Das Sakrament der Ehe

Traugespräch

Nach der Anmeldung zur kirchlichen Eheschließung findet ein Traugespräch mit dem trauenden Priester oder Diakon statt.
Darin

  • kommt das Eheverständnis der katholischen Kirche zur Sprache.
  • wird das Ehevorbereitungsprotokoll ausgefüllt.
  • werden der Traugottesdienst, sein Aufbau und sein innerer Sinn besprochen.
  • können Lieder, biblische Lesungen und Gebete gemeinsam ausgesucht werden.
  • ist zu überlegen, ob jemand von den Hochzeitsgästen eine Lesung oder die Fürbitten übernehmen möchte.
  • können persönliche Fragen angesprochen werden.
  • stehen auch mehrere technische Fragen an, z.B. besonderer Blumenschmuck in der Kirche, Auswahl der Musikstücke, Fotografieren im Traugottesdienst, usw.

 

Ehevorbereitung

Das Traugespräch kann nur begrenzt auf den Hochzeitstag und auf das Eheleben vorbereiten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich ein Brautpaar Zeit nimmt für einen Tag der Ehevorbereitung oder für ein Ehewochenende. Diese werden von der Diözese Augsburg angeboten. Über die Angebote unserer Region Neu-Ulm/Günzburg informiert das Pfarramt.

 

Unterlagen

Bitte bringen Sie zum Traugespräch mit:

  • Einen Taufschein, der nicht älter als ein halbes Jahr ist. Sie erhalten ihn in der Pfarrei, wo Sie getauft wurden.
  • Firmort und Firmdatum
  • Name und Anschrift der Trauzeugen
  • Den staatl. Trauschein (kann unmittelbar zur Trauung mitgebracht werden).

 

Hinweise:

Die Ehe muss nach deutschem staatlichen Recht immer vor dem Standesamt geschlossen werden. Eine Bescheinigung über die standesamtliche Eheschließung ist vor der kirchlichen Trauung vorzulegen. Nur dann darf ein Paar in Deutschland kirchlich getraut werden. (Nach evangelischer Auffassung wird die Ehe auf dem Standesamt geschlossen). Nach katholischem Verständnis genügt dies nicht für die Gültigkeit der Eheschließung.

Die Trauung erfolgt in der Regel nach der Ordnung der Kirche, in der nach der Entscheidung des Paares die kirchliche Trauung stattfindet.

Bei konfessionsverschiedenen (z.B. Kath./Evang.) Ehen müssen, müssen sowohl der katholische, als auch der evangelische Pfarrer benachrichtigt werden.

 

Das folgende Segensgebet über das Brautpaar bringt zum Ausdruck, wie die katholische Kirche das Sakrament der Ehe versteht:

Wir preisen dich, Gott unser Schöpfer,
denn im Anfang hast du alles ins Dasein gerufen.
Den Menschen hast du erschaffen als Mann und Frau
und ihre Gemeinschaft gesegnet.
Einander sollen sie Partner sein und ihren Kindern Vater und Mutter.
Wir preisen dich, Gott, unser Herr,
denn du hast dir ein Volk erwählt und bist ihm in Treue verbunden;
du hast die Ehe zum Abbild deines Bundes erhoben.

Dein Volk hat die Treue gebrochen, doch du hast es nicht verstoßen.
Den Bund hast du in Jesus Christus erneuert
und in seiner Hingabe am Kreuz für immer besiegelt.
Die Gemeinschaft von Mann und Frau hast du so zu einer neuen Würde erhoben
und die Ehe als Bund der Liebe und als Quelle des Lebens vollendet.
Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen,
einander ertragen und verzeihen, wird deine Treue zu uns sichtbar.

So bitten wir dich, menschenfreundlicher Gott,
schau gütig auf Bräutigam und Braut,
die vor dir knien und deinen Segen erhoffen.

Dein Heiliger Geist schenke ihnen Einheit
und heilige den Bund ihres Lebens.
Er bewahre ihre Liebe in aller Bedrohung;
er lasse sie wachsen und reifen
und einander fördern in allem Guten.

Hilf ihnen,
eine christliche Ehe zu führen
und Verantwortung in der Welt zu übernehmen;
verleihe ihnen Offenheit für andere Menschen
und die Bereitschaft, fremde Not zu lindern.

Schenke ihnen das Glück,
Vater und Mutter zu werden,
und hilf ihnen,
ihre Kinder christlich zu erziehen.

Gewähre ihnen Gesundheit und Lebensfreude
bis ins hohe Alter,
schenke ihnen Kraft und Zuversicht
in Not und in Krankheit.
Am Ende ihres Lebens
führe sie in die Gemeinschaft der Heiligen,
zu dem Fest ohne Ende,
das du denen bereitest, die dich lieben.

 

Ehejubiläen

Besondere Hochzeitstage, wie die Silberhochzeit oder die Goldene Hochzeit feiern viele Ehepaare mit dem gemeinsamen Besuch der Hl. Messe, die besonders gestaltet werden kann, z.B. mit „Brautschemel“ vor dem Altar und einer Erneuerung des Eheversprechens.

 

Eheberatung

In jeder Ehe entstehen Fragen, Probleme, nicht selten auch Krisen. Manche Krise kann ein Paar aus sich heraus oder mit Hilfe von Freunden meistern, manche nicht. So gibt es nicht selten nach Jahren der Gemeinsamkeit Krisen, die trotz Bemühens der Partner ein Gefühl der Ratlosigkeit und Verzweiflung auslösen.

 

Krise bedeutet auch Chance.

Im Gespräch mit einer fachkundigen, gut ausgebildeten Beraterin oder einem Berater können Partner lernen, sich selbst und den anderen besser zu verstehen und die Beziehung zueinander zu verändern.

Auch dann, wenn die Trennung unvermeidbar zu sein scheint, ist eine Beratung sinnvoll. Je eher Hilfe gesucht wird, desto größer sind die Möglichkeiten zu guten Entwicklungen. Im Allgemeinen ist es günstig, wenn beide Partner zur Beratung kommen. Aber auch Einzelgespräche mit nur einem Partner können hilfreich sein. Meist bedarf es einer Reihe von Beratungsgesprächen, um den Beziehungsproblemen und den damit verbundenen individuellen Schwierigkeiten jedes Partners klärend nachzugehen und sie verändern zu können.

Die Beratungen finden in Einzel- und/oder Paarsitzungen statt; auch die Kinder oder sonstige Familienangehörige werden auf Wunsch einbezogen.

Wenden Sie sich vertrauensvoll an Pfarrer, Diakon oder Gemeindereferentin, die Ihnen Kontaktadressen übermitteln können.
oder direkt:

 

Ehe und Familienseelsorge Augsburg
www.beziehung-leben.de

 

Beratungsstelle für Natürliche Familienplanung
http://www.nfp.bistum-augsburg.de