Zinkenbichlkapelle

 

Zinkenbichlkapelle
Patrozinium: 14. September

Die Zinkenbichlkapelle befindet sich erst seit etwa einem Menschenalter an dieser Stelle. Vordem stand sie als traulicher Rundbau auf dem Zinken- oder eigentlich Senkebüchle. Das war ein – heute abgetragener – Moränenhügel östlich des jetzt abgewürdigten alten Kemptener Straßenteils, der jetzt durch eine Umgehung ersetzt ist. Da er seit „unfürdenklichen Zeiten“ seines Sandgehaltes wegen ausgebeutet wurde, kamen die Schichten allmählich ins Rutschen und der Hügel „senkte sich“. Die dadurch veranlasste Einsturzgefahr zwang zur Verlegung der Kapelle, die anfänglich in den Winkel der Wertacher- und Kemptener Straße oben bei Kronenwirts Keller geplant war. Dann aber entschied man sich für die jetztige, wirkungsvollere Stelle an der Maria Trost Allee. Vor dem aus dem alten Rundbau übernommenen, allezeit hochverehrten Kreuze berichtet die Zunftordnung der Nesselwanger Bäcker v. 1622, derzufolge man an bestimmenten Tagen in Prozession mit brennenden Kerzen auf den „Kreuz-Bichl“ pilgerte. Der Bevölkerungsschwund in der Schweden- und Pestzeit hat all diese Zusammenhänge erlöschen lassen. Eine Aktennotiz von 1883 erwähnt einen Kreuzweg zur Rundkapelle hinauf (Nesselwanger Chronik 1954).