Der heilige Petrus Canisius

Patron der Kirche und der Pfarrgemeinde

Petrus Canisius wurde am 8. Mai 1521 in Nimwegen (Niederlande) geboren. Als junger Man studierte er in Köln, wo er mit der deutschen Mystik in Berührung kam. So entschloss er sich gegen den Willen seines Vaters zum Studium der Theologie. Im April 1543 machte er bei Peter Faber die geistlichen Übungen (Exerzitien) des hl. Ignatius von Loyola, die ihm die letzten Berufszweifel nahmen. Als erster Deutscher schloss er sich am 8. Mai 1543 der Gesellschaft Jesu (Jesuiten) an und empfing im Jahre 1546 die Priesterweihe. In diesen Jahren begann er auch wissenschaftlich zu arbeiten und hielt Vorlesungen. Der Bischof von Augsburg, Kardinal Otto Truchseß von Waldburg, wurde auf Canisius aufmerksam und bestellte ihn 1547 zu seinem Privattheologen auf dem Konziel von Trient. 1562 war er schließlich päpstlicher Theologe auf diesem Konzil. Petrus Canisius war ganz entscheidend am Wiederaufbau der katholischen Kirche in Deutschland beteiligt. Er war Professor und Universitätsrektor in Ingolstadt; er wirkte in Prag, Innsbruck und München; er war Professor und Domprediger in Wien, wo er die ihm mehrmal angebotene Bischoftswürde ablehnte.

Von 1559 bis 1566 wirkt er in Augsburg als Domprediger. Dabei wusste er das Wort der Verkündigung mit der praktischen Nächstenliebe zu verbinden: Canisius betreute die Kranken in der Fuggerei und kümmerte sich auch um die Pestkranken, als in der Stadt die Pest ausgebrochen war. Wohl die nachhaltigste Wirkung erzielte Petrus Canisius durch seine schriftstellerischen Arbeiten. Deshalb ist er in unserer Kirche auch mit der Schreibfeder in der Hand dargestellt. Von seinen Werken ist sein berühmtestes der dreifache Katechismus für Studenten, Kinder und Mittelschüler. 1580 wurde Canisius nach Fribourg (Schweiz) versetzt. Dort wirkte er weiter als Prediger, Seelsorger und Schriftsteller. Am 21. Dezember 1597 starb Petrus Canisius in Fribourg. Sein Leib ruht in der dortigen Michaelskirche.

Petrus Canisius war ein tieffrommer Mensch, der eine umfassende Kenntnis der Heiligen Schrift und der Kirchenväter besaß. Ein wichtiges Leitwort für sein Leben hat er sich bereits 1538 in ein Schulheft geschrieben: "Persevera" (Halte durch). Er hat durchgehalten und ist in einer schwierigen Zeit treu zum Glauben, zur Kirche und zum Papst gestanden. Es ist bemerkenswert, dass er in der Auseinandersetzung mit den Protestanten, sehr im Gegensatz zur damals üblichen Ausdrucksweise, auffallend mild und tolerant war. Er nannte die Protestanten nur "Novatores" (Neuerer) und lies damit Wege der Verständigung offen. Wegen seines Einsatzes für die Erneuerung der Kirche in Deutschland wurde er von Papst Leo XIII. (1878-1903) auch "Zweiter Apostel Deutschlands nach Bonifatius" genannt. Im Heiligen Jahr 1925 wurde Petrus Canisius heilig gespreochen und mit dem Titel "Kirchenlehrer" geehrt.

Petrus Canisius ist für unsere Gemeinde ein gutes Vorbild! Er kennt die Schwierigkeiten, die der Verkündigung der Frohen Botschaft im Wege stehen. Gleichzeitig aber zeigt er Wege auf, die in die Zukunft führen.

(Kirchenführer: "Pfarrkirche St. Canisius, Augsburg-Hochfeld", S. 11f)

Quellen:
  • Julius Oswald, Peter Rummel (Hrsg.): Petrus Canisius - Reformer Kirchen; Augsburg 1996
  • Rita Haub: Petrus Canisius - Botschafter Europas; Kevelaer 2004
  • Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen; Innsbruck, Wien 1988