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Unsere Pfarrkirche

Unsere Pfarrei blickt auf eine lange Geschichte zurück. Wir stellen sie Ihnen hier vor. 
Außerdem finden Sie hier aktuelle Informationen zu Baumaßnahmen sowie Eckdaten zu unserer Pfarrei.

 

I. Baugeschichte der Kirche

Gablingen zählt zu den sogenannten Ursiedlungen, das wohl bei der Ausbreitung der Alemannen nach Osten um die Mitte des 5. Jahrhunderts entstanden ist. Urkundlich erwähnt ist "Gabelungen" allerdings erst um 1100.

Gablingen Kirche und Schloß
Gablingen Kirche und Schloß

Im 14. und 15. Jahrhundert treten die Marschälle von Biberbach und die Ritter von Knoeringen als Inhaber von Gablingen auf. 1527 erwarb Raimund Fugger, Sprößling aus dem berühmten Augsburger Handelsgeschlecht der Fugger, die "Burg und die Herrschaft von Gabelungen" von Sebastian von Knoeringen. Seit dieser Zeit können sich die Fugger Patronatsherren der Pfarrei Gablingen nennen.

Ein wichtiger Verdienst von Raimund Fugger ist die Renovierung der gotischen Pfarrkirche, verbunden mit der Erhöhung des Kirchturms. Der jetzige Sattelturm stammt aus dieser Zeit.

 

 

Pfarrkirche St. Martin Nordseite
Pfarrkirche St. Martin Nordseite

Im beginnenden 18. Jahrhundert entstand der heutige Bau der Pfarrkirche: Als 1717 Graf Maximilian Fugger im Sterben lag, gab er für sein Seelenheil und das seines Sohnes den Bau einer neuen Pfarrkirche für Gablingen in Auftrag. Seinem letzten Wunsch entsprechend errichtete in den Jahren 1734 bis 1737 der Wessobrunner Baumeister und Stuckateur Josef Schmuzer mit dem Neubau der Gablinger Pfarrkirche ein bedeutendes Barockbauwerk, das heute auf der Liste der "besonders schützenswerten Gebäude" zu finden ist. 
 

 

Pfarrkirche St. Martin Innenansicht (Foto J. Reiter)
Pfarrkirche St. Martin Innenansicht (Foto J. Reiter)

Für den Neubau der Pfarrkirche durch Schmuzer, der sich bereits als Baumeister der ehemaligen Klosterkirche Hl. Kreuz in Donauwörth, der Klosterkirche von Ettal, der Klosterkirche von Irsee u.a. einen Namen gemacht hatte, verwendete er Teile der früheren Kirche. So sind etwa im Altarraum noch deutlich gotische Bauteile der früheren Kirche sichtbar. Der Turm mit seinem gotischen Satteldach birgt in seinen unteren Teilen wahrscheinlich romanische Bausubstanz. 
Bei der Innenausstattung war der Augsburger Maler Johann Georg Lederer am Werk. Leider sind von seinen Bildern nur noch wenige erhalten. Renovierungen im letzten Jahrhundert veränderten die Innenausstattung der Kirche. Diesen Veränderungen fielen auch die Werke Georg Lederers zum Opfer.

 

 

II: Renovierungsmaßnahmen

1864
Neues Deckengemälde von Liberat Hundertpfund aus Augsburg

1907 bis 1908
Grundlegende Renovierung durch die Gebrüder Haugg aus Ottobeuren 

1966 bis 1967
Sanierung durch die Firma Georg Hatzelmann

1980 und 1981
Wiederherstellung der Seitenaltäre

1993 bis 1994
Grundlegende Renovierung (Schmuzer-Stuck in Farbe neu belebt u.a. Instandsetzungen)

2004
Überholung der Orgel, verschiedene Außensanierungen

 

III: Besuchsmöglichkeit der Pfarrkirche

Die Empore der Kirche ist untertags auch außerhalb der Gottesdienste zugänglich, so dass jeder Besucher und Beter in die Kirche gelangen kann.

 

IV: Unser Kirchenpatron der Hl. Martin von Tours

St. Martin, rechter Seitenaltar
St. Martin, rechter Seitenaltar

Der Heilige Martin von Tours wurde im Jahr 316/317 in Sabaria in Pannonien (Ungarn) geboren, in einer Zeit, in der die Kirche nicht nur eine explosive Ausweitung in der Zahl ihrer Anhänger erlebte, sondern auch im politischen und sozialen Bereich an Einfluss gewann. 
Martin wuchs in einer überwiegend heidnisch geprägten Umgebung auf, auch seine Eltern waren nicht getauft. Gegen ihren Willen bat er im Alter von zwölf Jahren um die Aufnahme unter die Taufbewerber. Nach einer intensiven sechsjährigen Vorbereitungsphase empfing Martin im Jahr 334 das Sakrament der Taufe und zog sich daraufhin als Einsiedler zurück. Durch den Zustrom vieler Schüler, die sich seinem Leben anschließen wollten, erwuchs daraus das Kloster Liguge, aus dem eine der ersten großen Mönchsbewegungen hervorging. 
Im Jahr 371 wurde Martin von einer großen Mehrheit des Volkes und des Klerus als neuer Bischof auf den vakant gewordenen Bischofsstuhl von Tours berufen. Berichte und Erzählungen schildern ihn als äußerst bescheidenen Bischof, der sich ganz für die Ausbreitung und Erhaltung des Glaubens und des Friedens einsetzte. 
Martin von Tours starb am 8. November 397 in Candes. Schon bald nach seinem Tod begannen die Menschen ihn als Heiligen zu verehren. Im Mittelalter wurde sein Grab in Tours zu einem der bekanntesten Wallfahrtsorte. 

Unsere Kirche begeht den Festtag des Hl. Martin am 11. November.

 

V: Literaturhinweis

Ausführliche Informationen zur Geschichte unserer Pfarrei liefert das Buch
"Gablingen - Kirche und Schule Geschichte Kunst Kultur"

In dem reich bebilderten Buch erhellen Franz J. Ledermann (Pfarrer in Gablingen von 1948 bis 1986), Annemarie Gutzer (Lehrerin in Gablingen von 1947 bis 1987, ab 1974 Rektorin der Grund- und Teilhauptschule Gablingen) sowie Dr. August Gutzer die Geschichte der Gablinger Kirche und Schule. Ein wichtiges, interessantes Zeugnis.
 

 
 Das Buch ist im Pfarrbüro und in der Pfarrbücherei zum Preis von 5 Euro zu erwerben. Auf Wunsch können Sie sich das Buch auch zusenden lassen (zzgl. Versandkosten).