Gedanken zum Weißen Sonntag von Pfarrer Czech

19.04.2020 20:33

Der Weiße Sonntag schließt die bedeutendsten Festwochen des Kirchenjahres: die Karwoche und die Osterwoche.

Und dieser Abschluss wird auch deutlich in dem Evangelium, das jedes Jahr an diesem Sonntag gelesen wird.
Viele Evangelien wechseln ja, bzw. wiederholen sich nur alle drei Jahre. Aber an den wichtigsten Tagen des Jahres sind es immer die selben: Weihnachten, Gründonnerstag bis Ostermontag, und eben auch am Weißen Sonntag.

Wenn Sie es noch nicht gelesen haben, lege ich es Ihnen ans Herz:Joh 20, 19-31

In wenigen Texten ist so eine Fülle an Themen enthalten. Und zugleich bildet dieses Evangelium eindeutig einen Abschluss, Vollendung.

Themen:

  • Die Erscheinung Jesu in der Mitte der Jünger: aus Furcht hatten sie die Türen verschlossen, aber dieser Jesus hat längst die irdischen Grenzen überwunden. Den kann man nicht aussperren, aber auch nicht einsperren, der ist da, wo er will. Und manchmal nützen nicht mal verschlossene Herzenstüren.
  • Und: er bringt Frieden. Es vollendet sich, was in der Weihnachtsnacht begonnen hatte: Friede soll auf Erden sein, damals wie heute! So wünscht Jesus bei seinem Erscheinen als erstes den Frieden.
  • Dann die Freude der Jünger. Wo ist nur die Freude so vieler Christen am Christsein und an Jesus Christus geblieben?
  • Die Weitergabe des Auftrages, den er selber vom Vater erhalten hatte, an seine Jünger; und dazu:
  • Die Weitergabe des Hl. Geistes. Jesus gibt seinen Geist, den Geist der Leben schafft und Leben neu schafft. Den Geist der Barmherzigkeit
  • Der ungläubige Thomas natürlich, der durch seinen Unglauben Jesus herausfordert. Und Jesus lässt sich herausfordern. Niemand darf Jesus körperlich so nahe kommen wie Thomas: Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite (Joh 20. 27)
  • Dann die wunderbare Antwort des Thomas, sein Glaubensbekenntnis mit einfachsten Worten: Mein Herr und mein Gott! (Joh 20, 28)
  • Und die Feststellung Jesu, verbunden mit der letzten Seligpreisung: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. (Joh 20, 29)
  • Und schließlich der Blick des Evangelisten, der Raum und Zeit überwindet, und uns persönlich trifft: Diese [Ziechen] aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes (Joh 20, 31)
  • Und darüber noch hinaus: und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen (Joh 20, 31)

Sicher eines der schönsten von vielen sehr schönen Osterevangelien. Nehmen Sie doch den Gedanken mit hinein in die kommenden Tage, der Sie gerade am meisten anspricht!