer muss eine großer Bienenfreund und Obstliebhaber gewesen sein. Er pflanzte im vorderen Garten 40 Hochstämme und im hinteren Garten und am Haus 100 Zwergbäume. Unter ihm wurde 1911 der Kirchturm neu verputzt und eine neue Kirchenuhr installiert.

Pfarrer Karl Fischer führte ein Tagebuch, aus dem wir viel aus den schweren Jahren des Ersten Weltkrieges erfahren. In seinen letzten Eintragungen im Januar 1918 berichtet er noch von einem Hochwasser. Der Pfarrhof stand tagelang unter Wasser.

Seine Erkrankung war wohl der Grund für das Fehlen weiterer Eintragungen. Er starb am 26. Mai 1918 in München im Alter von 48 Jahren.

Johann Baptist Lutz, Bischöflicher Geistlicher Rat (1918-1953)

Er wurde am 22. Februar 1880 in Dornstadt bei Oettingen geboren und im Jahre 1904 zum Priester geweiht. Vor seiner Berufung nach Erkheim war er Pfarrer in Hafenhofen bei Burgau. Als er am 27. November 1918 in Erkheim Einzug hielt, war der erste Weltkrieg soeben zu Ende gegangen.

Geistlicher Rat Lutz wirkte 35 Jahre lang als Seelsorger in Erkheim. In dieser langen Zeit gab es nur wenige gute Jahre. Insbesondere die Naziherrschaft und der Zweite Weltkrieg brachten für den Pfarrer viele Belastungen. Im Jahre 1953 trat er in den Ruhestand. Er verstarb am 16. März 1963 in Dinkelsbühl.

Dr. Matthäus Barfüßler (1953-1957)

Am letzten Tag des Jahres 1953 wurde Dr. Barfüßler, geboren am 27. September 1903, als neuer Pfarrer in Erkheim begrüßt. Seine Priesterweihe erfolgte am 17. März 1940. Während seiner Amtszeit erhielt das Langhaus der Kirche neue Deckengemälde, ebenso entstand die Grotte in Daxberg. Pfarrer Dr. Barfüßler wurde 1957 an die Pfarrei Forst bei Weilheim versetzt.

Heinrich Brunnhuber (1957-1961)

Er wurde am 26. September 1925 in Mindelheim geboren und im Jahre 1950 zum Priester geweiht. Im September 1957 kam er als Pfarrer nach Erkheim. Er war auch Dekanatsjugendseelsorger. Sein früher Tod am 25. Januar 1961 löste große Trauer aus. Pfarrer Heinrich Brunnhuber wurde nur 35 Jahre alt.

Alfred Höpfel (1961-1966)

Der gebürtige Augsburger war Benefiziat in Wasserburg am Bodensee, als ihn die Berufung als Pfarrer nach Erkheim erreichte. Der eifrige Seelsorger wurde schon fünf Jahre später als Stadtpfarrer nach Memmingen berufen und kam wenige Jahre später nach Hindelang, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1994 segensreich wirkte.

Michael Mayer, Dekan (1966-2000)

Dekan Michael Mayer wurde am 12. Oktober 1931 in Eheim bei Ottobeuren geboren. Nach dem Theologiestudium in Dillingen fand dort am 18. Mai 1958 seine Priesterweihe statt. Anschließend trat er seine erste Stelle als Aushilfspriester in Großaitingen bei Schwabmünchen an. Im Mai 1959 wurde er als Kaplan an die Herz Jesu Pfarrei im Augsburger Stadtteil Pfersee versetzt. Von September 1964 bis September 1966 wirkte Dekan Mayer als Seelsorger in Marktoberdorf, ehe die Berufung nach Erkheim erfolgte. Seine Amtseinführung fand hier am 9. September 1966 statt. Seit 1978 betreut er die Pfarrei Holzgünz seelsorgerisch mit. Die Ernennung zum Dekan im Dekanat Ottobeuren erfolgte im Jahr 1985. Am 17. Mai 1998 feierte er in einem feierlichen Hochamt sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Ende August 2000 trat Dekan Mayer nach 34 Jahren als Seelsorger der Pfarrei Erkheim in den Ruhestand.
Nach wie vor ist er eine wichtige Stütze in der seelsorgerischen Arbeit in der Pfarrei.

Aleksander Gajewski (2000-2007)

Aleksander Gajewski wurde in einem kleinen Städtchen im Südosten Polens am 3.1.1963 geboren. In einer glücklichen Familie mit zwei Geschwistern wuchs er auf, besuchte die Grundschule und anschließend das Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er Philosophie und Theologie bei den Pallotinern in Oltarzew bei Warschau. Im Alter von 27 Jahren wurde er am 5.5.1990 zum Priester geweiht.

Die ersten 3 Jahre arbeitete er als Kaplan in seiner polnischen Heimat. Der weitere Weg führte ihn 1993 nach Österreich, wo er als Krankenhausseelsorger arbeitete.

In unserer Nachbargemeinde Sontheim übte er seit 1997 seinen priesterlichen Dienst in Deutschland aus.
Ab 1.09.2000 übernahm er zusätzlich die Pfarreien Erkheim und Holzgünz.