2. Pädagogischen Grundlagen

1. Unser Bild vom Kind

Kinder sind von Klein an aktive Mitgestalter ihrer Bildung und Entwicklung. Ihr Lerneifer, ihr Wissensdurst und ihre Lernfähigkeit sind stark ausgeprägt. Durch ihre natürliche Neugierde und ihren Erkundungs- und Forscherdrang lernen sie spielerisch sich Wissen anzueignen.
Im täglichen Miteinander sehen wir das Kind als einen gleichwertigen Partner und achten seine Würde.

2. Unserer Leitgedanke

„Du Kind, wirst nicht erst Mensch, du bist Mensch“, Janusz Korczak

Dieser Grundsatz ist ein wesentliches Element unserer pädagogischen Praxis. Jedes Kind ist einzigartig und hat eine individuelle Persönlichkeit. Wir unterstützen, fördern und stärken es auf seinem Weg ins Leben. Dabei vertrauen wir voll und ganz auf seine Fähigkeiten.
Erziehung heißt für uns, das Kind in einer Atmosphäre der Wertschätzung und des Vertrauens in seiner Entwicklung zu fördern. Wir wollen ihm ein liebevolles Vorbild sein. Das Kind kann bei uns vielfältige Erfahrungen mit sich, mit anderen Menschen, der Natur und der Umwelt sammeln.
In unseren Kinderkonferenzen haben die Kinder die Möglichkeit, ihre Meinung einzubringen und so ihren Kindergartenalltag mit zu gestalten.
Wir achten bewusst auf eine Altersmischung in den Gruppen, denn es lernen sowohl die jüngeren Kinder von den Älteren, als auch umgekehrt.

3. Unser Verständnis von Bildung

Im Kindesalter ist Bildung ein sozialer Prozess, gestaltet durch aktive Interaktion von Kindern und Erwachsenen. Der soziale und kulturelle Hintergrund aller Beteiligten ist dabei von großer Bedeutung.
Vor allem im Elementarbereich steckt ein hohes Bildungspotential im Zusammenleben der Kinder untereinander. Durch unterschiedliche Kompetenzen, Interessen und Stärken wird der kindliche Bildungsprozess maßgeblich bereichert. Dabei wird der Grundstein für ein demokratisches und selbstbestimmtes Miteinander geschaffen.
Dieses Verständnis von Bildung findet sich in unserem Ansatz der Ko-Konstruktion wieder. Für uns bedeutet dies, dass sowohl das Kind als auch die Umwelt am lebenslangen Bildungsprozess gleichermaßen aktiv beteiligt sind. Auch wir sehen uns Erwachsene dabei „als Lernende und nicht nur als Lehrende“.

4. Unsere Umsetzung vom kindlichen Spiel

Durch das Spiel setzt sich das Kind individuell mit seiner Umwelt und seinen inneren Befindlichkeiten auseinander. Spielen, Lernen und Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden. Spiel ist immer zweckfrei. Im Spielen verleihen Kinder ihrem Tun Sinn und den Dingen Bedeutung. Dabei hängt das Spielverhalten insbesondere von den Spielmaterialen, der räumlichen Umgebung und der Unterstützung seitens der Erwachsenen ab.
Deshalb legen wir großen Wert darauf, die Spielprozesse der Kinder aktiv zu beobachten, zu begleiten und zu unterstützen.

5. Unser Verständnis von Partnerschaft und Partizipation

Partnerschaft bedeutet für uns einen wertschätzenden Umgang mit Kindern und Eltern.
Durch den Dialog und die Zusammenarbeit aller Beteiligten (Eltern, Träger, Fachdienste, Kooperationspartner) kann die kindliche Entwicklung von allen Seiten gezielt unterstützt und gefördert werden.
Partizipation bedeutet für uns die Beteiligung der Kinder und Eltern an Entscheidungen, die das eigene Leben und das der Gemeinschaft betreffen.
In diesem Rahmen geben wir den Kindern die Möglichkeit, ihren Lebensalltag bewusst zu gestalten, mitzubestimmen und demokratische Entscheidungen und deren Konsequenzen mitzutragen.
Dies stärkt die Kinder in ihrer gesamten Persönlichkeit und sie entwickeln eine verantwortungsbewusste und positive Lebenshaltung.

6. Unser Verständnis von Inklusion

In unserer pädagogischen Arbeit nehmen wir die Vielfalt und Unterschiedlichkeit aller Kinder als Herausforderung und Chance wahr. Inklusion bedeutet für uns, dass wir allen Kindern mit hoher Wertschätzung und Aufmerksamkeit begegnen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und sozio-kulturellem Hintergrund. Wir schaffen einen Rahmen in dem Kinder, sowohl mit besonderer Begabung als auch mit besonderen Bedürfnissen, mit und ohne Behinderung, miteinander Leben und voneinander lernen können.