Das Sakrament der Buße, Versöhnung, Vergebung, Umkehr

Unter den gottesdienstlichen Formen der Buße nimmt das Bußsakrament eine herausragende Stellung ein. Das persönliche Bekenntnis, das dem Charakter von Schuld und Sünde als einem zutiefst personalen Geschen entspricht, ist Begegnung des Sünders mit dem verzeihenden Gott.

Die Wesensmerkmale des Bußsakramentes sind: Reue, persönliches Bekenntnis, Lossprechung. Und aus der Reue erwächst die Bereitschaft zur Umkehr und zur Wiedergutmachung.

 

Die Erstbeichte

Die Erstbeichte ist ein Bestandteil der Vorbereitung auf die hl. Erstkommunion (3. Jahrgangsstufe).

 

Die Beichte im Beichtstuhl

Sie ist die bekannteste Form der Beichte. Besonders in alten Kirchen ist der Beichtstuhl prunkvoll ausgestattet. Dies unterstreicht die Bedeutung der Feier. Der Priester handelt im Namen Christi und im Namen der kirchlichen Gemeinschaft. Nach dem Bekenntnis der Sünden spricht der Priester ein kurzes Wort der Verkündigung, auf das ein Gespräch folgen KANN. Dann nennt er eine Buße, die die Bereitschaft zur Wiedergutmachung verdeutlichen soll, und erteilt die Lossprechung mit den Worten:
Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. – Amen.

 

Das Beichtgespräch

Es kann in einem geschlossenen Raum, im Pfarrhaus oder auch unterwegs, z.B. auf einer Wallfahrt, stattfinden. Für viele ist die Atmosphäre eines Gesprächs persönlicher und vertrauter. Im Laufe der Aussprache bekennt der Beichtende seine Schuld und zeigt seine Bereitschaft zur Wiedergutmachung. der Priester spricht die Vergebungsworte und legt dabei dem Beichtenden die Hände auf.

Welche Form der Beichte der Christ auch auswählt, er braucht keine Sorge zu haben, etwas falsch zu machen. Wenn er ernsthaft die Aussöhnung mit Jesus Christus und seiner Kirche sucht, wird jeder Priester ihm dabei behilflich sein. Dies gilt für Kinder, die zum ersten Mal dieses Sakrament empfangen (3. Klasse), ebenso wie für Jugendliche und Erwachsene, die nach langer Zeit wieder zur Beichte gehen.

 

Der gemeinsame Bußgottesdienst

Er macht deutlich, dass Umkehr und Hinwendung zu Gott auch für die Gemeinschaft notwendig sind. Im Bußgottesdienst bekennt die Gemeinde ihre Schuld und bittet Gott um Verzeihung. Der Bußgottesdienst kann aber auch der persönlichen Gewissensbildung dienen. Im Hören und Auslegen des Wortes Gottes begegnen wir Jesus Christus und kommen dadurch zur Einsicht in unsere persönliche Schuld und zur Reue. Auch wenn der Bußgottesdienst KEINE Form des Bußsakramentes ist, so werden dem Einzelnen dank der Fürbitte der Kirche kleinere Sünden vergeben. Die Vergebung von schweren Sünden bedarf jedoch der sakramentalen Lossprechung in der persönlichen Beichte. In vielen Gemeinden werden vor allem in der Advents- und Fastenzeit Bußgottesdienste gehalten.

 

Das Beichtgeheimnis

Weil der Dienst überaus groß ist und Achtung und Behutsamkeit gegenüber dem Beichtenden erfordert, ist jeder Beichtvater (Priester) ausnahmslos und unter strengsten Strafen verpflichtet, das sakramentale Siegel, das heißt das absolute Stillschweigen über die in der Beichte erfahrenen Sünden, zu wahren.

Das Beichtgeheimnis ist auch von staatlicher Seite geschützt, sodass Priester durch staatl. Gewalt NICHT zum Brechen des Beichtgeheimnisses gezwungen werden können!

 

Regelmäßige Beichtzeiten in der Pfarrei St. Michael

Samstags, 17.15 Uhr bis 17.45 Uhr in der Pfarrkirche St. Michael